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Syker Bürgermeisterinnen in Rumänien zu Gast

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Bürgermeisterinnen im Dialog: Zsusanna Marton und Suse Laue.

Syke - Von Michael Walter. „Wie geht ihr vor, wenn...“ – das war die meistgestellte Frage zwischen Bürgermeisterin Suse Laue und ihrer Amtskollegin Zsusanna Marton aus Agris in Rumänien. Dort war die Syker Verwaltungs-Chefin von Freitag bis Montag zu Gast.

Ein nicht ganz alltäglicher Besuch, denn bis dahin kannten sich beide Seiten persönlich gar nicht. „Zsusanna Marton ist seit 2016 Bürgermeisterin von Agris“, erklärt Laue. Agris ist ein 2000-Einwohner-Dorf knapp 20 Kilometer außerhalb der Kreisstadt Satu Mare (Deutscher Name: Sathmar) im Dreiländereck Rumänien-Ungarn-Ukraine. „Sie hatte mich voriges Jahr schon nach Rumänien eingeladen, nachdem sie über einen Zeitungsartikel auf mich aufmerksam geworden war“, fährt Laue fort. Letztes Jahr habe sie noch eine Absage erteilt. Als sie dieses Jahr erneut eine Einladung erhielt, fuhr Laue hin – mit Genehmigung des Rats sowie Verstärkung durch die ehrenamtlichen Bürgermeisterinnen Edith Heckmann und Gabriele Beständig.

Als praxisorientierten Gedankenaustausch könnte man das Treffen vielleicht bezeichnen. Auf der Agenda standen hauptsächlich Themen wie Gewerbegebiete, Trinkwasser und Abwasser, Biogasanlagen, Schulen und Kindergärten. Die Verständigung war übrigens kein Problem: Bis heute gibt es in der Region eine deutschsprachige Minderheit, und Zsusanna Marton spricht laut Suse Laue selbst hervorragend Deutsch.

So sieht es im Norden Rumäniens auf dem Land noch häufig aus. Das Trinkwasser für die Bewohner dieses Hauses kommt noch aus dem eigenen Ziehbrunnen. 

Laue betont: Die Gespräche seien keineswegs eine Einbahnstraße gewesen – nach dem Motto: Rumänien fragt, Deutschland antwortet. Sie sei sehr beeindruckt gewesen, wie es ihrer rumänischen Kollegin gelinge, mit wenig Geld und einfachen Mitteln Dinge zu bewegen.

„Zum Beispiel, wenn es darum geht, irgendwo einen Bürgersteig zu verlängern oder einen Spielplatz auszustatten“, führt Laue aus. „Bei uns bedeutet das Planungsleistungen ohne Ende und einen sehr langwierigen verkopften Prozess mit furchtbar vielen Vorschriften. Dort wird viel mehr aus der Idee heraus umgesetzt.“ Was allerdings auch durchaus Nachteile mit sich bringt. „Bürgerbeteiligung ist dort zum Beispiel ein Fremdwort.“

Nicht alle Erwartungen hätten die Syker erfüllen können, sagt Laue. Etwa Abnehmer für das Bioobst und -gemüse aus Agris zu vermitteln. Indes: Es wird weiter Kontakt geben. Die Einladung zum Gegenbesuch steht. Einen Termin gibt es noch nicht.

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