Unter Beteiligung der Einwohner

Wachsen oder nicht? Syke schmiedet an der Zukunft

Immer noch als Bauland im Flächennutzungsplan ausgewiesen: der Hoyaer Berg. Dabei hat sich die Politik schon 2012 von der Idee verabschiedet, aus der Fläche zwischen Siebenhäuser und B 6 ein Neubaugebiet zu machen.
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Immer noch als Bauland im Flächennutzungsplan ausgewiesen: der Hoyaer Berg. Dabei hat sich die Politik schon 2012 von der Idee verabschiedet, aus der Fläche zwischen Siebenhäuser und B 6 ein Neubaugebiet zu machen. Archivbild: Detlef Voges

Wie soll Syke in 30 Jahren aussehen? In welche Richtung sollen sich die Stadt und ihre Ortsteile entwickeln? Darauf müssen Politik und Verwaltung eine Antwort finden.

Syke – Ein breit angelegtes Moderationsverfahren unter Beteiligung der Einwohner soll dabei helfen. Die Idee dazu stellte die Stadtverwaltung am Mittwochabend im Ortsrat für Gödestorf, Osterholz und Schnepke im Drei-Dörfer-Haus vor.

„Im Prinzip geht es dabei um die Frage: Soll Syke kleiner werden? Soll die Stadt so bleiben, wie sie ist? Oder soll Syke wachsen“, erklärte Bauamtsleiter Hein Sievers. „Das ist eine ganz wichtige Entscheidung!“ Und deshalb sollen auch „größtmöglich“ die Bürger dabei beteiligt werden.

Zu viel Widersprüchliches hat sich im Lauf von Jahrzehnten in Sachen Bau und Stadtentwicklung ergeben. Ein jüngeres Beispiel: Es gibt einen gültigen Ratsbeschluss, laut dem neue Baugebiete im Grunde nur noch entlang der „Siedlungsachse“ B 6 ausgewiesen werden sollen. Also nur noch in Heiligenfelde, im Kern-Ort Syke und in Barrien. Gleichzeitig berichten die Ortsräte von stetig steigenden Nachfragen nach Baugrundstücken auf den Dörfern.

Nächster Widerspruch: Auf den Dörfern sind derzeit praktisch keine Baugrundstücke mehr zu bekommen. Dabei sind laut Hein Sievers im Flächennutzungsplan sogar ausreichend große Gebiete als Bauerwartungsland ausgewiesen. Da ist es dann aber oft so, dass die Eigentümer gar nicht verkaufen wollen. Und das ist nicht bloß auf den Dörfern der Fall.

Hoyaer Berg in Syke immer noch als Bauland ausgewiesen

Der gesamte Hoyaer Berg ist immer noch im Flächennutzungsplan als Bauland ausgewiesen, obwohl sich die Politik bereits 2012 dagegen entschieden hat, dafür einen Bebauungsplan aufzustellen. „Wir müssen kritisch hinterfragen, ob alle Flächen, die heute als Bauerwartungsland ausgewiesen sind, das auch bleiben sollen“, so Sievers. „Es gibt in allen Ortschaften Bereiche, an die man heute sicher mit einer anderen Sichtweise herangehen würde als vor 30 Jahren. Ich glaube, dass heute einige Einschätzungen ganz anders ausfallen würden.“

Das Moderationsverfahren soll nach der Sommerpause beginnen. Oktober hält die Stadtverwaltung für realistisch. Und „es wird ein bisschen länger dauern“, ist Sievers sicher. „Weil wir uns so viele verschiedene Flächen anschauen müssen.“ Zwei Jahre schätzt er grob. „Wir müssen dann auch untersuchen: Was können unsere Straßen verkraften? Was kann unsere Kanalisation?“

Kläranlage hat noch Luft für 50.000 zusätzliche Bürger

Die Kläranlage wäre bei einem weiteren Wachstum der Stadt das geringste Problem. „Die hat noch viel Luft nach oben, seit Weser Feinkost nicht mehr da ist“, so Sievers. „Die Kapazität würde für 50.000 Einwohner reichen.“ Die Schwachstellen sieht er eher beim Rohrnetz und bei den Pumpstationen.

„Syke ist nicht nur der Stadtkern“, warf Ortsbürgermeister Andreas Schmidt ein. „Syke sind auch die Ortschaften. Vergesst mir die Ortschaften nicht!“ Auch die würden Bestandteil des Moderationsverfahrens, versprachen der Bauamtsleiter und seine Vorgesetzte, Bürgermeisterin Suse Laue.

Schöne Aussicht am Pennigbeck in Osterholz. Die Stadtverwaltung schlägt vor, für dieses Gebiet eine Außenbereichssatzung zu erlassen. Die würde ermöglichen, dass in überschaubarem Rahmen neue Wohnbebauung zulässig wäre. Der Ortsrat ist einstimmig dafür.

Zuvor hatte der Ortsrat ein Planänderungsverfahren für einen Bereich auf seinem eigenen Gebiet eingeleitet: Die Verwaltung hatte vorgeschlagen für den Pennigbeck eine Außenbereichssatzung zu erlassen. Damit wäre es möglich, dort in überschaubarem Maß Bauland auszuweisen. „Bauen ist im Außenbereich nicht erlaubt“, erklärte Hein Sievers. Eine Außenbereichssatzung ist die Ausnahme von dieser Regel. Sie ist nur dort zulässig, wo es bereits einen erheblichen Altbestand an Bebauung gibt. Und das ist laut Sievers am Pennigbeck der Fall. „Das Gebiet war in den 90ern schon mal als Bauland im Flächennutzungsplan ausgewiesen. Den hatte uns die damalige Bezirksregierung aber nicht genehmigt.“ Der Ortsrat hat sich seit 2015 erneut mit diesem Gebiet beschäftigt und in acht Sitzungen darüber beraten. Jetzt votierte er einstimmig für den Vorschlag der Verwaltung. Nur Hennig Greve (Grüne) war dagegen. Er ist im Ortsrat aber lediglich beratendes Mitglied ohne Stimmrecht.

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