Mitmach-Aktionen und Info-Stände – Nigerianische Trommelklänge und chromblitzende Oldtimer

Rund 5000 Besucher beim „Tag des Sports“

Alle haben ein Ziel: anderen Menschen zu helfen, denn der Reinerlös des „Run for Help“, dem Lauf der Hilfe, geht an die Lebenshilfe, das Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz sowie den Integrationsrat der Stadt Syke. - Alle Fotos: Jantje Ehlers

Syke - Von Anke Seidel. Nein. Die Pole-Tänzerinnen haben nicht mehr Männer in ihrem Publikum als Frauen – obwohl ihre Darbietungen an einen Nachtclub erinnern, wenn sie sich in ihren knappen Kostümen elegant um die Edelstahl-Stange winden.

„Man verwechselt das leicht“, schmunzelt Alexandra Gaßner, „Botschafterin“ dieses ganz besonderen Sports. In der Syker Olympia-Halle präsentiert sie gemeinsam mit anderen Bremer Pole-Tänzerinnen diese Fitness-Alternative. Aber ausprobieren? Das möchten beim „Tag des Sports“ nur die wenigsten Besucher. „Ein Mann hat es probiert“, schmunzelt Alexandra Gaßner.

Riesen-Andrang herrscht dagegen beim „Run for Help“. Bei diesem Lauf für Hilfe starten 175 Teilnehmer – Männer, Frauen und Kinder. Menschen mit Handicap sind darunter, auch Flüchtlinge. Denn darin eingebunden ist der Syke Citylauf der Kulturen. „Das Startgeld der Flüchtlinge werden wir dem Syker Integrationsrat übergeben“, sagt „Run-for-Help“-Organisator Andreas Belke, auch Schatzmeister im Sportförderverein. „Wir werden den Betrag so aufstocken, dass davon ein Ausflug für die Flüchtlinge möglich ist“, ergänz Belke, während ihm eine Frau mit sportlich gerötetem Gesicht einen Zehn-Euro-Schein in die Hand drückt: Spende und Startgeld gleichermaßen. „Wo finde ich denn meine Platzierung?“, will sie wissen. Belke verweist auf die Internet-Seite zum „Tag des Sports“. „Da werden wir die Ergebnisse in den nächsten Tagen einstellen“, antwortet er. Möglich ist das erst nach Auswertung der Technik – und nur für alle, die eine Startnummer haben. Denn genau die enthält Transponder, mit denen die persönliche Leistung aller Teilnehmer gespeichert werden kann, die Start- und Ziellinie überwunden haben. Zu ihnen gehört auch der Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig, der am 5 000-Meter-Lauf teilnimmt.

„Bestes Laufwetter!“, blickt Alena Scholz in den wolkenverhangenen Himmel. Mehr als 80 Stunden hat sie allein in dieser Woche in die Organisation des „Tags des Sports“ investiert. „Im Jahr sind das so zwischen 500 und 600 Stunden“, schätzt sie. Im Herbst beginnen die Arbeiten für die Neuauflage 2017 in Weyhe. Dafür wünschen sich die Gastgeber genauso viele Besucher wie an diesem Sonntag in Syke. „Es sind rund 5 000 Menschen gekommen“, nennt Belke kurz nach 15 Uhr einen Zwischenstand, während auf der Aktionsbühne Menschen mit und ohne Handicap tanzend und zu fröhlicher Pop-Musik Lebensfreude versprühen. Unter die Zuschauer mischen sich schnell etliche Run-for-Help-Läufer – zu erkennen an ihren Medaillen oder der sportlichen Handy-Halterung am Oberarm.

Krav Maga oder Kobudo bleiben an diesem Tag keine Begriffe mit sieben Siegeln. Worauf es bei diesen Kampfsportarten ankommt, zeigen Akteure eindrucksvoll.

Tag des Sports in Syke

Weil jeder Besucher nach Möglichkeit seine eigene, ganz persönliche Sportart entdecken soll, gibt es etliche Mitmach-Angebote – darunter auch unscheinbare wie das Heigln. Wer Sports- und Teamgeist miteinander verbinden will, startet beim Volleyball-Turnier der Betriebssportgruppen.

Und wer hoch hinaus will, muss erstmal zur Kiste greifen: Knallrot und ausgelegt für zwölf Ein-Liter-Flaschen lassen sie sich zu einer Himmelsleiter stapeln – natürlich nur, wenn der Kistenkletterer beherzt zugreift und mutig von einer Kiste auf die nächste steigt. Gut gesichert, versteht sich: Darauf legen Josef Lütkebohle und seine Kollegen großen Wert. Im Schnitt stapeln die Teilnehmer zwischen 13 und 17 Kisten, bevor der Turm in sich zusammenfällt. „Wir hatten heute aber ein Mädchen, das hat mehr als 23 Kisten geschafft“, sagt Lütkebohle.

Tag des Sports in Syke -Teil 2

Schräg gegenüber wirft ein neugieriger Besucher einen Blick in einen Wohnwagen aus Wirtschaftswundertagen. Auch Oldtimer sorgen beim „Tag des Sports“ immer wieder für Glanzpunkte. Außerdem gibt es Info-Stände – wie zum Beispiel das Mobil des Bündnisses „White IT“, das gegen Kinderpornografie im Netz kämpft.

Tag des Sports in Syke -Teil 3

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