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Syker Dachdecker wegen Stürmen im Dauereinsatz

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Von: Marten Vorwerk

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Dachdecker Gary Meyer arbeitet am Dach
Dachdecker Gary Weber von der Firma Dannemann hat – wie wohl die meisten seiner Berufskollegen – nach den Februar-Stürmen reichlich zu tun. © Marten Vorwerk

Nachdem während der Stürme der vergangenen Tage vor allem die Feuerwehren im Einsatz waren, sind jetzt die Dachdecker gefragt. In Syke können sich zwei Firmen vor Aufträgen kaum retten. Noch Wochen und Monate wird es dauern, bis alle Sturmschäden beseitigt sind. Insgesamt sind die Dachdecker-Firmen bis in den Sommer ausgelastet.

Syke – Das Telefon von Christina Gohl stand wegen der Sturmschäden der vergangenen Tage und Nächte nicht still. Sie sitzt im Büro der Dachdecker-Firma Gohl in Syke und zählte allein am vergangenen Sonnabend bis 14 Uhr 145 Anrufe. „Am Montag war es zum gleichen Zeitpunkt eine ähnliche Anzahl“, sagt sie lachend. Die Auftragslage der Dachdeckerfirmen in und um Syke hat sich wegen der Stürme um ein Vielfaches verbessert.

Die Firma Gohl war darauf vorbereitet. „Wir hatten einen Notdienst für Sonnabend eingesetzt und das Personal bei uns aufgestockt“, erzählt Christina Gohl. Im Normalfall wird samstags nicht gearbeitet. Um 8 Uhr ging es los mit den Anrufen bei der Dachdecker-Firma. „Ich bin mit dem Aufschreiben der Aufträge nicht hinterhergekommen“, sagt sie.

Geplante Arbeiten mussten verschoben werden

Vorrangig seien Notfälle bearbeitet worden. „Ein Carportdach hatte sich zum Beispiel abgelöst und ist durch die Gegend geflogen“, zählt Gohl einen der Notfälle auf. Gebäude auf freien Feldern seien beschädigt worden. Wegen der Sturmschäden mussten andere Arbeiten, die die Firma geplant hatte, nach hinten verschoben werden. „Da haben wir schon vor Tagen bei Kunden angerufen und gesagt, dass wir mit Sicherheit zu einigen Notfällen rausfahren müssen“, erklärt Christina Gohl.

Sogar Anrufe aus Wilhelmshaven und Oldenburg habe sie bekommen. „Da mussten wir leider absagen. Den Rest hier aus der Gegend wollen und werden wir aber bearbeiten. Genug Material dafür ist da.“

Ebenfalls zu Notfällen anrücken musste die Firma Dannemann. Geschäftsführer Heinfried Dannemann sagt: „Wir waren das ganze Wochenende on Tour. Ich wurde beispielsweise spät am Sonnabend angerufen, ob ich Sonntag in einem Wohnheim das Dach reparieren kann. Einige Stammkunden haben meine Nummer und mich am Wochenende angerufen.“

Folgeschäden müssen vermieden werden

Für Dannemann zählen vor allem die Notfälle, bei denen droht, dass Wasser durch undichte Dächer in Gebäude fließt. „Da kann es zu Folgeschäden kommen. Deswegen müssen wir dort schnell handeln“, betont der Dachdecker.

In seinem Betrieb hat er insgesamt neun Mitarbeiter. Gearbeitet wird am Wochenende normalerweise nicht. Das war diesmal anders. Anders war auch, dass Dannemann selbst richtig mit anpacken musste. „Seit 20 Jahren fahre ich nicht mehr mit raus. Wegen der vielen Aufträge musste ich mal wieder los, weil nicht jeder meiner Mitarbeiter am Sonntag erreichbar ist“, erzählt er. Heinfried Dannemann übernimmt als Chef sonst administrative und koordinative Aufgaben.

Er hat wegen der Reparaturarbeiten aufgrund von Sturmschäden keine Materialengpässe zu beklagen. „Wir haben ein großes Lager. Darauf konnten und können wir zurückgreifen. Meist mussten wir Dachziegel erneuern. Das war kein Problem“, erklärt der Dachdecker. Mit seinen Mitarbeitern will er sich um alle Sturmschäden kümmern und musste bisher niemandem absagen, der davon betroffen war.

Firmen sind mit Aufträgen ausgelastet

Insgesamt sind die Syker Dachdecker-Firmen mit Aufträgen über Monate ausgelastet. „Wir haben derzeit bis in den Sommer zu tun und keine Probleme, uns Aufträge zu suchen“, betont Christina Gohl. 13 Dachdecker arbeiten für die Firma. Ebenfalls keine Probleme, an Arbeit zu kommen, hat Heinfried Dannemann. Er sagt: „Wir sind gut ausgelastet, so wie alle Dachdecker-Firmen. Das Bauwesen boomt.“

Wie lange es noch dauern wird, alle Sturmschäden zu beseitigen, kann Dachdecker Gary Weber von der Firma Dannemann nur vermuten: „Ich denke, damit werden wir noch Monate beschäftigt sein.“

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