Emotionen auf CD: „Nearly Faded“

Syker Band Nëst bringt erstes Album auf den Markt

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Die Band Nëst besteht aus (v.l.) Sören Tesch, Matthias Pique und Lars Brockob.

Syke - Von Michael Walter. Treffen sich ein Punker, ein Souler und ein Hardrocker und machen zusammen Musik. Das ist keineswegs der Anfang eines Kalauers, sondern vielmehr die Entstehungsgeschichte der Band von Lars Brockob, Sören Tesch und Matthias Pique. Unter dem Namen Nëst spielen sie seit 2016 zusammen. Am 1. Juni bringen sie ihr erstes Album raus. Titel: „Nearly Faded“.

Sieben Songs sind drauf, insgesamt 36 Minuten Instrumentalmusik. Piano, Bass und Schlagzeug plus einem elektronischen Sahnehäubchen. Startauflage: 500 CDs. Plus Download-Möglichkeiten auf etwa 260 Internet-Plattformen.

Nein: Auf keinen Fall ist das Jazz, was sie da machen, betonen die Drei. Einen Begriff zu finden, unter den sie ihre Art von Musik zusammenfassen würden, fällt ihnen selbst schwer. Allein schon, weil sie in keine Schublade passt. „Wir wollen Emotionen transportieren“, sagt Lars Brockob. 

Der 37-Jährige ist der Punker von den Dreien. Den ein Jahr älteren Matthias Pique kennt er von der Arbeit. Beide verdienen ihre Brötchen als Erzieher in Barrien. Pique ist der Schwermetaller unter ihnen. Und nebenbei auch noch die eine Hälfte des Duos Matt & Basti, das sich in der Region mit Kindermusik einen Namen gemacht hat. Nëst hat mit beidem nur wenig zu tun. Der Dritte im Bunde ist Profi-Musiker: Sören Tesch (41), der Souler, arbeitet als Kirchenmusiker.

Tiefe und herzliche Freundschaft

So unterschiedlich die musikalische Herkunft der Drei und so verschieden die Charaktere: Sie verbindet eine tiefe und herzliche Freundschaft. Und die Musik ist im Grunde lediglich ein Nebenprodukt der Zeit, die sie miteinander verbringen. „Wir setzen uns nicht zu einer vorgegebenen Zeit in den Probenraum und sagen: So, jetzt müssen wir aber was produzieren“, erzählen sie. „Es kann sein, dass wir drei Stunden zusammen mit dem Fahrrad durch den Wald fahren, uns irgendwo hinsetzen und die Stimmung auf uns wirken lassen. Und dann gehen wir hinterher in den Probenraum und versuchen, unsere Eindrücke in Klängen wiederzugeben.“

Das können auch schon mal zwei Stunden am Stück werden. Von denen sie dann hinterher vielleicht nur einige wenige Sequenzen gut genug finden, um sie weiter auszubauen. „Das wird später am Mischpult ausproduziert“, beschreibt Lars Brockob. „Vielleicht spielen wir einzelne Teile dazu neu ein. Und dann wird alles fertig ausarrangiert.“

Musik zum bewussten Zuhören

„Das ist ein ständiger Prozess“, sagt Sören Tesch. Und Matthias Pique ergänzt: „Wir arbeiten dabei auf keine Zielgruppe hin. Wir machen das, was uns gefällt.“

Das Ergebnis ist Musik zum bewussten Zuhören. Sehr ruhig, sehr organisch, manchmal ein bisschen sphärisch. „Am besten: Augen zu und Kopfhörer auf“, sagt Tesch. „So ‘n bisschen im Hintergrund plätschern, das funktioniert nicht.“

Matthias Pique erzählt: „Meine kleine Tochter hat das Album gehört und gesagt: ,Papa, das ist so schön – und gleichzeitig so traurig.'“ Und Sören Tesch ergänzt: „Wenn ein kleines Kind so was mit unserer Musik verbindet, dann kann das, was wir machen, so verkehrt nicht sein.“

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