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Syke: Unverständnis über Informationspolitik zur dreiwöchigen B6-Sperrung

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Von: Frank Jaursch

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Famila-Marktleiter Dennis Jankowski zeigt die Umleitungsstrecke, die von Norden auf den Parkplatz des Hachepark-Centers führen soll.
Famila-Marktleiter Dennis Jankowski zeigt die Umleitungsstrecke, die von Norden auf den Parkplatz des Hachepark-Centers führen soll. © Frank Jaursch

Die Bundesstraße 6 in Syke wird ab Montag, 26. September, für rund drei Wochen auf einem kurzen Abschnitt gesperrt. Das sorgt allerdings für Probleme bei den Einzelhändlern im Hachepark-Center, die massive Umsatzverluste befürchten. Händler und Stadtverwaltung sind zudem über die Informationspolitik der Behörden verärgert.

Syke – Es sind nur rund 200 Meter Asphalt, die von Montag an in Syke erneuert werden sollen. Aber die Auswirkungen könnten – wenn die Befürchtungen einiger Betroffener eintreten – erheblich werden. Eine Nachfrage bei einigen Betrieben vor Ort ergab am Freitag eine Mischung aus Sorge, Hektik, Fassungslosigkeit und Fatalismus.

Zum Hintergrund: Die für Montag angekündigte Vollsperrung der B 6 beim Hachepark-Center, von der Straßenbaubehörde in Nienburg am Donnerstag in einer dürren Pressemitteilung angekündigt, schneidet das gesamte Einzelhandels-Areal quasi ab: für die Kundschaft, aber auch für die Anlieferung von Waren.

Abenteuerliche Umleitungsstrecke

Wer in den kommenden drei Wochen den Hachepark-Parkplatz erreichen möchte, muss entweder über privaten Grund fahren – oder eine der Ausweichstrecken durch die Syker Innenstadt nutzen, die man mit etwas Fantasie durchaus als „abenteuerlich“ bezeichnen könnte.

So jedenfalls sieht es in etwa die Umleitungsstrecke vor, die Famila-Marktleiter Dennis Jankowski vorliegen hat. Gut zwei Kilometer Umweg, optimistisch geschätzter Mehraufwand: etwa neun Minuten. „Wir versuchen, uns zu organisieren“, umschreibt er es diplomatisch. Dabei geht es erst mal vor allem um die Lkw, die den großen Einzelhändler, aber auch die Discounter wie Aldi und Lidl mit Waren beliefern – rund 50 jede Woche allein für Famila. „Da werden einige ab Montag Probleme bei der Routenfindung haben“, ahnt Jankowski.

Halbseitige Sperrung nicht möglich

Von der Sperrung erfahren hat er übrigens nicht etwa von der Landesstraßenbaubehörde, sondern von Sykes Erstem Stadtrat Thomas Kuchem, der am Donnerstagmittag die spärlichen Informationen, die bei der Stadtverwaltung vorlagen, fotokopiert und persönlich bei den Betrieben verteilt hatte.

Seit Freitag stehen die Hinweisschilder für die ab Montag bevorstehende B 6-Sperrung in Syke. Der Durchgangsverkehr wird weiträumig umgeleitet.
Seit Freitag stehen die Hinweisschilder für die ab Montag bevorstehende B 6-Sperrung in Syke. Der Durchgangsverkehr wird weiträumig umgeleitet. © Frank Jaursch

Die Stadt Syke, so berichtet Kuchem, habe in der vergangenen Woche lediglich einen Entwurf für die weiträumige Umleitung des Verkehrs bekommen – und in Nienburg nachgefragt, ob nicht auch eine halbseitige Sperrung möglich sei. Dieser Vorschlag sei aber von Nienburg aus abgelehnt worden, erzählt Kuchem – nicht zuletzt wegen eines tödlichen Unfalls, der sich vor Kurzem bei einer solchen halbseitigen Sperrung ereignet habe.

Die Info über die tatsächliche Sperrung habe die Stadt dann erst diesen Mittwoch erreicht – und zwar nicht etwa von der Straßenbaubehörde, sondern von der Verkehrsbehörde des Landkreises Diepholz.

Verärgerung über Informationspolitik

Kuchem selbst war auch am Freitag noch ungehalten über die Informationspolitik aus Nienburg. Er erinnerte an die „massivsten Beschwerden“, die sich die Landesbehörde bei der jüngsten B 6-Sperrung auf Syker Grund und Boden im Jahr 2017 anhören musste. Damals hatten Einzelhändler bei der Sperrung in Barrien moniert, dass ein Austausch mit der Landesbehörde für Straßenbau faktisch nicht stattgefunden habe.

Umgehungsmöglichkeiten

Von Süden:
An der Kafu-Kreuzung links auf die Ernst-Boden-Straße – rechts in die Georg-Hoffmann-Straße – rechts in die Louise-Chevalier-Straße – rechts auf die Hauptstraße, dann sofort links auf Zum Hachepark.

Von Norden:
Auf die Syker Nordumgehung (L 340) – geradeaus auf Siemensstraße – links in die Nordwohlder Straße – rechts auf Am Winklerfelde – links auf Bassumer Landstraße / Ernst-Boden-Straße – links in die Georg-Hoffmann-Straße – rechts in die Louise-Chevalier-Straße – rechts auf die Hauptstraße, dann sofort links auf Zum Hachepark.

Kuchem berichtet von der damaligen Zusage aus Nienburg, dass man eine „Verbesserung in der Kommunikation“ anstrebe. „Die angestrebte Verbesserung in der Kommunikation kann ich beim besten Willen nicht erkennen“, so Kuchem jetzt.

Auch Famila-Chef Dennis Jankowski bemängelt die „miserable Kommunikation“ der Landesbehörde. Wie er hätten sich auch viele andere betroffene Marktleiter eine längere Vorlaufzeit gewünscht, um sich auf die außergewöhnliche Situation vorbereiten zu können.

Wochenmarkt schafft zusätzliche Probleme

Aus den Kreisen der ansässigen Discounter wird signalisiert dass man mit deutlichen Umsatzeinbußen rechne. „Das wird ein Drama“, mutmaßt die Niederlassungsleiterin eines der anderen Hachepark-Einzelhändler.

Damit könnte zum einen das Drama der 40-Tonner gemeint sein, die sich durch die Innenstadt wälzen müssen – oder auch das Drama der ausbleibenden Kunden, etwa am Samstag, dem für viele umsatzstärksten Wochentag. Denn am Samstag ist auch die zweite Zuwegung von der Hauptstraße gesperrt: Dann ist dort Wochenmarkt.

Und der kann weder einfach so abgesagt noch verschoben werden, betont Thomas Kuchem. „Das Marktgelände ist ja als solches definiert und könnte nur durch einen Ratsbeschluss verändert werden.“

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