Streit mit EWE wegen Umstellung

Syker Manfred Nagel kann wieder heizen – und hatte von Anfang an recht

Haben‘s wieder warm: Christel und Manfred Nagel konnten ihre angeblich nicht mehr anpassbare 40 Jahre alte Gasheizung (wir berichteten) doch noch auf das moderne H-Gas umstellen.
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Haben‘s wieder warm: Christel und Manfred Nagel konnten ihre angeblich nicht mehr anpassbare 40 Jahre alte Gasheizung (wir berichteten) doch noch auf das moderne H-Gas umstellen.
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Happy End für Christel und Manfred Nagel: Die EWE hatte dem Rentner-Ehepaar den Gasanschluss gesperrt, weil die 40 Jahre alte Gasheizung angeblich nicht auf das neue H-Gas anpassbar wäre. Vergebens hatte Manfred Nagel versucht, das Unternehmen vom Gegenteil zu überzeugen. Jetzt ist klar: Nagel hatte recht.

Syke – Draußen sind vier Grad und Nieselregen. Drinnen bei Christel und Manfred Nagel ist es muckelig warm. Vor ein paar Wochen war das noch nicht so. Da hatte die EWE dem Rentner-Ehepaar den Gasansschluss gesperrt. Weil die 40 Jahre alte Gasheizung angeblich nicht auf das neue, höherwertige H-Gas anpassbar wäre. Ein halbes Jahr hatte Manfred Nagel versucht, das Unternehmen vom Gegenteil zu überzeugen, aber dabei den Kürzeren gezogen.

Jetzt hat sich herausgestellt: Manfred Nagel hatte von Anfang an recht. Seine Heizung ist bereits herstellerseitig auch für H-Gas ausgelegt.

EWE: Gerät laut Liste „nicht anpassbar“

Hintergrund ist die Umstellung von L-Gas auf H-Gas. Diese beiden Erdgas-Sorten gibt es im Prinzip schon immer. Sie sind im Grunde gleich, haben aber einen unterschiedlich hohen Brennwert. L steht fur „low“ und H steht fur „high“. Bisher gab es in Syke L-Gas, jetzt H-Gas. Wie berichtet, gehörte Nagels Heizung angeblich zu den etwa zwei Prozent aller Geräte, die nicht von der einen auf die anderen Sorte umzustellen seien. Dabei sagen das originale Herstellerschild an der Heizung und die Betriebsanleitung das Gegenteil: Demnach müsse lediglich an einer Stellschraube die durchfließende Gasmenge nachgeregelt werden. Die EWE – vom Bund mit der Umstellung in Nordwestdeutschland beauftragt – hielt sich allerdings an die Datenbank vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW), die für sie in solchen Fällen die Bibel ist. Und darin war Nagels Gerät als „nicht anpassbar“ aufgeführt. Aus Sicherheitsgründen, wie der DVGW damals der Kreiszeitung auf Nachfrage mitteilte.

Die EWE hatte den Nagels nahegelegt, sich einen Fachbetrieb zu suchen, der die Kompatibilität mit H-Gas bestätigt und die Umstellung in Eigenverantwortung durchzuführen. Das hatte Manfred Nagel auch versucht, aber keinen Betrieb gefunden, der bereit gewesen wäre, dafür die Verantwortung zu übernehmen. Christel und Manfred Nagel standen somit vor dem Dilemma, sich eine neue Heizung einbauen zu lassen oder im Kalten zu sitzen. Denn weil die vorhandene Heizung als für H-Gas ungeeignet galt, musste die EWE ihnen den Anschluss sperren.

Auf den Artikel in der Kreiszeitung hat sich ein Installateur bei uns gemeldet und gefragt ob er sich die Heizung mal ansehen dürfte.

Manfred Nagel

Inzwischen fließt das Gas wieder. „Auf den Artikel in der Kreiszeitung hat sich ein Installateur bei uns gemeldet und gefragt ob er sich die Heizung mal ansehen dürfte“, erzählt Manfred Nagel. „Und als er gesehen hat, dass H-Gas problemlos möglich ist, hat er mir die Eigenumstellung bescheinigt.“

Ein gemeinsamer Termin mit der EWE folgte, und die hat dann die Gasversorgung wieder freigegeben.

Gasversorgung wieder freigegeben

„Das war tatsächlich so einfach wie Manfred Nagel behauptet hat“, sagt der Monteur. Ein alter Gas- und Wasser-Installateurmeister mit mehr als 50 Jahren Berufserfahrung, der seinen Namen aber nicht in der Zeitung lesen möchte. „Man kennt ja solche Geräte aus der Zeit. Die sind für Allgas zugelassen. Das sind eigentlich nur Einstellsachen, die den Heizwert je nach Gas-Art ein bisschen erhöhen oder drosseln.“ Auch die Sicherheitsbedenken des DVGW wegen möglicher Materialermüdung kann der erfahrene Fachmann nicht teilen. „So ein Gerät hat ja nicht viel Technik. Der Wärmetauscher ist ein Gussblock. Der ist praktisch unverwüstlich.“

„Wir haben die Gasversorgung unmittelbar nach dem Anpassen der Heizung wieder freigeschaltet“, bestätigt EWE-Pressesprecher Jens Witthus. „Herr Nagel hat uns auch bereits die entsprechenden Unterlagen per Mail gesendet.“ Die Rechnung für den Handwerker übernimmt die EWE ebenfalls. „Das machen wir in solchen Fällen immer, wenn wir ein Erdgasgerät nicht anpassen können und der Kunde einen Fachbetrieb findet, der die Verantwortung übernimmt.“

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Manfred Nagel ist glücklich und zufrieden. „So hat eine dumme Geschichte noch ein gutes Ende gefunden.“ Das monatelange Hin- und Her mit der EWE empfindet er als überflüssig, aber notwendig. „Weil 8000 bis 10.000 Euro für eine neue Heizung – bei den momentanen Preisen – nicht einfach auf dem Nachttisch wachsen. Wir sind beide Rentner. Da kannst du keine großen Sprünge machen.“ 

In wenigen Jahren fallen die Niederlande als Gaslieferant für Deutschland, Belgien und Frankreich aus. Das Unternehmen EWE Netz erhielt daher einen Bundesauftrag, Nordwestdeutschland auf das alternative H-Gas aus Quellen in Russland, Norwegen und zu kleinen Teilen aus Großbritannien umzustellen. Knapp 700.000 Geräte von 22.000 verschiedenen Modellen. Das Unternehmen musste daher nahezu jedes Gerät individuell betrachten.

98 Prozent aller Erdgasgeräte fit für H-Gas

Inzwischen hat die EWE den letzten Bezirk in der Region Syke auf H-Erdgas umgeschaltet. „Insgesamt ließen sich rund 98 Prozent aller Erdgasgeräte für das H-Gas fit machen“, so die verantwortliche Gruppenleiterin Christina Heilmann. Und als eines der letzten jetzt auch die alte Gasheizung von Christel und Manfred Nagel.

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