Gutachterausschuss präsentiert Entwicklung der Bauland- und Immobilienpreise

Das Syker „Beton-Gold“

Mit Hilfe einer Leiter illustrieren Yvonne Aufderheide, Florian Brauer und Helmut Weiß (v.l.) das Preisgefälle im Nordkreis. Nach wie vor sind Stuhr und Weyhe – wenig überraschend – die Gemeinden mit den höchsten Immobilien- und Grundstückspreisen. - Foto: Husmann

Syke - In Zeiten niedriger Zinsen lohnt es sich nicht, das Geld aufs Konto zu legen. Das Bild vom „Beton-Gold“ gilt in diesen Monaten mehr denn je: Immobilien und Grundstücke sind begehrt. Das schlägt sich in unverändert hohen Preisen nieder – auch in Syke.

„Die Nachfrage ist riesengroß“, erklärt Florian Brauer. Der Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte (GAG) hat gestern den aktuellen Grundstücksmarktbericht für die Nordgemeinden des Landkreises präsentiert.

Über insgesamt vier Landkreise erstreckt sich der Zuständigkeitsbereich des Ausschusses. Im Jahr 2015 erfasste der GAG allein im Landkreis Diepholz 1746 Kaufverträge, davon gut 80 Prozent von bebauten Grundstücken und Eigentumswohnungen. Daraus ergibt sich alljährlich eine aufschlussreiche Landkarte der Grundstücks- und Immobilienpreise.

Auffallend zunächst: Die Anzahl der Verträge über bebaute Grundstücke stieg 2015 nur um 1,8 Prozent, dabei wuchs allerdings der Geldumsatz um rund ein Viertel auf 292 Millionen Euro.

Nach wie vor stellen die drei Nordkreis-Kommunen Stuhr, Weyhe und Syke die Spitze des Preisbergs dar. Gerade für Häuser jüngeren Datums müssen Käufer tiefer in die Tasche greifen als noch ein Jahr zuvor. Ein freistehendes Ein- oder Zweifamilienhaus (Baujahr 2000 bis 2012) kostete mit rund 303 000 Euro noch einmal 12 000 Euro mehr als vor einem Jahr. Zum Vergleich: Im übrigen Landkreis liegt der Preis für ein derartiges Kaufobjekt im Schnitt nur bei 196 000 Euro.

Ähnlich gestaltet sich die Entwicklung bei neuen Eigentumswohnungen: Jede der im Erfassungszeitraum verkauften Wohnungen (Baujahr ab 2013) erzielte einen Preis von durchschnittlich 205 000 Euro – das ist ein Plus von 28 000 Euro!

Für Wohnbauland vermeldete Brauer ein „weiterhin hohes Niveau“ für Stuhr, Weyhe und Syke. Da allerdings viele Baugebiete in außerstädtischen Bereichen und kleinen Ortschaften der Kommunen lagen, sanken die Preise leicht. Ganz anders in Bassum und Twistringen: Dort stiegen die Preise deutlich und fast flächendeckend um 13 bis 19 Prozent an.

Immobilien und Bauland sind beliebt – nicht nur für die eigene Lebensplanung, sondern immer häufiger auch als Renditeobjekt. Das verdeutlicht ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen fünf Jahre: Seit 2010 sind die Preise für Wohnbauland in Syke um 22 Prozent gestiegen, erklärte Brauer. Im Bereich der Eigentumswohnungen liegt die Steigerung bei rund 30 Prozent.

„Man kann einen Trend in Richtung Sachwerte erkennen“, umschreibt es Helmut Weiß, Leiter der Regionaldirektion Sulingen-Verden beim Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN). Das Syker „Beton-Gold“ hatte auch im Jahr 2015 Hochkonjunktur.

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