Syker Kaufmann wegen gewerbsmäßigen Betrugs vor Gericht / Verfahren eingestellt

Durch Anklage „gedemütigt“

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Mediengruppe Kreiszeitung

Syke - Von Dieter Niederheide. Die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen einen Kaufmann aus Syke wog schwer. Ihm wurde gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen. Deshalb hatte er sich jetzt vor dem Schöffengericht des Syker Amtsgerichts zu verantworten.

Nach mehrstündiger Hauptverhandlung endete das Strafverfahren mit einer vorläufigen Einstellung. Dem Syker wurde auferlegt, einem Geschäftshaus in Syke, das von ihm um mehrere tausend Euro geschädigt worden sein soll, einen Betrag von 1000 Euro zu zahlen. Erledigt er das, wird das Verfahren eingestellt.

Die angeklagten Straftaten sollen sich im Jahr 2007 ereignet haben. Erst 2010 kam es zur Strafanzeige durch den Firmenchef des Geschäftshauses. Wegen umfangreicher Ermittlungsarbeit und späteren Nachforschungen kam es erst etwa fünf Jahre später zum Strafprozess.

Zwischen dem Angeklagten und dem Chef des Geschäftshauses kam es 2006 zu einer geschäftlichen Zusammenarbeit – basierend nicht auf einem schriftlichen Vertrag, sondern auf mündlicher Vereinbarung. Während der Angeklagte sein Know-how und den Kundenstamm einbringen sollte, erfolgten Warenbestellung, Werbung und Abrechnung mit den Kunden über das Geschäftshaus.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Kaufmann vor, in 14 Fällen bei Kunden Rechnungen vorgelegt, die Beträge kassiert, aber nicht in die Kasse des Geschäftshauses eingezahlt zu haben. Von der Buchhaltung des Hauses wurden vermeintlich säumige Kunden angemahnt, weil die Rechnungen nicht bezahlt waren.

Der Angeklagte wehrte sich gegen die Vorwürfe. Das sei eine Unterstellung, einfach falsch und rufschädigend. Er fühle sich durch die Anklage gedemütigt.

Folgt man den Angaben des Angeklagten, dann soll sich sein Geschäftspartner nicht immer an die mündlichen Vereinbarungen gehalten haben. Der Chef des Geschäftshauses gab als Zeuge an, es sei Aufgabe des Angeklagten gewesen, Kunden zu akquirieren. Der Verteidiger angesichts der damals etwas unübersichtlichen Partnerschaft: „Kann es sein, dass sie zu zweit den Überblick verloren haben?“

Zur Aussage des Angeklagten, er habe die Gelder in die Kasse des Geschäftshauses eingezahlt, gab der Zeuge an, dass kein Eingang registriert wurde. Wenn der Angeklagte die Gelder eingezahlt hätte, wären sie auch verbucht worden. Nicht verbuchte Einzahlungen seien für die Buchhaltung ein Störfaktor.

Zur Diskussion standen eine Überprüfung der Zahlungseingänge bei dem Geschäftshaus sowie die Anhörung weiterer Zeugen, ein weiterer Verhandlungstermin wäre fällig gewesen. Stattdessen einigten sich die Prozessbeteiligten am Ende.

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