Wissen, was los gewesen sein wird:

Der erste echte „Rückblick“ auf das Syker Jahr 2021: Wachendorfer Babyboom und (k)ein Edeka

Überraschung im Rathaus: Bei der Bürgermeisterwahl gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
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Überraschung im Rathaus: Bei der Bürgermeisterwahl gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Syke – „Wissen, was los ist“: Unter diesem Motto versorgt die Kreiszeitung ihre Leserschaft mit aktuellen Neuigkeiten aus aller Welt – und aus den Städten und Gemeinden dieser Region. Den Wahlspruch unserer Zeitung können wir (zur Freude von Glaskugelsehern und Grammatikfetischisten) mit diesem Artikel erweitern – bei unserem ultimativen, garantiert ersten Jahresrückblick für das Jahr 2021 heißt es: „Wissen, was los gewesen sein wird“. Alle Angaben ohne Gewähr!

Januar

Der Lockdown hat Syke fest im Griff. Die Straßen der Innenstadt sind wie leergefegt. Auf dem Polizeikommissariat meldet sich der Fahrer eines weißen Lieferwagens mit einer Beschwerde: Er werde durch das Coronavirus an seinem Hobby gehindert, fremde Kinder auf der Straße anzusprechen. Die Beamten reagieren nicht unbedingt verständnisvoll.

Wegen des strengen Wintereinbruchs zum Jahresanfang verschiebt sich der Beginn der Bauarbeiten am Edeka-Markt in Barrien auf das Frühjahr.

Februar

Auf dem geplanten Neubaugebiet neben dem Syker Hallenbad wird eine kleine Population Mond-Azurjungfern entdeckt – eine als ausgestorben geltende Libellenart. Die politischen Reaktionen reichen von „Ach, die paar Viecher. Hat die in den letzten Jahren irgendwer vermisst?“ (Reinhard H.) bis zu „Das ist der Goldhort unseres Jahrhunderts!“ (Henning G.)

Die Bauplanungen werden daraufhin vorerst auf Eis gelegt. Mit einer Ausnahme: Die handwerklich begabten ehrenamtlichen Helfer von „Rund ums Syker Rathaus“ bieten an, über dem Fundort der Insekten ein Fachwerkhaus zu bauen. Warum auch immer. Die Grünen sind übrigens dagegen: „Für so einen Fachwerkbau gibt es in Syke bessere Plätze als ausgerechnet dort.“ Sie beantragen im Rat: Die Stadtverwaltung solle umgehend ein Fachwerkkonzept ausarbeiten.

März

Die neu gegründete Bürgerinitiative „Syker Regen für alle Syker“ fordert einheitliche Niederschlagsmengen auf beiden Seiten der Bundesstraße. Fassungslose Einwände des Ratsvorsitzenden („Aber das liegt doch völlig außerhalb unserer Macht!“) wischen die Initiatoren mit Hinweis auf gut 1500 gesammelte Unterschriften weg.

Starke Regenfälle verwandeln das Stadtgebiet dann tatsächlich auf beiden Seiten der B 6 in eine Schlammlandschaft. Leider auch den Baugrund beim Edeka-Markt in Barrien. Das Gelände ist für schwere Baumaschinen wochenlang nicht befahrbar. Der Baubeginn wird auf Mitte Mai verschoben.

Der Frühlingsmarkt der Syker Werbegemeinschaft fällt in diesem Jahr aus. Aber nicht wegen Corona, sondern die Grünen sind dagegen: „Für so einen Frühlingsmarkt gibt es in Syke tausend besser geeignete Plätze als ausgerechnet die Innenstadt“, heißt es aus der Fraktion. Die Stadt solle ein Konzept erstellen und eine Planstelle für einen hauptamtlichen Marktmanager schaffen, der mit der Werbegemeinschaft die Möglichkeiten auslotet.

April

Beim Reparieren eines Vorkriegs-Staubsaugers findet Friedrich Rauschenberger vom Reparaturcafé im Beutel eine „Syker Halbierung“ – eine außergewöhnlich seltene Briefmarke aus dem Jahr 1873. Ein Mitarbeiter im Café Alte Posthalterei wirft sie weg. „Die war eh nur noch halb und auch schon abgestempelt.“ Noch Tage später ist verzweifeltes Schluchzen aus dem Haus von Manfred Bartsch, dem ersten Vorsitzenden des Briefmarkensammlervereins, zu hören.

Mai

Bei der zweiten Auflage des Hachelaufs in Syke kommt es zu einem überraschenden Ergebnis. Ein maskierter Läufer im Königs-Kostüm distanziert die Laufelite der Region und holt sich den Sieg. Als Grund für seinen Erfolg erklärt der Sieger: „Ich bin eben voller Energie!“ Auf seinen Namen angesprochen, äußert er sich mit einem Anagramm: „Mag Rennen, hab Krone!“ Syker Beobachtern kommt die Gestalt des Gewinners irgendwie vertraut vor.

Die Sanierung des Hallenbads in Syke beginnt. Das Gebäude wird dabei im Prinzip bis auf den Rohbau abgerissen und dann neu wieder aufgebaut. Wegen des extrem hohen Arbeitsaufwands müssen die beteiligten Gewerke – darunter zahlreiche Unternehmen aus Syke und umzu – Personal von anderen Baustellen abziehen. Etliche andere Projekte verzögern sich dadurch. Unter anderem der Baubeginn beim Edeka-Markt in Barrien.

