Syker Verwaltungssitz evakuiert

Reichsbürger im Rathaus: Polizei übt für mögliche Gefahrensituation

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Mitarbeiter des Rathauses verlassen unter Aufsicht der Einsatzkräfte das Gebäude.

Syke - Gewaltbereite Menschen, die sich selbst nicht als Bürger der Bundesrepublik Deutschland verstehen, haben in den vergangenen Monaten häufig für Ärger gesorgt. Bei derartigen Vorfällen sind sogar schon Polizisten zu Tode gekommen. Um auf Situationen, in denen sich sogenannte Reichsbürger gegen Staatsbedienstete wehren, angemessen reagieren zu können, hat die Polizei in Syke am Dienstag eine Notfall-Übung absolviert.

Gegen 11.10 Uhr ertönten die Sirenen - die Evakuierung des Rathauses hatte begonnen. In dem Gebäude hatte sich ein selbsternannter Reichsbürger den Aufforderungen der Stadtverwaltung widersetzt. Die Situation drohte zu eskalieren. Die Mitarbeiter alarmierten die Polizeibeamten.

Als diese am Rathaus ankamen, reagierten sie - dem Übungsplan folgend - mit der Evakuierung des Verwaltungssitzes. Rund 70 Mitarbeiter mussten sich im gegenüberliegenden Gebäude der Kirchengemeinde versammeln, während die Polizei versuchte, die potenziell gefährliche Person im Rathaus festzusetzen.

Mann wollte Anweisungen nicht folgen

Nach rund 20 Minuten konnte die Übung erfolgreich beendet werden. Die Beamten konnten den wutentbrannten Mann festnehmen, als dieser das Büro eines Mitarbeiters verließ. Bei der Durchsuchung fanden die Polizisten ein Messer, das aber nicht zum Einsatz gekommen war.

Laut Angaben der Polizei wollte sich der Reichsbürger gegen einen Bescheid der Stadtverwaltung wehren. Darin wurde er aufgefordert, sein Grünbestand zu beschneiden, der die Verkehrssicherheit an seinem Grundstück beeinträchtigte. Die Stadt drohte mir Zwangsmaßnahmen. Da der Festgenommene die Autorität der Stadt nicht anerkannte, wollte er der Aufforderung nicht nachkommen.

Die Beamten gelang es, den Reichsbürger - gespielt von Holger Jungesblut - festzunehmen.

Als Reichsbürger werden Personen bezeichnet, die die geltenden Gesetze der Bundesrepublik nicht anerkennen und daher beispielsweise nicht bereit sind, Steuern zu zahlen oder Anweisungen von Polizisten Folge zu leisten. In Nürnberg ist kürzlich ein Reichsbürger aus Franken zu einer lebenslangen Haft verurteilt worden. Er hatte einen Polizisten getötet und zwei weitere verletzt, als diese anrückten, um von ihm gehortete Waffen zu beschlagnahmen.

In Deutschland soll es laut Verfassungsschutz derzeit etwa 15.000 sogenannte Reichsbürger und Selbstverwalter geben, darunter auch 900 Rechtsextremisten.

jdw/kom

Reichsbürger im Syker Rathaus: Polizei übt Gefahrensituation

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