100. 000 Menschen versorgt

Trotz Hitze und Trockenheit: Syker Vorgeest hält Wasserdruck konstant

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Manfred Cattau genießt als Erfrischung Wasser aus der Syker Vorgeest. 

Syke - Von Anke Seidel. Vertrocknete Gartenflächen und Wassermangel auf den Feldern: Der Ausnahme-Sommer 2018 sorgt für Extreme in der Region. Wasser ist zu einem kostbaren Gut geworden, schon Ende Mai waren Verbraucher in Sorge (wir berichteten). Doch Manfred Cattau, Geschäftsführer der Wasserversorgung Syker Vorgeest, strahlt Gelassenheit aus. Trockene Wasserhähne – bedingt durch Druckabfälle in der Leitung bei enormem Verbrauch – hat es im Bereich der Syker Vorgeest bisher kaum gegeben: „Wir haben nur wenige negative Rückmeldungen.“

Acht Wasserversorger beliefern im Landkreis Diepholz rund 217 .000 Einwohner. Die als Gesellschaft organisierte Syker Vorgeest steht dabei mit 100. 000 versorgten Einwohnern und rund 33. 000 Hausanschlüssen in fünf Kommunen (Stuhr, Weyhe, Syke, Bruchhausen-Vilsen und Thedinghausen) an der Spitze. Rund fünf Millionen Kubikmeter Wasser verbrauchen ihre Kunden pro Jahr. Sie fließen durch ein 1 194 Kilometer langes Leitungsnetz, das mit acht Druckerhöhungsstationen, 3 156 Hydranten und 5 786 Schiebern ausgestattet ist.

Ein sorgfältig geknüpftes Kontrollnetz stellt die Einhaltung der in der Trinkwasserverordnung festgeschriebenen Grenzwerte sicher. Geschulte Mitarbeiter der Wasserversorger und des Gesundheitsamtes nehmen an neuralgischen Stellen (zum Beispiel an Leitungen mit wenig Wasserdurchfluss) wöchentlich und an anderen Punkten mehrmals im Jahr Wasserproben. 1 200 Parameter werden bei einer solchen Laboruntersuchung abgeprüft.

„Unser Lieferant, die Harzwasserwerke GmbH, führt ebenfalls entsprechend der gesetzlichen Vorgaben umfangreiche Untersuchungen durch“, erklärt Cattau für die Syker Vorgeest. Die Kunden in deren nördlichem Bereich erhalten ihr Trinkwasser aus dem Wasserwerk Ristedt. Den südlichen Bereich versorgen die Wasserwerke Liebenau und Schneeren, indem sie den Hochbehälter Holterheide bei Wietzen speisen. Ihr Wasser wird dort „zu geringen Teilen“ mit Harz-Wasser vermischt.

Nitratbelastung: 22,1 Milligramm pro Liter

Und die Nitratbelastung? „Die Werte des Mischwassers lagen bei der Analyse 2017 im Mittel bei 22,1 Milligramm pro Liter“, so Cattau. Dabei sei ein Minimalwert von 19,0 und ein Maximalwert von 27,7 gemessen worden. Deutlich darunter die Werte im Wasserwerk Ristedt: Minimal 1,1 und ein maximal 3,3 Milligramm Nitrat pro Liter waren festgestellt worden – im Mittel 2,2, also ein Zehntel des Mischwasser-Werts.

Trotzdem, so stellt Cattau klar, ist der Mittelwert des Mischwassers aus dem Hochbehälter Holterheide nicht einmal halb so hoch wie der zurzeit geltende Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter. Selbst bei Trinkwasser mit dem vollen Grenzwert bestehe keine Gefahr gesundheitlicher Beeinträchtigungen. Zum Vergleich führt der Geschäftsführer den Nitratgehalt von tiefgefrorenem Grünkohl an, der laut dem niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bei 508 Milligramm pro Kilogramm liegt.

Im Übrigen sei Nachhaltigkeit ein wichtiges Kriterium in der Wasserwirtschaft, das in der Arbeit eine enorme Rolle spiele. Cattau: „Wir erben die Folgen unseres Handelns.“

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