Aktion gegen den Boykott von Klassenfahrten

Schüler am Gymnasium Syke streiken

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Drei Schulstunden lang blieben die Syker Gymnasiasten zu großen Teilen dem Unterricht fern. Hintergrund des Streiks ist der Wegfall von Klassenfahrten.

Syke - von Frank Jaursch. Ein ungewöhnliches Statement haben am Dienstag die Syker Gymnasiasten abgegeben. Drei Schulstunden lang blieben sie zu großen Teilen dem Unterricht fern. Hintergrund des Streiks ist der Wegfall von Klassenfahrten.

Die niedersächsischen Gymnasiallehrer arbeiten auf Weisung der Landesregierung eine Stunde länger pro Woche; sie haben aus diesem Grund die Klassenfahrten gestrichen, um ihrem Protest gegen diese Regelung Ausdruck zu verleihen. Erst am Montag hatte der Schülerrat einstimmig den Ausstand beschlossen und diesen Beschluss anschließend über die Klassensprecher in den Klassen verbreitet.

Eine Reihe von Aktionen begleitete den Sitzstreik: Auf einem mehrere Meter langen Plakat, das auf dem Boden der Pausenhalle ausgerollt war, konnten die Schüler notieren, was ihnen ohne Klassenfahrten fehlen würde. Und auf einem „Green Screen“ simulierten die Jugendlichen mit morderner Technik Fotos von imaginären Klassenfahrten: Mit Computerhilfe entstanden so Erinnerungsfotos vor dem schiefen Turm von Pisa, dem Eiffelturm oder dem Brandenburger Tor.

Eine Reihe von Aktionen begleitete den Sitzstreik

Die organisierende Schülervertretung zeigte sich am Vormittag sehr zufrieden mit der Resonanz auf die Aktion. „Als es das erste Mal klingelte, wussten wir ja nicht, ob die Schüler in die Klassen gehen oder bei uns bleiben“, berichtete Roman Meyer. Doch die meisten machten mit. Die Organisatoren freuten sich über einen „riesen Erfolg“. Einige Ausnahmen gab es zwar, die waren aber zum größten Teil nachvollziehbar. Der zwölfte Jahrgang schrieb am Dienstag Abitur-Klausuren, die elften Jahrgänge blieben dem Boykott zum Teil fern – „weil es die ja auch nichts mehr angeht“, mutmaßte Schülersprecher Bjarne Altenburg. Schulleiter Jan Ziemann wurde am Montag von der Ankündigung überrascht. Er bekundete seinen Respekt für die Aktion und bezeichnete den Streik als „Element der politischen Bildung“. Es sei grundsätzlich begrüßenswert, für seine Interessen einstehen und etwas bewirken zu wollen. Der Ausstand stelle natürlich ein unerlaubtes Fernbleiben vom Unterricht dar; die Schüler, so Ziemann, müssten aber keine disziplinarischen Maßnahmen befürchten. Nach Ende der dritten Schulstunde kehrten die Jugendlichen in ihre Klassenräume zurück.

Schon Anfang des Jahres haben in Hannover 3000 Schüler demonstriert.

Die Erhöhung der Unterrichtszeit für Gymnasiallehrkräfte in Niedersachsen erregt seit Monaten Unmut unter Pädagogen und Schülern. Seit Beginn des Schuljahres müssen Gymnasiallehrer 24,5 statt 23,5 Stunden pro Woche unterrichten. Im Vergleich der Länder liegen sie damit im Mittelfeld. Die Lehrer klagen über eine zu hohe Arbeitsbelastung.

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