Der Geist des Engagierens und Dienens

Syker Rotary-Club blickt auf seine 40-jährige Geschichte zurück

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Dr. Wolfgang Heyser (2.v.l.) und Dr. Ulrich Kuhlmann (M.) mit den Musikern Hille Perl (2.v.r.), Sarah Small und Tommy Fields. 

Syke - Von Detlef Voges. 600 Jahre Musikgeschichte der Gambe, 4,5 Milliarden Jahre Erdgeschichte – da machen sich die 40 Jahre Rotary Club Syke doch sehr übersichtlich. Die Historie, zumal unterhaltsam und wissensreich präsentiert, gestaltete die Geburtstagsfeier am Samstag im großen Saal der Kreissparkasse zu einer bemerkenswerten Veranstaltung mit Nachklang.

Dabei mussten die Gastgeber sogar mehr oder weniger improvisieren. In Abänderung des ursprünglichen Programms verzichteten die Syker Rotarier auf eine klassische Würdigung in Form eines Vortrags. Präsident Dr. Ulrich Kuhlmann verwandelte sich mit langem Mantel, Hut und falschem schwarzen Bart in einen älteren Herrn mit Schild „Senior“ auf dem Rücken. Mit der jungen Rotarierin Nele Uhlemann führte der Senior einen locker-frechen Dialog im Stil der Comedy über die Aufgabe der Rotarier im Allgemeinen und den Syker Club im Besonderen.

Der Präsident betonte in dem Gespräch den rotarischen Geist des Engagierens und Dienens. Er erinnerte an das noch immer gültige Gründungsmotto des Syker Clubs 1978: Diene, um die Menschen einander näher zu bringen.

Ein Gespräch über Projekte, Frauenquote, Dienstbarkeit, Pflichten und Geld. Er kenne keinen im Club, der am Hungertuch nage, aber wenn es um Projekte gehe, dann sei nie genug Geld da, murrte Kuhlmann. Apropos Geld: Das überbrachten in Form eines Schecks befreundete Rotarier aus den Niederlanden. Sie sorgten für Heiterkeit, als sie den symbolischen Scheck mit der Zahl 30.000 ausfüllten, dann aber zwischen die vier Nullen ein Komma setzten.

Personalabbau bei der Sparkasse in Nienburg

Eher fiskalische Sorgenfalten hatte Hausherr Olaf Meyer-Runnebohm aufgesetzt. Das Vorstandsmitglied der Syker Sparkasse berichtete von der Sparkasse in Nienburg, die aufgrund von Problemen fast die Hälfte des Personals abbauen müsse. Sozialverträglich, so Meyer-Runnebohm, der die Hoffnung äußerte, dass das Syker Haus davon verschont bleibe und so weitermachen könne wie bisher. Eine Konsolidierung erwartet der Banker von einer Leitzinserhöhung ab 2020.

Hoffnung begleitete auch den Festvortrag von Professor Dr. Wolfgang Heyser über die Artenvielfalt. Für den Biologen das Grundkapital des Menschen, das der Homo sapiens aber durch die Vergiftung von Luft und Böden sowie durch Abholzung von Regenwäldern zunehmend zerstöre. Der Mensch hinterlasse einen immer größeren ökologischen Fußabdruck, bilanzierte Heyser, der das massive Aussterben von Arten beklagte, etwa 160 pro Tag. 

In manchen Regionen der Welt gebe es keine Insekten mehr, betonte der Biologe und zeigte ein Bild aus China, wo Menschen in den Bäumen stehen und Blüten per Hand bestäuben. „Ein Bienenvolk kann pro Tag 300 Millionen Blüten bestäuben“, erläuterte Heyser die natürliche Variante.

„Die Wasserversorgung wird problematisch“

Die biologische Vielfalt (Biodiversität), die symbiotische Vernetzung von Pflanzen und Tieren mehre die Haben-Seite des Menschen durch sauberes Wasser, gute Luft und Nahrung. Zudem sei es eine kostenlose Dienstleistung. Um die auch nur annähernd zu erreichen, müsste der Mensch Tausende von Billionen Dollar aufbringen. 

Dieses ökonomische Element der biologischen Vielfalt sei immer noch nicht in den Köpfen der Menschen verankert. Auch das sei eine Ursache für die weltweiten Probleme. Heyser mahnte, mit der Natur anders umzugehen, weil sonst die Lebensgrundlagen in Gefahr seien. Wenn aus Artenvielfalt Monokulturen würden, ändere sich auch das Klima. Große Landschaften fielen kahl, wo früher Urwald gewesen sei. „Die Wasserversorgung wird problematisch“, so der Biologe.

In die Welt der Musik entführte die Gambistin Hille Perl. Gemeinsam mit ihren Schülern Sarah Small und Tommy Fields stellte die Musikerin die Entwicklung der Viola da Gamba über einen Zeitraum von 600 Jahren vor und demonstrierte die Klangfülle der unterschiedlichen Instrumente anschaulich an Stücken aus dem 16. bis 21. Jahrhundert.

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