Juni

Die Stadt benennt überraschend den Barrier Kirchen-Förderverein „Use ole Karken“ um. Der Name sei nicht mehr zeitgemäß, heißt es zur Begründung. Proteste von Mitgliedern der Kirchengemeinde sowie vom Kreisheimatbund verhallen ungehört, der Förderverein heißt ab sofort „Unsere kleine Farm“.

Juli

Die ausreichend hohe Impf-Rate der letzten Monate macht wieder Abschlussfeiern an den Syker Schulen möglich. Die Grünen sind allerdings dagegen: „Für solche Feiern gibt es bessere Orte als ausgerechnet die Schulen.“ Auf der letzten Ratssitzung vor den Sommerferien beantragen die Grünen, die Verwaltung möge dafür umgehend ein Konzept erstellen.

August

Das Kreismuseum vermeldet Rekordbesuche beim Forum Gesseler Goldhort. Insbesondere die Sonderausstellung, die sich mit dem möglichen Schicksal des ursprünglichen Eigentümers befasst, fesselt die Besucher. Liedermacher Rolf Zuckowski hat sich die Rechte gesichert und arbeitet bereits an einem Musical mit dem Titel „Tod eines Handlungsreisenden“.

September

Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Bürgermeisterwahl: Amtsinhaberin Suse Laue unterliegt denkbar knapp dem überraschend als Herausforderer angetretenen bisherigen Bauamtsleiter Hein Sievers. Laue spricht von Wahlmanipulation und setzt bei Gericht eine Neuauszählung der Stimmzettel durch. Durch diese Verzögerung steht übrigens niemand als Repräsentant der Stadt für den symbolischen ersten Spatenstich beim Edeka-Markt in Barrien zur Verfügung. Der Baubeginn verschiebt sich.

Bei der Gewerbeschau in Barrien sorgt der Werbering mit einer neuen Attraktion für Aufsehen. Der „Parachute Slingshot“ schleudert Besucher vom Gelände am Handelsweg, um sie anschließend irgendwo im Landkreis an einem Fallschirm hängend herunterschweben zu lassen. Werbering-Vorsitzender Christian Eilers kündigt an, in zwei Jahren mit der nächsten Attraktion „die Schwerkraft überwinden“ zu wollen. Ein Seufzen erklingt aus dem Syker Ordnungamt.

Wachendorfs Glöckner Hans-Hermann Lindhorst tritt von seinem Ehrenamt zurück. In den vergangenen Wochen musste er nahezu täglich am Abend die Glocke läuten, weil zehn Monate nach dem November-Lockdown in Wachendorf ein Baby-Boom eingesetzt hat. „Jeden Abend dieses Gebimmel – ich kann nicht mehr!“ Ortsbürgermeister Jochen Harries meldet schon mal erhöhten Kita-Bedarf an. Die Stadt erstellt vorsichtshalber ein Konzept. Für den Fall, dass die Grünen dagegen sind.

Überbeansprucht: Bei jeder Geburt eines Babys in Wachendorf muss Glöckner Hans-Hermann Lindhorst ran: Der Glockenturm läutet abends, um die gute Nachricht zu verbreiten. Der Babyboom sorgt im September dafür, dass Lindhorst sein Amt niederlegt.

Oktober

Auch die dritte Neuauszählung der Stimmen zur Bürgermeisterwahl bestätigt das Ergebnis: Suse Laue hat verloren. „Das ist nur durch massiven Wahlbetrug möglich gewesen“, sagt Laue und verbarrikadiert sich in ihrem Büro. Ihre treuesten Anhänger in ihrem Heimatwahlbezirk Schnepke ziehen in Erwägung, das Dorf aus der Stadt Syke auszugliedern. Daraufhin wird der Bau des Edeka-Markts in Barrien verschoben. Warum, versteht keiner. Aber niemand wundert sich.

Der erste Herbststurm des Jahres deckt im Stadtgebiet etliche Dächer ab und entwurzelt zahlreiche Bäume. Die Grünen protestieren: Für Stürme gebe es tausend besser geeignete Orte als Syke. Die Verwaltung möge ein Konzept erstellen.

November

Die Bürgerstiftung hat zu ihrem diesjährigen Bürgermahl mit Dieter Bohlen als Stargast einen Volltreffer gelandet. Zwei Stunden lang begeistert er 300 Gäste mit kurzweiligen Anekdoten. Erst als er zum Ende hin doch noch zu singen beginnt, merken die Besucher: Verdammt, das ist ja Matthias Reim.

Dezember

Bei dem großen Arequipa-Basar des Gymnasiums erwirtschaften die Schüler einen Rekorderlös von mehr als 40 000 Euro. Dem Berichterstatter fällt auf dem Rückweg zum Auto auf, dass er sein gesamtes Bargeld ausgegeben hat und außerdem ein Desinfektionsmittel-Spender am Eingang leer ist. Sein kritischer Bericht „Ausgespendet“ sorgt für überschaubare Begeisterung in der Schülerschaft.

Auf dem Barrier Weihnachtsmarkt tritt Investor Hero Brahms aus Leer als Weihnachtsmann auf. Als besonderes Geschenk verspricht er: Der Edeka-Markt in Barrien wird auf alle Fälle gebaut. Die ersten Arbeiten sollen gleich nach Ende der Frostperiode beginnen. Also Anfang 2022. Ganz bestimmt.

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