Gülay, Murat Kadifeci und Andreas unterstützen Syker Einrichtung

„Die Tafel ist meine neue Heimat”

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Die drei Tafelneulinge in Aktion (v.l.): Gülay Tekeli, Murat Kadifeci und Andreas Erbe.

Syke - „In der Syker Tafel habe ich eine neue Heimat gefunden”, sagt Murat Kadifeci. Der 43-jährige Lehrer stammt aus der Türkei, die er aus Furcht vor Verfolgung und Repressalien verlassen hat. Vor vier Monaten kam er nach Deutschland. Jetzt wohnt er in Syke und engagiert sich als ehrenamtlicher Helfer der Tafel.

„Ich will der Gesellschaft etwas zurückgeben, die mich herzlich aufgenommen hat”, erklärt Murat in noch gebrochenem Deutsch. Da, wo es mit er Verständigung noch nicht so richtig klappt, hilft Dolmetscher Timur Budak, ein junger Student aus Achim.

Im Alltag kommt der ehemalige Schulleiter eines Gymnasiums und Assistent im Bildungsministerium so einigermaßen klar. Er besucht zweimal wöchentlich Sprachkurse. Wie er versichert, lerne er auch viel von den Mitarbeitern der Tafel, die hilfsbereit und freundlich zu ihm seien, vornehmlich die Koordinatorin Gisela Schulte, die er als „Chefin” bezeichnet.

„Lächeln und Freundlichkeit der Menschen vermisst“

In einem an die Tafel gerichteten Brief schreibt Kadifeci: „Nach meiner Flucht aus der Türkei habe ich das Lächeln und die Freundlichkeit der Menschen vermisst. Das habt ihr mir hier wiedergeben. Auch dafür möchte ich mich bei euch bedanken, ebenso bei Frau Hammer von der Stadt Syke.“ Sie habe sich Zeit für ihn genommen und ihm dabei geholfen, sich in dem kleinen, aber feinen Ort Syke einzuleben.

„Dennoch fehlen mir meine Frau und die beiden Kinder, Saliha (17) und Merve (12). Besonders traurig bin ich, wenn die Jüngste am Telefon fragt, wann sie zu mir nach Deutschland kommen kann. Sie möchte die Sprache rasch lernen und sich einen neuen Freundeskreis aufbauen.

Auch Gülay Tekeli ist gebürtige Türkin, wohnt in Syke und ist seit Ende September nicht nur Kundin der Tafel, sondern auch ehrenamtliche Helferin. „Nur den Haushalt zu machen, ist nicht mein Ding. Meine beiden Kinder gehen zur Schule. So habe ich vormittags Zeit, an drei Tagen in der Tafel zu helfen.”

Seit 30 Jahren beim Syker Popchor

Ein weiterer Neuling der Ehrenamtlichen ist Andraes Erbe. Er verstärkt das Lager der mobilen Kräfte. „Als ich in der Zeitung las, dass die Tafel dringend weitere Fahrer benötigt, habe ich mich gemeldet.“

Vielen Sykern ist der Lehrer in Ruhestand als Sänger fetziger Musik bekannt und nicht zuletzt als Fahrer des Bürgerbusses, den er fünf Jahre lange lenkte. Er gehört seit 30 Jahren dem Syker Popchor an. Jetzt steuert er donnerstags eines der drei Lieferfahrzeuge. Alle Tafelneulinge lobten ihre ehrenamtlichen Kollegen der Syker Ausgabestelle. Besonders in der Zeit um Weihnachten habe deren Bereitschaft über die sonst festgelegten Zeiten hinaus zu arbeiten, ermöglicht, die Flut der angelieferten Lebensmittel bewältigt zu können. Gülay Tekeli bringt es auf den Punkt: „Wahnsinn, was die Läden abgeben mussten, was nicht zu verkaufen war.“

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