Syker Stadtrat: Frauenanteil bei weniger als 25 Prozent

Mentoring-Programm soll Frauen den Einstieg in die Politik erleichtern

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„Gemeynsam“ für Syke? Edith Heckmann (l.) ist seit Jahrzehnten für die Hachestadt politisch aktiv. Susanne Lindemann-Breuker kann sich das auch vorstellen. Darum nimmt sie am Mentoring-Programm „Frau. Macht. Demokratie.“ teil.

Kathrin Stern ist Gleichstellungsbeauftragte und hilft dabei, das Mentoring-Programm „Frau. Macht. Demokratie“ in Syke ins Rollen zu bringen. Das Ziel ist, den Frauenanteil in der Politik zu erhöhen. 

Syke - Nicht mal ein Drittel der Bundestagsabgeordneten ist weiblich. Auf Landes- und Kommunalebene sieht es auch nicht besser aus: Im Syker Stadtrat liegt der Frauenanteil bei nicht mal 25 Prozent. Kein guter Zustand, findet nicht nur die Gleichstellungsbeauftragte Kathrin Stern. Sie hilft dabei, das Mentoring-Programm „Frau. Macht. Demokratie.“ auch in Syke in Gang zu bringen.

Die Idee dahinter: Frauen (oder auch Männer), die bereits politisch aktiv und Mitglied des Rates sind, erklären sich bereit, Frauen beim Einstieg in die Welt der Kommunalpolitik zu begleiten. Rund ein Jahr dauert das Programm. Es führt im Idealfall dazu, dass sich die „Mentees“ selbst als Kandidatinnen für die nächste Wahl aufstellen lassen – und so den Frauenanteil erhöhen.

Erstes Mentoring-Tandem hat sich gefunden

In Syke hat sich jetzt das erste Mentoring-Tandem für dieses Jahr gefunden: CDU-Ratsfrau Edith Heckmann begleitet im kommenden Jahr als Mentorin die ersten kommunalpolitischen Schritte von Susanne Lindemann-Breuker.

„Für das Programm hatte ich mich schon vor vier Jahren interessiert“, erläutert Lindemann-Breuker. Doch ihre Kinder waren nicht alt genug für dieses Engagement. Als sie jetzt im März in der Kreiszeitung den Aufruf für die nächste Runde sah, gab sie sich einen Ruck – und meldete sich bei der Syker Gleichstellungsbeauftragten Kathrin Stern. Die stellte, passend zur politischen Neigung der 50-jährigen Sykerin, zügig den Kontakt zu Heckmann her.

„Die Politik kann ruhig noch weiblicher werden“, findet diese. „Die andere Denkweise tut der Gesamtheit gut.“ Die erfahrene Ratsfrau ist seit 2001 freiwillig dabei, wenn es um das Mentoring-Programm für Frauen geht. Sie möchte ihren Mentee „da mit hinnehmen, wo meine Politik stattfindet“. In Ausschüssen oder Fraktionssitzungen kann das sein, aber auch im direkten Kontakt zu den Menschen vor Ort.

Gute Resonanz aus der vergangenen Legislaturperiode

In den vergangenen Legislaturperioden hat das Mentoring-Programm durchaus ganz gut geklappt in Syke. So manche Ratsfrau der vergangenen Jahrzehnte hatte zuvor in Begleitung in die Fraktionsarbeit hineingeschnuppert: Liane Brockmann, Gabriele Beständig – oder, als jüngstes Beispiel, Jana Weinhold.

Für Susanne Lindemann-Breuker ist das – noch – Zukunftsmusik. Die Syker BBS-Lehrerin will „erst mal mitgehen“ mit ihrer Mentorin – und entdecken, „wie das System eigentlich von der anderen Seite aus funktioniert“. Sie ist voll des Lobes für das Programm „Frau. Macht. Demokratie.“, das offiziell mit der Auftaktveranstaltung am 30. August in Hannover beginnt. „Ein super Programm. Ich hätte mich sonst nicht getraut.“

Wer sich noch kurzfristig dafür interessiert und selbst eine Mentorin begleiten möchte, kann sich bei der Gleichstellungsbeauftragten Kathrin Stern unter 04242/164540 melden. Die offizielle Bewerbungsfrist endet morgen – „aber das ist nur der erste Termin“, versichert Stern schmunzelnd.

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