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Droht Syke eine Rattenplage? Stadt will Bekämpfung verstärken

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Eigentlich ja ganz niedlich, möchte man aber nicht im Keller oder in der Wohnung haben – schon gar nicht massenweise: eine Ratte.

Es werden mehr und mehr. Oder? An der Hauptstraße in Syke häufen sich in letzter Zeit die Sichtungen von Ratten. Hat Syke etwa eine Rattenplage? Jetzt soll es eine Informationsveranstaltung geben.

Syke – Sie übertragen Krankheiten, fressen alles an und gelten allgemein als ekelig: Ratten. Entlang der Hauptstraße häufen sich in letzter Zeit die Sichtungen. Hat Syke eine Rattenplage?

Fakt ist: Die Stadt hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Geld für die Bekämpfung ausgegeben als geplant. 7.000 Euro standen im Etat, 10.000 Euro sind’s geworden. Was darauf schließen lässt, dass sich zuvor die Ratten stark vermehrt hatten.

Für Bürgermeisterin Suse Laue kein Wunder. „Weil es zwei Jahre in Folge warme Sommer und keine richtigen Winter gegeben hat. Jetzt haben wir gerade den dritten Winter ohne längeren Frost.“

Mögliche Rattenplage in Syke: Rein rechnerisch 120.000 Tiere

Wie viele Ratten es gibt, weiß niemand. Es gibt keine zuverlässigen Schätzungen, weder auf örtlicher Ebene noch bundesweit. Die Bild-Zeitung kam 2014 mal auf 350 Millionen Tiere in Deutschland – hat aber nie verraten, worauf sich diese Zahl stützt. Das wären mehr als vier pro Einwohner. Rein rechnerisch würden dann in Syke etwa 120.000 Ratten leben.

„Ich glaube, wir wollen gar nicht wissen, wie viele es tatsächlich sind. Letztendlich leben Ratten überall, man sieht sie nur normalerweise nicht“, sagt Suse Laue. „Jetzt sieht man sie, weil es so viele geworden sind.“

Es gibt etwa 60 Rattenarten. Bei uns ist die Wanderratte die am meisten verbreitete. Sie hat in den letzten 200 Jahren die Hausratte fast vollständig verdrängt. Sie lebt am liebsten in Kellern, Ställen und besonders gerne am Wasser – also etwa an Flussufern, aber auch in der Kanalisation.

Im vergangenen Jahr wurde das Grundstück einer Familie in Lauenbrück (Kreis Rotenburg) praktisch über Nacht von zahlreichen Ratten heimgesucht nachdem ein nahe gelegenes Feld abgeerntet worden war.

Rattenbekämpfung ist auch für Privatleute verpflichtend

Die Stadt ist als Betreiber von Kläranlage und Kanalisation per Gesetz zur Rattenbekämpfung verpflichtet. Das ist aber auch jeder private Wohnungs- und Grundstückseigentümer. Vielen ist das nicht bewusst. Und wenn, wissen sie meist nicht, wie sie das machen sollen. Die Stadt beauftragt einen Kammerjäger, und Suse empfiehlt das dringend auch privat. Allein schon wegen des fachgerechten Umgangs.

Kursierenden Parolen, die Rattensichtungen an der Hauptstraße hätten vor allem etwas mit den Dönerläden dort zu tun, schiebt Laue einen Riegel vor. „Mit solchen Äußerungen sollte man sehr vorsichtig sein.“ Zumal Ratten zwar Allesfresser sind, normalerweise aber Getreide und andere pflanzliche Nahrung bevorzugen.

Um Ratten nicht anzulocken: Lebensmittelreste nicht offen liegen lassen

Grundsätzlich ist jeder gefordert, Lebensmittelreste nicht offen liegen zu lassen, im Klo runterzuspülen oder sie einfach in die Gegend zu werfen. Das gilt genauso für anderen Müll, der für Ratten interessant sein könnte. Zum Beispiel, weil sie ihn als Nistmaterial verwenden können.

„Wir werden zum Thema Ratten und Rattenbekämpfung eine öffentliche Informationsveranstaltung machen“, sagt Suse Laue. Der Termin wird noch bekannt gegeben.

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