Syker Theaterwerkstatt feiert Premiere

„Carlo kummt in’n Katalog“: Hypochonder mit Macho-Allüren

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Gitta Kanitzke (Maren Kanther) wäscht ihrem Sohn Carlo (Frank Mithöfer) den Kopf: „Deine Krankheit heißt Langeweile.“

Syke - Von Anika Bokelmann. Ein Männerschnupfen wäre für Carlo Kanitzke wohl zu harmlos. Hirnhautentzündung, Trümmerbruch und das lebensbedrohliche „Annarista“ plagen die Hauptperson der plattdeutschen Komödie „Carlo kummt in’n Katalog“. Die zeigte die Theaterwerkstatt Syke am Samstagabend vor rund 100 Zuschauern und erntete zahlreiche Lacher und viel Applaus.

Auf der Bühne im Kreismuseum hatten die Laienschauspieler das Wohnzimmer von Carlo Kanitzke (Frank Mithöfer) und Ehefrau Sissi (Karin Wülbern) eingerichtet. Noch bevor sich der Vorhang hob, warnte Dr. Kurt Busse (Christian Schröder) vor seinem Patienten, „einem pathologischen Hypochonder“, der mit Placebo-Medikamenten therapiert wird und sicher ist: „Nur wenn’s mir schlecht geht, geht’s mir gut.“

Seine neueste eingebildete Krankheit ist das „Annarista“, wie Carlo Kanitzke immer wieder wehleidig auf dem Sessel hängend verkündet. Sein Hausarzt kann jedoch kein Aneurysma attestieren und auch Carlos Mutter Gitta Kanitzke (Maren Kanther) weiß: „Deine Krankheit heißt Langeweile.“

Langeweile hatten die Mitwirkenden der Theaterwerkstatt in den vergangenen Monaten sicherlich nicht. Bereits zum 23. Mal inszenierten sie ein plattdeutsches Stück. Neben den Darstellern auf der Bühne investierten viel Zeit und Leidenschaft Christian Schröder (Regie), Holger Feldermann (Regieassistenz), Claudia Schultes (Requisite), Saskia Wendt (Souffleuse), Christine Tidau (Maske) sowie Günter Meyer, Gustav Kanther und Horst Wülbern (Technik und Bühnenbau), um die Aufführung zu einem Erfolg werden zu lassen.

Wenig mitfühlenden „Ooochs“ aus dem Publikum

Zurück zur Handlung: Während Ehefrau Sissi sich um ihren Liebsten sorgt, wendet sich das Blatt, als Carlos Mutter Gitta Kanitzke eingreift. Damit Sissi wieder arbeiten gehen kann, überwacht die resolute Frau ihren Sohn. Da bleibt dem machohaften Hypochonder keine Zeit mehr, Horrorszenarien von Tod und Schmerzen zu zeichnen – was das Publikum mit wenig mitfühlenden „Ooochs“ quittierte.

Carlo Kanitzke flüchtet in den Park. Dort lernt er Julia kennen. Auf einmal scheint Carlo wie ausgewechselt, und auch bei Sissi kündigt sich eine weitreichende Veränderung an.

An dieser Stelle sei nicht zu viel verraten. Schließlich soll das Publikum bei den weiteren Aufführungen (siehe Infokasten) ebenfalls miterleben, wie sich Carlo Kanitzke in dem turbulenten Stück in Ausreden flüchtet und am Ende alles anders kommt, als anfangs gedacht.

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