Am Montag startet eine Online-Umfrage

Mit Einzelhandelskonzept zur neuen Syker Innenstadt

Stichwort Aufenthaltsqualität: Wie kann Syke es schaffen, die Innenstadt wieder mit Leben zu befüllen – auch jenseits der großen Märkte (Bild links)? Der Alltag sieht eher aus wie das rechte Bild. Befragungen sollen nun beim Finden der richtigen Antworten helfen.
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Stichwort Aufenthaltsqualität: Wie kann Syke es schaffen, die Innenstadt wieder mit Leben zu befüllen – auch jenseits der großen Märkte (Bild links)? Der Alltag sieht eher aus wie das rechte Bild. Befragungen sollen nun beim Finden der richtigen Antworten helfen.

Fakten statt Bauchgefühl: Das soll ab jetzt in Politik und Verwaltung das Motto sein, wenn es um die Gestaltung der Innenstadt geht. Deshalb lässt die Stadtverwaltung jetzt ein Einzelhandelskonzept erstellen.

Syke - Das die Stadt Syke ein Einzelhandelskonzept erstellt, geschieht nicht ganz freiwillig: „Das ist eine Vereinbarung mit dem Kommunalverbund“, erklärt Erster Stadtrat und Wirtschaftsförderer Thomas Kuchem. Und damit eine vertragliche Verpflichtung.

Eine, die die Stadt schon lange hätte einlösen sollen. Bürgermeisterin Suse Laue: „Wir hatten 2019 bereits die Mittel dafür im Haushalt bereitgestellt. Da hatten wir bloß keine Zeit dafür. Aber wir sind ganz glücklich, dass es erst jetzt dazu kommt. Denn sonst hätten wir den Stand vor Corona und müssten das Konzept jetzt schon wieder überarbeiten.“

Das fertige Konzept soll einen Überblick geben: Was ist der Ist-Zustand der Innenstadt? Wie sollte er sein? Und wie kommen wir da hin?

Online-Umfrage startet am Montag

Erste Antworten soll eine Online-Befragung liefern, die das von der Stadt beauftragte Planungs- und Gutachterbüro Stadt+Handel aus Dortmund durchführt. Sie steht ab sofort für drei Wochen bis einschließlich 2. April auf der Homepage der Stadt.

„Jeder kann dabei mitmachen, auch wenn er gar nicht in Syke wohnt“, sagt Thomas Kuchem. Und er betont: „Das ist keine Marketing-Umfrage von einem Meinungsforschungsinstitut, wie man sie häufig in seiner E-Mail findet. Das ist Bürgerbeteiligung. Die Antworten haben direkten Einfluss auf das Ergebnis. Macht davon Gebrauch! Macht mit!“

Auch die Meinung von Nicht-Sykern ist ausdrücklich gefragt. „Wir sind ein Mittelzentrum und haben damit eine Versorgungsfunktion über Syke hinaus“, erläutert Kuchem.

Warum kommen die Leute in die Innenstadt? Wie oft? Und mit welchem Verkehrsmittel? Und genauso wichtig: Warum kommen sie nicht? Was vermissen sie? Was fehlt ihnen? Um diese Fragen geht es hauptsächlich.

Konzept wäre neues Steuerungsinstrument

Den Sinn dahinter erläutert Kuchem mit einem altbekannten Beispiel: „Seit ich in Syke bin, höre ich da immer wieder vom fehlenden Herrenausstatter.“ Die Umfrage soll aufzeigen, ob das nur ein verbreitetes Bauchgefühl ist oder ob es tatsächlich einen Bedarf dafür gibt.

Mal angenommen, der Bedarf bestätigt sich: Dann hätte Syke das zwar schwarz auf weiß, aber immer noch keinen Herrenausstatter. An dieser Stelle käme aber das fertige Einzelhandelskonzept ins Spiel. Denn das ginge noch einen Schritt weiter: Es würde den Bedarf nachweisen und quantifizieren – also zeigen, wie hoch der Bedarf genau ist – und gleichzeitig die Möglichkeiten aufzeigen, an welchen Stellen dieser Bedarf gedeckt werden könnte. Sprich: An welcher Stelle so ein Herrenausstatter am besten anzusiedeln wäre. „Das wäre dann ein Steuerungsinstrument“, sagt Kuchem. Und als Argument ein Pfund, mit dem die Stadt beim Werben um ein Unternehmen wuchern könnte.

Die Ergebnisse der Online-Umfrage sind im fertigen Konzept nur ein Baustein von vielen. Ein zweiter wird eine Direktumfrage in der Innenstadt sein, die sich im April anschließt. Kuchem: „Auch wer schon bei der Online-Befragung mitgemacht, kann hinterher trotzdem bei der Passanten-Befragung mitmachen. Das sind unterschiedliche Sachen, die uns helfen sollen, ein möglichst gutes Bild zu bekommen.“

Im Dezember soll das Konzept stehen

Einen dritten Baustein liefert die Verwaltung selbst in Form von Plänen und Daten: Welche Baugebiete gibt es in Syke? Welche Gewerbeflächen? Welche kommen noch dazu? Wie sind die Verkehrsströme? Im Dezember soll das fertige Konzept stehen.

Mit der gegenseitigen Verpflichtung, solche Einzelhandelskonzepte zu erstellen, verfolgen die Partnergemeinden im Kommunalverbund ein strategisches Ziel: Diese lokalen Konzepte bieten den Unterbau für das regionale Einzelhandelskonzept des Kommunalverbunds. Suse Laue: „Die Zentren sollen gestärkt werden, aber die Kommunen sollen sich nicht gegenseitig schwächen.“

Laue verspricht sich noch mehr davon: „Wir wussten schon vor Corona, dass wir andere Akzente setzen müssen. Die Herausforderung wird nach Corona noch größer sein. Wir haben dadurch aber auch die Chance, die Innenstadt jetzt in eine andere Richtung zu entwickeln.“

Einzelhandel werde dabei zwar weiter eine wichtige, aber nicht mehr die wichtigste Rolle spielen. Und da ist die Bürgermeisterin ganz schnell wieder bei einem ihrer Lieblingsthemen: Aufenthaltsqualität. „Die Innenstadt muss ein Ort sein, wo man gerne hinkommt, sich mit anderen Leuten trifft und an dem man gerne eine Weile bleibt.“

Online-Umfrage auf www.syke.de

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