Stadt sucht neue Stühle fürs Theater

Tausend knifflige Details

Rund 200 Sitze muss die Stadt auf der Empore des Theaters austauschen. Kathrin Wilken sitzt bei Suse Laue im Büro schon mal Probe auf einem der Mustersitze. - Foto: Heinfried Husmann

Syke - Von Michael Walter. Eine gute und eine schlechte Nachricht hat die Stadtverwaltung zum Syker Theater. Die gute: Es bekommt neue Sitze. Die schlechte: Leider nicht auf allen knapp 600 Plätzen – aus Kostengründen.

Zunächst geht es „nur“ um die rund 200 Sitze auf der Empore. Die sind mittlerweile so zerschlissen, dass dringender Handlungsbedarf besteht. „Wir haben eine Ausschreibung gemacht und Angebote eingeholt“, sagt Bürgermeisterin Suse Laue. Zwei verschiedene Modelle hat die Stadt jetzt näher ins Auge gefasst und sich je ein Exemplar als Muster schicken lassen.

Ziel ist es, die Stühle auf der Empore in der kommenden Spielzeit auszutauschen. Bis zum Saisonbeginn im September dürfte das allerdings wohl noch nichts werden.

Die Bestuhlung im Theater fällt unter die Rubrik „bewährtes Material“. Laut Laue stammt sie von 1989. Als der Landkreis das Theater an die Stadt abgetreten hatte, war im Syker Haushalt kein Geld übrig, um die Sitze zu erneuern. Und daher hat Syke jetzt ein schickes generalüberholtes Theater auf dem modernsten technischen Stand mit fast 30 Jahre alten schmuddeligen und durchgesessenen Stühlen.

„Wir müssen da was tun und wir wollen auch was tun“, sagt Laue. Aber auch diesmal reicht das Geld nicht, um die Bestuhlung komplett in einem Rutsch zu erneuern. Also fängt man da an, wo es am nötigsten ist, und das ist auf der Empore. Anders als die Sitze unten im Saal sind die dort nicht nur ausgeleiert, sondern eben richtig kaputt. Der Rest muss warten. Vielleicht bis 2018, stellt Laue in Aussicht.

Zwei Mustersitze befinden sich im Test

Das ist ein weiterer Punkt, der bei der Auswahl des richtigen Modells zu berücksichtigen ist: Es muss auch in ein paar Jahren noch verfügbar sein, damit die Bestuhlung dann wieder einheitlich aussieht. Darüber hinaus geht es um Faktoren wie Haltbarkeit, Brandsicherheit sowie nicht zuletzt Bequemlichkeit und Sitzkomfort.

Und noch etwas muss die Stadt bei ihrer Suche nach Ersatz im Auge behalten: Das Gestühl im Theatersaal ist mobil. Die Sitzreihen lassen sich mit relativ wenigen Handgriffen auseinandernehmen, und dann kann man die einzelnen Sitze stapeln und mit dem Rollwagen rausfahren. Wenn der Saal auch weiterhin die Möglichkeit bieten soll, ihn unbestuhlt zu benutzen, scheiden fest am Boden verankerte Sitze von vornherein aus.

„Da sind tausend knifflige Details, auf die wir achten müssen“, sagt Kathrin Wilken vom Büro Stadt & Kultur. „Das ist nicht, wie wenn man sich im Möbelhaus ein paar neue Küchenstühle aussucht.“

Eines dieser kniffligen Details ist zum Beispiel die Frage: Wie werden die einzelnen Sitze nummeriert? Wilken: „Wenn wir irgendwann mal ein paar einzelne Stühle rausnehmen und durch welche aus anderen Sitzreihen ersetzen müssen, darf uns das nicht die gesamte Platznummerierung zerschießen.“ Ergo: Die Schilder mit den Platznummern sollten sich halbwegs einfach austauschen lassen. Aber nicht so leicht, dass nach jeder Vorstellung die Hälfte davon fehlt.

Die beiden Mustersitze werden jedenfalls schon mal ausgiebig getestet. Die ersten Rückmeldungen sind erwartungsgemäß uneinheitlich: Was dem einen zu hart ist, ist dem anderen zu weich, und was für den einen zu hoch ist, ist für den anderen zu niedrig. „Den einen Stuhl, der für alle ideal ist, wird es auch nie geben“, macht sich Suse Laue gar keine Illusionen.

Auf jeden Fall soll das neue Gestühl aber ähnlich langlebig wie das jetzige sein, sagt die Bürgermeisterin.

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