Wenn’s mal wieder länger dauert

Syker Ehepaar ärgert sich über Ampelschaltung an der B6 und Verkehr im Hachepark

Haben die Nase voll vom Warten, um die Bundesstraße zu überqueren: Marita und Peter Richter.
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Haben die Nase voll vom Warten, um die Bundesstraße zu überqueren: Marita und Peter Richter.

Die Ampel an der Bundesstraße 6 in Syke, die den Verkehr der Straße Zum Hachepark regelt sowie Fußgängern eine sichere Überquerung ermöglichen soll, gefällt nicht jedem. Man steht dort mitunter zu lange als Fußgänger, beschwert sich ein Ehepaar aus Syke. Und auch die Straße Zum Hachepark selber bekommt nicht von jedem ein gutes Urteil. Stadtverwaltung und Straßenbauamt erklären die Sachlage.

Syke – Rot bedeutet: stehen, Grün bedeutet: gehen. So lernt es bereits jeder Vorschüler, wenn es um die rechtliche Bewertung der Anzeigen von Lichtsignalanlagen geht. Wer jedoch als Syker Fußgänger oder Radfahrer die B6 auf der Höhe der Einmündung Zum Hachepark überqueren will, der steht mitunter lange, was manch einem übel aufstößt. Und auch in der Straße Zum Hachepark selber lebt es sich als Fußgänger und Radfahrer gefährlich.

So sieht es zumindest das Ehepaar Marita und Peter Richter. Die beiden ärgern sich über den Weg zum und durch den Hachepark. Ihr Ärger beginnt dabei an der Überquerung der B6. Dort hilft eine Bedarfsampel den Fußgängern über die Straße. „Aber die meisten überqueren sie anderswo“, sagt Marita Richter. Den Grund dafür erklärt ihr Ehemann: „Sie müssen drücken, wenn Sie über die Straße wollen. Wenn Sie nur eine Sekunde zu spät sind, muss man eine ganze Phase warten, bis man grünes Licht erhält. Anderswo werden Ampeln sofort grün“, schimpft Peter Richter.

Fußgänger überqueren Bundesstraße woanders

Beim Ortstermin bestätigt sich zum einen der Eindruck, dass es dauern kann, wenn man über die Straße möchte. Zum anderen laufen einige Fußgänger an der Ampelanlage vorbei, nur um die Bundesstraße ein paar Meter weiter und fernab der Ampel zu überqueren. „Viele Syker ärgern sich darüber“, sieht sich Peter Richter nicht alleine mit seiner Kritik.

Freya Söchtig, Leiterin des Fachbereichs Ordnung der Stadt Syke, weiß um die Problematik: „Der Syker kennt die Ampelschaltung und trickst sie aus“, sagt sie. Doch da für die Ampeln an einer Bundesstraße die Landesstraßenbaubehörde zuständig ist, verweist sie an Andine Sieling.

Ampelphasen würden sich verlängern

Die Leiterin der Straßenmeisterei Vilsen bringt Licht ins Dunkel: „Ich kann verstehen, dass es angenehm ist, wenn man nicht drücken muss“, sagt sie, „aber wir müssen die Gesamtheit im Auge behalten.“ Die schließt auch die Autofahrer ein. Und für die würde sich durch ein automatisches Fußgänger-Grün die Situation mitunter erschweren: „Dann müssten sich auch die Grünzeiten für die abbiegenden Autofahrer jedes Mal verlängern. Dadurch würde sich die Dauer einer Ampelphase verlängern.“ Und das würde zu noch mehr Stau auf der B6 zu Spitzenzeiten führen.

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Auch Freya Söchtig sagt: „Man muss manchmal mit Umständen leben lernen.“ Dass die Stadt Syke aber durchaus für Kritik offen ist, bewies sie nach Beschwerden von Radfahrern, Fußgängern und Autofahrern, die sich ein paar Meter weiter in der Straße Zum Hachepark unangenehm begegnen. Hier trug die Stadt vor einigen Wochen Piktogramme auf Fahrbahn und Fußweg auf, um den Verkehrsteilnehmern zu signalisieren: Hier habe ich zu fahren (wir berichteten).

„Mir kam die Galle hoch!“

„Der Großteil nimmt es gut an“, findet Freya Söchtig. Dem widerspricht Marita Richter: „Wie ich die Piktogramme gesehen habe, kam mir die Galle hoch!“ Sie fordert eine konsequentere Lösung, etwa eine Umwandlung der Straße in eine Fahrradstraße oder ein recht neues Verkehrsschild, das aussagt: Fahrradfahrer überholen verboten! Sie selber und viele andere würden weiterhin auf den Gehwegen fahren, wo es für Radfahrer deutlich sicherer sei. Denn noch immer würden Radfahrer ohne ausreichenden Abstand von Autofahrern überholt.

Eine neue Beschilderung sei nicht so einfach möglich, erklärt Freya Söchtig: „In der Straßenverkehrsordnung ist alles geregelt. Ein Schild muss aber gut begründet sein und macht nur dort Sinn, wo die Straßenverkehrsordnung Dinge nicht regeln kann.“ So gäben in der Straße Zum Hachepark, wo ein Tempolimit von 20 herrscht, die Fahrradfahrer das Tempo vor. Eine Fahrradstraße mache nur bei sehr vielen Radfahrern Sinn. Und bauliche Veränderungen seien wegen der notwendigen Lieferverkehre auch kaum möglich. Deshalb laute die Taktik der Stadt: Aufklärungsarbeit. „Das ist ein Prozess, den wir noch Jahre haben werden“, sagt sie, schiebt aber nach: „Aber wir werden nicht jeden belehren können. Wir sind in der Verkehrswende, brauchen aber auch das Auto – ein Spagat.“

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