Streit mit Vermieter eskaliert völlig

Plötzlich ist die Haustür weg: Mieter fühlt sich aus Haus heraus gemobbt

Am Haus an der Schnepker Straße 8 wird massiv gebaut. Mieter Michael Scharf fühlt sich zum Auszug genötigt. Ganz links ist der Balkon zu sehen, von dem der Vermieter behauptet, er gehöre gar nicht zu Scharfs Wohnung.
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Am Haus an der Schnepker Straße 8 wird massiv gebaut. Mieter Michael Scharf fühlt sich zum Auszug genötigt. Ganz links ist der Balkon zu sehen, von dem der Vermieter behauptet, er gehöre gar nicht zu Scharfs Wohnung.

Michael Scharf hat Ärger. Ärger mit seinem Vermieter. Und seit Kurzem weder Wasser noch Strom noch Gas in seiner Wohnung. Und nun fehlt auch noch die Haustür.

  • Kein Wasser, kein Gas, kein Strom und keine Haustür in Syke-Schnepke.
  • Michael Scharf (56) fühlt sich von seinem Vermieter aus der Wohnung gemobbt.
  • Vermieter beruft sich auf Kündigung und Räumungsklage.

Schnepke – Das hätte sich Michael Scharf nicht träumen lassen: Mit 56 wohnt er wieder in seinem alten Kinderzimmer bei seiner Mutter in Syke. Seiner Wohnung an der Schnepker Straße 8 hat der Vermieter Strom, Gas und Wasser abgedreht. Scharf soll da raus. Und dagegen wehrt er sich mit Händen und Füßen. Scharf beruft sich auf einen gültigen Mietvertrag, der Vermieter auf eine rechtmäßige Kündigung und eine Räumungsklage, der das Amtsgericht Syke stattgegeben hat. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

Der Reihe nach: Ursprünglich hatten sich das Haus zwei Brüder geteilt. Als der eine starb, vermietete der andere die Wohnung des toten Bruders an Michael Scharf. Das war im März 2018. Inzwischen lebt Scharfs ursprünglicher Vermieter aber im Seniorenheim und seine Familie hat die Vormundschaft übernommen. Die Familie bezweifelt, dass der Senior zum Zeitpunkt der Vertragsunterschrift noch voll geschäftsfähig war. Sie focht den Mietvertrag an und kündigte Scharf. Der legte Widerspruch ein. Die Familie klagte auf Räumung und bekam vor dem Syker Amtsgericht Recht. Gegen dieses Urteil legte Scharfs Anwalt Berufung ein. Das Berufungsverfahren vor dem Landgericht Verden steht noch aus. Somit ist das Urteil des Syker Amtsgerichts noch nicht rechtskräftig.

Die Haustür ist ausgehängt, der Vorflur ist offen – und damit auch das Treppenhaus zur Wohnung von Michael Scharf. Der hat über seinen Anwalt inzwischen eine einstweilige Verfügung beim Amtsgericht erwirkt.

In der Zwischenzeit hat die Schnepker Familie das Haus aber verkauft. Neuer Eigentümer ist der Unternehmer K. aus Drebber, der seinen vollen Namen nicht in der Zeitung sehen möchte. „Ich bin nicht Privateigentümer“, sagt K. auf Nachfrage. Das Haus gehört einer Immobilienfirma, hinter der letztlich aber K. als entscheidende Person steckt.

„Herr Scharf weiß schon seit geraumer Zeit, dass er aus der Wohnung ausziehen muss. Aber er geht einfach nicht“, sagt K. „Er hat mehrfach gesagt: Ich gehe hier nicht lebendig raus, eher sprenge ich das Haus in die Luft.“ Das sei auch der Grund gewesen, weshalb er Scharf das Gas habe sperren lassen. Scharf bestreitet diese Aussage.

Streit um Mietverhältnis in Syke: Verkauf des Hauses führt zu viel Ärger

Mit dem Verkauf an K. hat für den 56-jährigen Dachdecker eine extrem stressige Zeit begonnen. Der neue Eigentümer hat begonnen, das Haus umzubauen.

Schwer zu durchschauen ist die Rolle, die ein Herr S. dabei spielt. Laut Michael Scharf hat S. sich ihm als neuer Mieter der anderen Wohnung und Beauftragter von K. vorgestellt. Nach anfänglich gutem Verhältnis sei der Ton aber rasch unangenehm geworden, so Michael Scharf. Das eskalierte zuletzt in mehreren Drohungen.

Ein Streitpunkt ist der Balkon, der zu Scharfs Wohnung gehört und den S. abreißen will. K. sagt: Der Balkon sei nicht Bestandteil von Scharfs Mietvertrag. Und S. hat Scharf mehrfach aufgefordert, den Balkon zu räumen. „Wenn du die Sachen nicht runter nimmst, musst du dich nicht wundern, dass die kaputt gehen. Ich habe dich jetzt mehrmals drauf ermahnt“, lautet etwa eine schriftliche Nachricht, die der Kreiszeitung vorliegt.

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Auf S. angesprochen, antwortet K.: „Ich habe kein Interesse, meine Familienverhältnisse offenzulegen.“ Laut Informationen der Kreiszeitung soll S. ein naher Verwandter von Ks Lebensgefährtin sein. Inwieweit S. im Auftrag des Eigentümers handelt, ist nicht bekannt.

Hauseingangstür ausgebaut – Anwalt: „Sowas geht gar nicht“

Vorige Woche hat S. die Hauseingangstür ausgebaut. Der Vorflur ist damit unverschlossen. Und somit auch der Zugang zu Scharfs Wohnung. „Sowas geht gar nicht“, sagt Scharfs Rechtsanwalt Rainer Jochem. „Der Vermieter versucht hier, vollendete Tatsachen zu schaffen. Das ist Nötigung und Hausfriedensbruch. Wir erwägen, Strafanzeige zu erstatten.“

Am Amtsgericht Syke hat Scharfs Anwalt eine einstweilige Verfügung erwirkt: Scharfs Wohnung muss unverzüglich wieder bewohnbar gemacht und die Haustür wiederhergestellt werden. Passiert ist bisher nichts.

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