Bewährungsstrafe für 20-jährigen Syker

Taxifahrer mit Tritten schwer verletzt

Syke - Von Dieter Niederheide. Mit brutalen Fußtritten und Faustschlägen gegen Kopf und Körper hat ein 20 Jahre alter Syker in der Nacht des 13. März 2016 in Barrien einem 62-jährigen Taxifahrer schwerste Gesichtsverletzungen zugefügt. Dafür wurde er jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung sowie für zwei weitere Körperverletzungen, die er in der gleichen Nacht in einem Lokal in Neubruchhausen beging, vom Amtsgericht Syke zu acht Monaten Gefängnis nach dem Erwachsenenstrafrecht verurteilt.

Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt und dem Heranwachsenden darüber hinaus eine Arbeitsauflage von 30 Stunden auferlegt. Der Jugendrichter ging angesichts des Alkoholgehalts von 2,1 Promille im Blut des Sykers von einer verminderten Schuldfähigkeit aus.

Jugendrichter nimmt dem Täter die Reue ab, warnt aber eindringlich

„Das darf ihnen nie wieder passieren“ warnte der Jugendrichter den Syker, dem er attestierte, dass seine Reue echt sei, und dem er den „Filmriss“ in der Nacht auch abnahm. Der Heranwachsende hatte bereits zu Hause Alkohol getrunken, bevor er zu einer Abi-Feier nach Neubruchhausen fuhr.

Was in dem Lokal und später mit dem Taxifahrer geschah, daran könne er sich gar nicht erinnern, gab der Angeklagte an. Bei der Feier schlug er kurz hintereinander zwei Männer nieder und verletzte sie. Einer von ihnen, ein 19-Jähriger aus Weyhe, sagte aus, er habe plötzlich auf der Tanzfläche einen Schlag gegen die Schläfe bekommen. Zuvor habe er beobachtet, wie der Angeklagte schon einen anderen Gast aggressiv anging.

Zeugin sah in hasserfüllte Augen

Wenig später kam der Taxifahrer ins Spiel. Ihm wurde der Syker vom Wachdienst ins Taxi geschoben. Als Zeuge sagte der Fahrer aus, dass er sich erst noch mit dem Angeklagten im Wagen unterhalten habe und der habe als Ziel die Sudweyher Straße in Barrien angegeben. Dort angekommen, reichte das Geld zum Bezahlen der Fahrt nicht. Der Syker begab sich zum Geldautomaten in die Filiale der Kreissparkasse. Der Taxifahrer sei hinterhergegangen und habe gefragt, ob der Fahrgast nun Geld hat, um den Fahrpreis zu entrichten. Was folgte, war die Flucht des Heranwachsenden aus dem Sparkassenraum. Der Taxifahrer nahm die Verfolgung auf und stellte den jungen Mann.

Was dann passierte, wertete der Jugendrichter als „hinterhältigen Angriff“. Der Taxifahrer sagte aus: „Ich bekam einen Faustschlag ins Gesicht, dann wurde es dunkel.“ Durch Fußtritte und Faustschläge gegen den Kopf und Körper erlitt er schwerste Verletzungen, unter anderem eine Gesichtsfraktur.

3500 Euro Schmerzensgeld

Mehrfach musste er operiert werden, war zwölf Wochen arbeitsunfähig und leidet heute noch unter den Folgen. Dem Jugendrichter zeigte der Zeuge eine von fünf Titanplatten, die ihm ins Gesicht operiert und inzwischen wieder entfernt worden waren.

Eine Zustellerin der Kreiszeitung hatte den Vorfall damals nicht nur beobachtet, sondern den Heranwachsenden mit ihrem Auto verfolgt und die Polizei alarmiert. Detailliert konnte sie vor Gericht schildern, wie der Angeklagte den Taxifahrer mit Faustschlägen und Fußtritten attackiert hatte. Sie habe versucht, den Angeklagten von seinem wehrlosen Opfer wegzuziehen. „Das habe ich aber nicht geschafft“, sagte die Zeugin. Der Heranwachsende habe mehrfach zugetreten. „Diese Augen werde ich nie vergessen, so hasserfüllt“, sagte sie.

Im Rahmen des sogenannten Adhäsionsverfahrens wurde eine Einigung erzielt, nach der der Angeklagte dem Taxifahrer ein Schmerzensgeld in Höhe von 3500 Euro zahlen muss. Per Adhäsionsverfahren können zivilrechtliche Forderungen, die aus einer Straftat erwachsen, unmittelbar im Strafprozess geltend gemacht werden, anstatt sie in einem eigenen zivilrechtlichen Gerichtsverfahren zu verhandeln.

Rubriklistenbild: © dpa

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