Syker DLRG fährt zum Wachdienst an den Badestrand von Spiekeroog

Vom Seepferdchen zum Lebensretter

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Mit Spaß dabei: Die Syker DLRG-Ortsgruppe bereitet sich auf ihre Dienste am Steller See und am Strand von Spiekeroog vor.

Syke - Von Frank Jaursch. Mit vier hatte Ole geradezu panische Angst vor Wasser. Spaß im Schwimmbad? Undenkbar! In ihrer Verzweiflung schickte Oles Mutter ihren Sohn zur Syker DLRG-Jugendgruppe. Ein junger Mann namens Stefan Sebode hatte kurz zuvor begonnen, den Kleinen das Schwimmen beizubringen. Der Plan ging auf – und wie: „Nach der ersten Stunde bei Stefan hat meine Mutter mich nicht wiedererkannt“, schmunzelt Ole Burdorf heute. Mittlerweile ist er 15 – und DLRG-Rettungsschwimmer.

: Mit dieser Karriere ist Ole nicht allein. Mehrere Schwimmanfänger, die Sebode in der Anfangszeit unter seine Fittiche nahm, blieben ihm bis heute erhalten. Sie sind mittlerweile Teil des Rettungsschwimmer-Teams, das in diesem Jahr ein besonderes Abenteuer angeht: Im August und im September sind die Syker erstmals als DLRG-Wachdienst am offenen Meer tätig – am Badestrand von Spiekeroog.

Dort ist auch Katharina Wesselkamp dabei: Die 16-Jährige hat nicht nur ihr Seepferdchen gemacht und später die Schwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold absolviert, sondern blieb dabei: Mit zehn machte sie die „Junior-Retter“- Prüfung, zwei Jahre später das Rettungsschwimmabzeichen in Bronze. 2014 kam bei ihr das silberne Abzeichen hinzu.

Und das bekommt man nicht hinterhergeworfen: Ein rundes Dutzend an theoretischen und praktischen Aufgaben gibt es zu bestehen. „Ohne Silber geht‘s nicht raus“, so die klare Ansage von Sebode, der seine Schützlinge langsam an den Wasserrettungsdienst herangeführt hat.

Als Vorbereitung auf die neue Aufgabe auf der Nordseeinsel hat Sebode die Syker Schwimmer in den vergangenen Monaten ordentlich in die Pflicht genommen – auch die Nachwuchs-Retter. „Das Intervalltraining war schon ziemlich hart“, erzählt Katharina. Langstrecke schwimmen, tauchen, wieder schwimmen – um fit zu sein, gehen die Schwimmer bis an ihre Grenzen.

Stefan Sebode weiß, warum. „Die Nordsee ist das anspruchsvollste Gewässer, das wir hier haben“, sagt er. Ebbstrom und plötzlicher Seenebel sind nur einige Elemente, die besondere Aufmerksamkeit erfordern.

Im vergangenen Jahr war Sebode mit seiner Ehefrau auf Spiekeroog „eingesprungen“ – und hatte damit bei den Koordinatoren einen Fuß in der Tür. In diesem Jahr ist der Badestrand (rettungstechnisch) an drei Wochen fest in Syker Hand: Ab Sonntag, 16. August, ist eine Gruppe für den Wachdienst eingeteilt, eine weitere übernimmt am 19. September für zwei Wochen die Verantwortung. Neun Schwimmer zwischen 16 und 59 Jahren machen mit.

Zwei Stunden dauert die aktive Badezeit an dem Strand. Zwei Stunden „Ernst des Lebens“, wie Sebode es ausdrückt. „Da bleibt das Handy in der Tasche.“ Katharina Wesselkamp freut sich auf die Aufgabe. Sie fühlt sich gut vorbereitet auf einen möglichen Einsatz. Und hofft doch, dass es keinen gibt.

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