Neubau am Steinkamp: Behörde schweigt

Syker Nachbarn sind skeptisch: „Wie an der Berliner Mauer“

Ein Meter Mauer, darauf ein Meter Erdreich, und darauf kommt dann erst das Haus: Ob das alles so rechtens ist, fragen sich die Nachbarn des Eckgrundstücks Steinkamp / Am Hang. Vom Zuständigen Bauamt beim Landkreis Diepholz haben sie darauf keine Antwort bekommen.
+
Ein Meter Mauer, darauf ein Meter Erdreich, und darauf kommt dann erst das Haus: Ob das alles so rechtens ist, fragen sich die Nachbarn des Eckgrundstücks Steinkamp / Am Hang. Vom Zuständigen Bauamt beim Landkreis Diepholz haben sie darauf keine Antwort bekommen.

„Und am Ende heißt es dann wieder: Das hat keiner so gewollt!“ Gernot Diergarten und ein paar Nachbarn beäugen schon seit längerem misstrauisch, was sich da an dem Baugrundstück auf der Ecke Steinkamp / Am Hang abspielt. Das Mistrauen hat einen Grund, und der liegt in der Vorgeschichte.

Syke – Früher stand an dieser Stelle mal ein Einfamilienhaus. Nachdem die Bewohner gestorben waren, wechselte das Grundstück den Besitzer. Der neue Eigentümer wollte dort ein großes Mehrparteienhaus errichten. Die Anlieger liefen Sturm dagegen, hatten auch große Unterstützung aus Politik und Verwaltung. Das Projekt kam nicht zustande, das Grundstück wurde geteilt. Auf dem einen Teil plant der Syker Unternehmer Ralf Borchers ein energieautarkes Haus, auf dem anderen Teil direkt an der Straßenecke will ein Paar einen Bungalow bauen. Eigentlich ganz harmlos. Wenn nicht dafür das Grundstück erheblich aufgeschüttet und terrassiert worden wäre.

Von oberhalb betrachtet, sieht die Aufschüttung des Baugrundstücks eigentlich gar nicht so schlimm aus.

Der Steinkamp ist eine der steilsten Straßen im Stadtgebiet. Der gesamte vorhandene Gebäudebestand von der B 6 bis zum Waldstadion passt sich der natürlichen Hanglage an. Das war auch auf diesem Eckgrundstück bisher der Fall. Mit der jetzt erfolgen Aufschüttung hat sich das aber radikal geändert. Zu radikal, wie Gernot Diergarten und etliche seiner Mit-Nachbarn finden. „Von oberhalb betrachtet, sieht das noch erträglich aus. Aber von unten ist es eine Katastrophe“, sagt Gernot Diergarten.

Direkt am Bürgersteig ist eine Stützmauer aus gut einen Meter hohen Betonteilen errichtet worden. Darüber ist nochmal ein Meter Erde aufgeschüttet. Und darauf kommt dann erst das Fundament des neuen Bungalows.

„Damit macht man die Gegend kaputt“, findet Gisela Langer, die im Haus auf dem oberhalb gelegenen Nachbargrundstück lebt. „Wenn man den Berg runter geht, hat man das Gefühl, man läuft an der Berliner Mauer lang.“ Und sie fragt sich wie auch Gernot Diergarten, ob das alles so rechtens ist.

Eine Antwort darauf hat sie von der zuständigen Baubehörde beim Landkreis Diepholz nicht bekommen. „Die haben gesagt, sie hätten mir gegenüber keine Auskunftspflicht. Weil noch die Querstraße zwischen uns uns dem Baugrundstück liegt, wären wir keine direkten Nachbarn. Ich finde das unmöglich!“

Der unterhalb gelegene Nachbar blickt dagegen von seinem Garten auf eine zwei Meter hohe Barriere.

Auch auf Nachfrage der Kreiszeitung hält sich der Landkreis Diepholz eher bedeckt: Nachbarn hätten ein Auskunftsrecht, wenn sie „von relevanten rechtlichen Beeinträchtigungen betroffen sind“, sagt Pressereferentin Mareike Rein. Dann muss die Behörde wohl der Meinung sein, dass so eine Beeinträchtigung hier nicht vorliegt. Mareike Rein weiter: „Neben der Bürgernähe für den vermeintlich Betroffenen gilt es auch, die Rechte des Eigentümers zu schützen. Dazwischen hat der Landkreis zu entscheiden. Derzeit prüft der Landkreis Diepholz, ob die Aufschüttungen der Baugenehmigung entsprechen.“ Das Ergebnis werde voraussichtlich in der kommenden Woche vorliegen.

Pikant: Es gibt für das gesamte Gebiet keinen aktuellen Bebauungsplan. Die Stadt ist dabei, einen aufzustellen. Bis der vom Rat beschlossen wird, gilt: Gebaut werden darf dort nur, wenn es dem Sinn des zukünftigen Bebauungsplans entspricht.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

An diesen vier Zipfeln endet Deutschland

An diesen vier Zipfeln endet Deutschland

Die heilende Kraft der Aloe vera

Die heilende Kraft der Aloe vera

Stadt der Gegensätze - In Mumbai ist das kein Klischee

Stadt der Gegensätze - In Mumbai ist das kein Klischee

Mit «Weltklasse-Torhüter»: Bayern macht Achtelfinale klar

Mit «Weltklasse-Torhüter»: Bayern macht Achtelfinale klar

Meistgelesene Artikel

„Adventskaletter“: Lisa Warneke aus Sudweyhe fertigt Brief-Adventskalender

„Adventskaletter“: Lisa Warneke aus Sudweyhe fertigt Brief-Adventskalender

„Adventskaletter“: Lisa Warneke aus Sudweyhe fertigt Brief-Adventskalender
Gemeinde Wagenfeld plant 7,5 Hektar großes Baugebiet an der Fritz-Cording-Straße

Gemeinde Wagenfeld plant 7,5 Hektar großes Baugebiet an der Fritz-Cording-Straße

Gemeinde Wagenfeld plant 7,5 Hektar großes Baugebiet an der Fritz-Cording-Straße
WhatsApp: Plötzlich ist das Konto weg

WhatsApp: Plötzlich ist das Konto weg

WhatsApp: Plötzlich ist das Konto weg

Kommentare