Wachwechsel für die Kommunalwahl

Syker Grüne vollziehen deutliche Verjüngungskur

Die Top drei der Syker Grünen für die Kommunalwahl 2021: Spitzenkandidatin Inga-Brita Thiele (Mitte) mit Nils Brickwedel und Jana Osmer.
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Die Top drei der Syker Grünen für die Kommunalwahl 2021: Spitzenkandidatin Inga-Brita Thiele (Mitte) mit Nils Brickwedel und Jana Osmer.

Mit einem deutlich verjüngten Team wollen die Syker Grünen bei der Kommunalwahl im September punkten - und mit den bekannten Themen von Artenschutz bis Verkehr.

Syke – 57-31-20: Kein Passwort und kein Zahlencode. Das ist das Alter der Top drei der Syker Grünen für die Kommunalwahl im September. Rechtzeitig vor dem Termin hat sich im Syker Ortsverband ein Generationswechsel vollzogen.

Gerhard Thiel, Jutta Filikowski, Henning Greve-Töbelmann und Mandy Heyen (als Nachrückerin für den aus Syke weggezogenen Heinz-Jürgen Michel) bilden derzeit die Fraktion der Grünen im Rat der Stadt. Keiner von ihnen steht für die kommende Wahl auf einem der vorderen Plätze. Dafür Inga-Brita Thiele als Spitzenkandidatin, Nils Brickwedel und Jana Osmer.

„Die anderen haben ein gewisses Alter“, sagt Ortsverbandsvorsitzende Marita Thiel-Wolf. „Wir hatten zur letzten Wahlperiode schon versucht, jüngere Kandidaten zu finden“, erzählt sie, und der Frust aus dieser Zeit ist ihr dabei immer noch anzumerken: „Wir waren schon so weit, dass wir gesagt hatten, dann gibt es eben keine Grünen im Rat. Das sieht diesmal ganz anders aus. Wir haben jede Menge Nachwuchs.“

Sehr wahrscheinlich wird der neue grüne Block im Rat nicht komplett auf die Erfahrung der Altgedienten verzichten müssen. Nils Brickwedel: „Wir haben jetzt vier Mandate und der neue Rat wird größer als der alte. Wenn wir unsere Prozente vom letzten Mal halten, hätten wir fünf statt vier Sitze.“ Und sie wollen sich ja noch verbessern. Die Altgedienten treten auf den Listenplätzen fünf, sechs und sieben an, dazwischen steht auf Platz vier Carsten Eisen, der aktuell in Wachendorf im Ortsrat sitzt. Nur Gerhard Thiel ist nicht mehr dabei. Er kandidiert lediglich noch für den Gesseler Ortsrat.

Was wollen die Jungen anders machen als die Alten? Im Prinzip gar nicht so viel. Klimaschutz steht für sie als ganz große Überschrift über allen anderen Themen. Und bei der Frage, welche das sind, verweisen sie gerne auf ihr zehnseitiges Wahlprogramm auf der Internetseite.

Klar hat jeder der Top drei seine Lieblingsthemen. Bei Inga-Brita Thiele wären das Artenschutz und bezahlbarer Wohnraum, bei Nils Brickwedel Schulen und Jugend und bei Jana Osmer Jugend und Verkehr.

Ihre Vorgänger haben in der jetzt zuende gehenden Wahlperiode bei ihren Kollegen von den anderen Fraktionen oft und hartnäckig das Klischee von der Verhinderer-Partei bedient und sich entsprechende Vorwürfe anhören müssen. Das finden sie ungerechtfertigt. „Wir sind für ganz viele Sachen“, sagt Nils Brickwedel. „Für Integration, für Klimaschutz, für Fahrräder,...“ Und bei den strittigen Themen findet er, sei es nicht richtig, so zu tun, als gehe es dabei immer nur um das Eine oder das Andere? Inga-Brita Thiele greift das auf. „Nicht: Bauen wir grundsätzlich, ja oder nein? Sondern: Wie bauen wir so, dass es möglichst wenig schadet? Und wo?“ Nils Brickwedel spielt den Ball weiter: „Es geht uns um viele Blickwinkel auf einmal.“

Welche Entwicklung wollen sie in Syke voranbringen? Da sind sie relativ klar: Weg vom Auto, hin zum Fahrrad und zum öffentlichen Personennahverkehr. Auch und gerade im ländlichen Raum sehen sie da Potenzial. Angefangen bei der Hauptstraße, die sie „weitgehend“ autofrei haben möchten, über Car-Sharing-Modelle bis zu Bürgerbus und Bürgerauto.

„Wie kommt man von den Dörfern zum Bahnhof? Wo kann man dort sein Fahrrad lassen?“ fragt Nils Brickwedel. „Da ist sicher noch viel rauszuholen.“ Und weiter: „Alle wollen Klimaschutz. Aber dann müssen wir’s auch machen. Das Klimaschutzkonzept von 2011 hat dieses Jahr zehnten Geburtstag. Aber es kann mir keiner sagen, was seitdem eigentlich passiert ist.“

Das Wahlprogramm

www.gruene-syke.de

Von Michael Walter

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