34. Syker Wirtschaftsforum: Wie gewinnt und behält man gute Mitarbeiter? / Stadt erweitert 2016 Gewerbegebiet um 94000m²

Spaß an der Arbeit ist wichtiger als Geld

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Von links nach rechts: Referentin Carmen Schön mit ihren Gastgebern am gestrigen Abend; Erster Stadtrat Thomas Kuchem, Bürgermeisterin Suse Laue und Frank Schmid, der Geschäftsführer der Mediengruppe Kreiszeitung.

Syke - Von Michael Walter. Wie bekomme ich als Unternehmer gute Mitarbeiter? Und wenn ich sie habe: Wie behalte ich sie? – Zwei Fragen, die im Zeichen des Fachkräftemangels zunehmend an Bedeutung gewinnen. Antworten darauf gab gestern Abend die Autorin, Managementberaterin und Juristin Carmen Schön vor gut 80 Gästen aus Wirtschaft und Politik beim 34. Syker Wirtschaftsforum im Druck- und Verlagshaus der Kreiszeitung.

Die erste Antwort dürfte etliche Zuhörer vielleicht überrascht haben: Mit Geld geht es schon mal nicht. Für die „Generation Y“ (grob: die jetzt 20- bis 40-Jährigen) führen ganz andere Dinge die Liste der persönlichen Werte an. Das leitet Carmen Schön sowohl aus wissenschaftlichen Studien als auch aus ihren eigenen Erfahrungen als Beraterin von Wirtschaftskanzleien und Führungskräften ab. Ganz weit oben stehen demnach der Spaß an der Arbeit und die Möglichkeit zur Mitgestaltung.

Woran es bei vielen Betrieben kräftig hapert, verdeutlicht sie anhand der Frage: Warum verlassen gute Mitarbeiter ein Unternehmen? Und auch hier lautet die Antwort: Nicht, weil ihnen ein anderer Arbeitgeber mehr Geld bietet.

Die meistgenannten Gründe sind vielmehr: Unzufriedenheit mit der Führung, keine Möglichkeiten, sich einzubringen, keine Herausforderungen, keine Freiheiten und fehlende Wertschätzung. Gerade letzteres könne sich oft an geradezu lächerlichen Kleinigkeiten manifestieren. Etwa, wenn die Unternehmensleitung ihren Mitarbeitern freie Getränke, Obst und Kekse streicht. „Es ist einfach dumm, an sowas zu sparen“, findet Schön. „Bei Gruner + Jahr gehen sie mit dem Bar-Wägelchen durch die Büros. Und die Mitarbeiter lieben das.“

34. Syker Wirtschaftsforum

Anderes Beispiel: In einem Gespräch habe ihr ein Klient einmal verraten, warum er sich gegen eine ihm angebotene Stelle bei einer hochangesehenen Kanzlei entschieden hatte. Carmen Schön zitiert ihn: „Ich wusste nach zwei Minuten, diese Kanzlei ist es nicht. – Der Kaffee war scheiße.“ Botschaft: Wenn sowas schon ein Killer-Kriterium sein kann, dann kommt einer modernen Büroausstattung und einer angenehmen Arbeitsatmosphäre eine umso höhere Bedeutung bei.

Grundsätzlich rät Carmen Schön den Unternehmen, möglichst frühzeitig Kontakte zu knüpfen. Sprich: An Schulen, Unis und Ausbildungsstätten.

Die Kunst wiederum, wie man als Standort für Unternehmen attraktiv wird, scheint Syke ganz gut zu beherrschen. Das geht aus der Begrüßungsansprache von Gastgeberin Suse Laue hervor. Laut der Bürgermeisterin gibt es in Syke derzeit 100 Unternehmen mehr als vor einem Jahr. „Syke kann auch ohne Autobahnanschluss punkten“, folgert sie. Grund sei die gute Infrastruktur. Nicht zuletzt auch weiche Faktoren wie der Umstand, dass in Syke alle Schulformen vorhanden sind.

Die Kehrseite der Medaille: Im Gewerbegebiet wird‘s langsam eng. Für die Ansiedlung neuer Betriebe ist momentan praktisch kein Platz mehr vorhanden. Dem wolle die Stadt mit einer Erweiterung begegnen betont Laue und stellt die Erschließung von 94000m² Gewerbeflächen im nächsten Jahr in Aussicht.

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