1. Teil: Innenstadt

Syker Mobilitätskonzept: Hauptstraße bleibt geteilt

Von hier bis zum Grevenweg soll die Hauptstraße künftig in beide Richtungen befahrbar sein. Ob weiter als „befahrbare Fußgängerzone“ oder anders, ist noch nicht klar. Ab Grevenweg wäre die weitere Durchfahrt dann gesperrt.
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Von hier bis zum Grevenweg soll die Hauptstraße künftig in beide Richtungen befahrbar sein. Ob weiter als „befahrbare Fußgängerzone“ oder anders, ist noch nicht klar. Ab Grevenweg wäre die weitere Durchfahrt dann gesperrt.

Die Hauptstraße bleibt für den Durchgangsverkehr gesperrt – aber anders als jetzt. Radfahrer sollen im gesamten Stadtgebiet mehr Raum bekommen. Und das politisch bereits totgesagte Bürgerauto für den Syker Süden ist plötzlich wieder ein Thema. Das sind die drei inhaltlichen Schwerpunkte des Mobilitätskonzepts, das das Planungsbüro PGV-Alrutz aus Hannover im Auftrag der Stadt erstellt hat. Die wesentlichen Eckpunkte stellen wir in einer dreiteiligen Artikelreihe vor.

Syke – Inhaltlich befasst sich das Mobilitätskonzept mit drei Themenbereichen: Innenstadt, Radverkehr und Mobilität im ländlichen Raum. Alle drei enthalten reichlich Anreize zu intensiven Diskussionen – um an dieser Stelle Begriffe wie „Zündstoff“ oder „Konfliktpotenzial“ zu vermeiden. In diesem ersten Teil beschäftigen wir uns mit der Syker Innenstadt.

Das Konzept empfiehlt, die Sperrung der Hauptstraße für den Durchgangsverkehr in Richtung Bahnhof beizubehalten. Die Trennung in zwei im Grunde unabhängige separate Straßen würde sich baulich manifestieren.

Sperre am Grevenweg würde in Syke neue Sackgasse schaffen

Konkret soll das laut Entwurf dann so aussehen: Der versenkbare Poller am jetzigen Zufahrtsbereich beim Kreishaus kommt weg. Dafür kommt noch vor dem Grevenweg eine neue Sperrung hinzu. Der Abschnitt zwischen Kreishaus und Garde-Bäcker wäre dann eine Sackgasse. Die soll aber in beide Richtungen mit Schrittgeschwindigkeit befahrbar werden. „Zählungen haben ergeben: Dort ist so wenig Verkehr, dass das möglich wäre“, sagt Freya Söchtig, die zuständige kommissarische Fachbereichsleiterin im Rathaus, und spricht von maximal 1400 gezählten Fahrzeugen pro Tag. Geschäfte, Büros, Arztpraxen blieben auf diese Weise erreichbar. Ebenso die nur über die Hauptstraße anfahrbaren zur Hache liegenden Parkplätze.

Die schon vorhandene Sperre von Schuhhaus Kastner bis zur Plackenstraße bleibt. Vorerst provisorisch mit Baken. Laut Bürgermeisterin Suse Laue gibt es bereits Vorschläge für eine endgültige Gestaltung. Bevor die Thema werden, brauche es aber erst eine politische Entscheidung, ob und wie das Mobilitätskonzept umgesetzt werden soll.

Z-Kreuzung in Syke soll „wichtige Verteilerfunktion“ behalten

Die jetzige Z-Kreuzung oder S-Kreuzung (je nach Sprachgebrauch) soll offen bleiben. „Die hat eine wichtige Verteilerfunktion“, sagt Freya Söchtig. Auf der Achse BBS-Hacheparkcenter sind laut Zählung täglich rund 4500 Fahrzeuge unterwegs. „Dieser Verkehr muss fließen, und er kann dort auch fließen. Die Straße gibt das her.

Für den Abschnitt von der Plackenstraße bis zum Ernst-Boden-Platz sagt das Konzept: Alles bleibt so, wie es jetzt ist. Das heißt: Vom Ernst-Boden-Platz bis Parkplatz Behrens beidseitig befahrbar, ab dort Einbahnstraße Richtung Gesseler-Straße/Plackenstraße.

Mit der bekannten Konsequenz: Wer aus der Gesseler Straße oder Plackenstraße kommt, kann gleich wieder umdrehen, weil er weder in die eine Richtung noch in die andere auf der Hauptstraße weiterkommt. Positiver Nebeneffekt dieser Lösung: Es gibt keinen Schleichverkehr über die Straße An der Volksbank, um die Sperre zwischen Kastner und Plackenstraße zu umfahren. Denn von dort kommt man ja – siehe oben – nicht mehr auf die Hauptstraße.

Überlastung der Straße An der Volksbank nicht eingetreten

„Eine Überlastung der relativ schmalen Straße An der Volksbank war unsere ursprüngliche Befürchtung“, sagt Freya Söchtig. „Das ist aber nicht eingetreten. Wir haben dort um die 1200 Fahrzeuge am Tag gezählt. Das ist zwar deutlich mehr als vor der Sperrung der Hauptstraße, aber auch deutlich weniger als An der Volksbank und Plackenstraße aufnehmen könnten.“

Über die Bahnhofstraße als logische Verlängerung der Hauptstraße und wichtigsten Weg vom Bahnhof zur Innenstadt sagt der Entwurf zum Mobilitätskonzept nichts. Und das ganz bewusst. „Die Bahnhofstraße ist ein anderer Bereich“, erklärt Bürgermeisterin Suse Laue. Die Bahnhofstraße gehört planerisch zum Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (Isek) für das Quartier zwischen – grob umrissen – Bahnhof, Gartenstraße und Ernst-Boden-Platz. Schon jetzt ist klar: Der aktuelle Straßenbelag auf der Bahnhofstraße wird dort nicht mehr lange bleiben – die Bürgermeisterin spricht von zwei Jahren – und am Bahnhof selbst investiert die Stadt in zusätzliche Fahrradabstellplätze (wir berichteten). Von den Planern des Mobilitätskonzepts hat die Stadt insofern lediglich einen Hinweis erhalten. Freya Söchtig: „Uns muss klar sein, dass mit jedem größeren Mehrfamilienhaus, das in diesem Bereich gebaut wird, auch die Verkehrsbelastung steigt und wir prüfen müssen, ob unsere Straßen das auch aushalten.“

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Den Ratsmitgliedern ist der Entwurf des Mobilitätskonzepts bereits vorgestellt worden. Jetzt haben die Bürger die Gelegenheit, sich an zwei Abenden zu informieren und mitzureden. Mittwoch um 18 Uhr „live und in Farbe“ im Ratssaal und am 1. Dezember um 18 Uhr als Online-Veranstaltung. Für beide Info-Abende ist eine Anmeldung erforderlich.

Anmelden

04242 / 164-665 oder sitzungsdienst@syke.de

Mehr zum Mobilitätskonzept: Teil 2 – Mehr Raum fürs Rad, Teil 3 – Bürgerauto für den Syker Süden

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