Letzte Sitzung ohne greifbare Ergebnisse

Syker Ortsrat kreist um sich selbst

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Syke - Von Michael Walter. Für vier von fünf Mitgliedern des Syker Ortsrats war es am Montag die letzte Sitzung: Ortsbürgermeisterin Gabriele Beständig (FWG), Brigitte Haase (CDU), Wolfgang Reß (SykePlus) und Onno Buurman (SPD) sind im neu gewählten Ortsrat (tritt im November das erste Mal zusammen) nicht mehr vertreten.

Bürgermeisterin Suse Laue verabschiedete die Vier mit einem kleinen Präsent als Erinnerung an ihre ehrenamtliche politische Arbeit. Onno Buurman war fünf Jahre im Ortsrat, Wolfgang Reß und Gabriele Beständig 15 Jahre und Brigitte Haase 30 Jahre – mit Unterbrechungen sogar 42 Jahre. Lediglich der Grüne Ulf Walek – bisher „nur“ beratendes Mitglied ohne Stimmrecht – wird von der alten Riege auch im neuen Ortsrat wieder dabei sein, dann als reguläres Mitglied.

Mit Ruhm bekleckert haben sich alle nicht auf dieser Sitzung. Erstes Beispiel: Der Ortsrat möchte aus seinem Budget ein Spielgerät anschaffen, das er auf dem Platz vor der OLB an der Hauptstraße aufstellen will. Den Platz, so erklärte Gabriele Beständig, wolle auch Gastwirt Jens Vollmer für die Erweiterung seiner Außengastronomie nutzen. Einen schlüssigen Zusammenhang herstellen zwischen dieser Idee, dem Spielgerät und dem Platz konnte der Ortsrat indes nicht. Er konnte auch keinen Beschluss fassen, weil er gar nicht weiß, ob die OLB überhaupt damit einverstanden wäre, ein Spielgerät auf ihrem Grund und Boden aufzustellen. Denn gefragt hat der Ortsrat dort nicht. Und er hatte weder Vollmer noch die OLB zur Sitzung eingeladen.

Zweites Beispiel: Wenn es so glatt ist, dass die Müllabfuhr nicht kommen kann, müssen die betroffenen Straßen auf dem kurzen Dienstweg in den städtischen Streuplan aufgenommen werden. Für diesen Vorschlag wollte Wolfgang Reß das Votum des Ortsrats bekommen. Er bekam es nicht. Vielmehr erläuterte Lars Brunßen vom Syker Bauamt, dass die Stadt so etwas gar nicht leisten könne. „Die Räumpläne sind so gestrickt, dass ein Fahrer seine Route in einer Schicht gerade so schaffen kann. Wenn wir irgendwo eine Straße zusätzlich aufnehmen, müssen wir eine andere Straße rausschmeißen“, so Brunßen. Der Ortsrat nahm es zur Kenntnis und fasste keinen Beschluss.

Drittes Beispiel: Wolfgang Reß wollte „eine Diskussion in Gang bringen“, Kreuzungen im Stadtgebiet verstärkt in Kreisverkehre umzubauen. Die Stadt solle prüfen, welche dafür in Frage kämen und was das wohl kosten würde. Auch diese Diskussion endete ergebnislos. Denn die Stadt konnte in Person von Lars Brunßen deutlich machen: Die meisten Kreuzungen im Stadtgebiet sind zu klein, um dort Kreisel einzurichten, denn zur Not müsse dort auch noch ein Lkw-Gespann rumkommen. Und die größeren Kreuzungen lägen fast alle an Bundes- oder Landesstraßen. Dort hat die Stadt keine Entscheidungsgewalt.

„Aber in Bassum fahre ich auf 1,3 Kilometern durch drei Kreisel“, wandte Brigitte Haase ein. „Warum kriegen die das hin und Syke nicht?“ Antwort Brunßen: Weil dort die Landes- und Bundesstraßen nach dem Bau der Ortsumgehung zu Stadtstraßen herabgestuft worden seien. Und Syke habe eben nun mal keine Ortsumgehung.

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