Syker Unternehmer informieren sich beim Business-Lunch über Erbschaftssteuer

Die Kleinen sind relativ sicher

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Steuerberater Stephan Buntrock referierte gestern beim vierten Syker Business-Lunch zum Thema Erbschaftssteuerreform und deren Auswirkungen auf Unternehmen.

Syke - Von Michael Walter. Wie wirkt sich die bevorstehende Reform der Erbschaftssteuer auf Firmen aus? – Darüber referierte Donnerstag Steuerberater Stephan Buntrock auf Einladung der Stadt Syke und der IHK beim vierten Syker Business-Lunch.

Buntrock konzentrierte sich dabei auf die Perspektive mittelständischer Unternehmen. Konkret ging es um die Frage: Sollte ein Unternehmer, der seinen Betrieb demnächst an einen Nachfolger übertragen möchte, damit lieber bis nach dem Inkrafttreten der Gesetzesnovelle warten oder schnell noch vorher den Wechsel vollziehen?

Um es vorweg zu nehmen: Ein Patentrezept konnte Buntrock seinen rund 30 Zuhörern nicht mit auf den Weg geben. „Große Unternehmen müssen eher etwas tun als kleine“, lautete sein Fazit lediglich.

Bis 1996 sei der Steueranteil für Vermögensübertragungen quasi ausgewürfelt worden, stieg Buntrock in das Thema ein. „Es gab große Diskrepanzen zwischen dem steuerlich veranlagten Wert und dem tatsächlichen Wert von Betriebsvermögen und Immobilien.“ Das Bundesverfassungsgericht hatte den Gesetzgeber daher aufgefordert, Vermögen steuerlich nach dem tatsächlichen Verkehrswert einzustufen. „Der Gesetzgeber möchte aber gar nicht alle gleich zur Kasse bitten“, so Buntrock. „Große Vermögen sind das Ziel, kleine und mittlere sollen weniger besteuert werden.“

Die Folge war eine Gesetzesnovelle, die manche Vermögensarten bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer besser stellt als andere. Aber auch diese Form widersprach dem Gleichheitsgrundsatz, sagte 2014 das Verfassungsgericht. Buntrock: „Ein Privatvermögen von 100 Millionen würde im schlechtesten Fall mit 50 Prozent besteuert werden, ein Betriebsvermögen von 100 Millionen im besten Fall mit null.“

Seit Mai 2015 liegt nun der Referenten-Entwurf für eine abermalige Gesetzesnovelle vor. Am 24. September geht sie im Bundestag in die erste Lesung. Doch auch dieser Entwurf stößt jetzt schon auf Kritik. Buntrock rechnet damit, dass sich auch damit das Bundesverfassungsgericht beschäftigen wird. „Wenn da einer klagt, stehen wir in zwei Jahren wieder hier.“

Constantin von Kuczkowski von der IHK-Geschäftsstelle Syke warf im Anschluss die Frage nach der grundsätzlichen Berechtigung der Erbschaftssteuer auf. Denn sie besteuere Vermögen, das bereits zu einem früheren Zeitpunkt schon einmal besteuert worden ist. Hinzu komme: „Der Aufwand, Unternehmensvermögen zu ermitteln ist relativ groß, der Ertrag der Erbschaftssteuer dagegen gering.“ Bei einem Volumen von 300 Milliarden Euro im Bundeshaushalt mache sie gerade einmal fünf Milliarden aus.

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