Fahrschule für Strom-Strampler

Syke: Landkreis und Verkehrswacht zeigen richtigen Umgang mit dem Pedelec

Premiere: Pedelec-Fahrschule von Landkreis und Verkehrswacht auf dem BBS-Parkplatz an der Hohen Straße.
+
Premiere: Pedelec-Fahrschule von Landkreis und Verkehrswacht auf dem BBS-Parkplatz an der Hohen Straße.

Pedelecs sind mega in. Aber sie sind nicht ganz ungefährlich. Deshalb bieten Landkreis und Verkehrswacht gemeinsam eine Pedelec-Fahrschule an. Und sie nehmen das sehr ernst.

Syke – Zur Premiere in Syke waren fast genauso viele Offizielle wie Teilnehmer gekommen. Sie alle hatten das Bedürfnis, „den im letzten Jahr stark angestiegenen Unfallzahlen unter Beteiligung von Radfahrern etwas entgegenzusetzen“, sagt Saskia Vullriede als zuständige Fachdienstleiterin beim Landkreis Diepholz in ihrer Begrüßung.

Mit der Zunahme von Pedelecs – Fahrrädern mit elektrischer Unterstützung – sei auch deren Beteiligung an Unfällen gestiegen. Waren 2019 landkreisweit 36 Pedelecs an Unfällen beteiligt, stieg deren Anteil 2020 bereits auf 57.

Fehlverhalten oft Unfallursache

Oft sei das darauf zurückzuführen, dass „Pedelecs anders reagieren als ein normales Fahrrad“, wie Wolfgang Rehling von der Verkehrswacht sagte. Er und seine Kollegin Anja Diekmann gaben umfängliches Wissen über die Fahrräder an die Teilnehmer weiter. Aber auch Fehlverhalten von Radfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern sind oft Unfallursache. „Radfahrer fahren oftmals auf der linken Straßenseite. Dabei sind sie besonders gefährdet, weil Autofahrer sie dort nicht erwarten“, beschrieb Volker Töllner vom Verkehrsamt des Landkreises. Wolfgang Rehling, selbst ein Pedelec-Fahrer, konnte viele praktische Beispiele geben.

Zu Beginn vermittelte allerdings Lena Bavendiek von der Polizei rechtliche Grundlagen. Die Teilnehmer erfuhren beispielsweise, wo Fahrräder mit welcher Geschwindigkeit fahren dürfen und dass es Wahl- und Pflichtwege gibt. Auch die Frage eines Teilnehmers, ob er sein Fahrrad mit elektrischer Unterstützung anmelden muss, konnte geklärt werden. Wolfgang Rehling ging anschließend auf unterschiedliche Bauweisen von Pedelecs ein. Von Front-, Mittel- oder Heckantrieb war da die Rede. Oder die unterschiedliche Anbringung der Akkus: im Rahmen, am Rahmen, an der Stange unter dem Sattel oder unter dem Gepäckträger.

Das richtige Pedelec finden

„Wenn ich mir ein Pedelec zulegen will, muss ich mir zunächst im Klaren sein, wofür ich es nutzen möchte“, so Wolfgang Rehling. „Will ich damit morgens nur meine Brötchen vom Bäcker holen oder möchte ich längere Touren unternehmen? Ein Fachhändler sollte dann in der Lage sein, ein auf meine Bedürfnisse zugeschnittenes Gefährt zu finden.“ Ganz wichtig ist nach seiner Erfahrung auch, dass man unterschiedliche Räder testet, möglichst auch mal über einen Tag oder über ein Wochenende. Erst „wenn ich selbst ein gutes Gefühl habe, sollte ich kaufen“, gab Rehling als Ratschlag. Nicht zu vergessen auch ein passender Helm. „Der rettet Leben“ ist sich Rehling sicher.

Gut ausgerüstete Teilnehmer

Die meisten Teilnehmer waren bereits mit dem eigenen Pedelec angekommen und hatten spezielle Fragen oder wollten ihre fahrerischen Qualitäten verbessern. Lediglich drei Teilnehmer von insgesamt dreizehn hatten bisher keinerlei Erfahrung. Diese Gruppe, zu der auch Ursel und Albert Borgstedt aus Barrien gehörten, konnten unter Anleitung von Anja Diekmann und Lena Bavendiek erste Erfahrungen auf unterschiedlichen Leihrädern sammeln. Albert Borgstedt hätte gerne auf eigenen Rädern geübt, die auch schon bestellt sind. „In der nächsten Woche sollen sie jetzt kommen“, schildert Ursel Borgstedt. Ein weiterer Teilnehmer befand sich noch in der Findungsphase. „Am liebsten hätte ich einen Händler, der mir an mein bisheriges Fahrrad einen Elektromotor anbaut. Da habe ich nur noch keinen gefunden“, beschrieb er sein Problem.

Die erfahrenen Teilnehmer hatten die Möglichkeit, verschiedene Fahrsituationen auf einem abgesperrten Teil des Berufsschulparkplatzes zu üben. Lernerfolge konnten dabei direkt beobachtet werden. Abschließend bekam jeder Teilnehmer eine Urkunde und eine gelbe Warnweste von der Verkehrswacht.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Die Idee in der Flasche abgefüllt: Likörkreation aus Sulingen

Die Idee in der Flasche abgefüllt: Likörkreation aus Sulingen

Die Idee in der Flasche abgefüllt: Likörkreation aus Sulingen
Sachspenden für Flutopfer im Ahrtal: 8 700 Paar Handschuhe und mehr

Sachspenden für Flutopfer im Ahrtal: 8 700 Paar Handschuhe und mehr

Sachspenden für Flutopfer im Ahrtal: 8 700 Paar Handschuhe und mehr
Schlimmer Verdacht in Stuhr: Mann soll Kinder sexuell missbraucht haben

Schlimmer Verdacht in Stuhr: Mann soll Kinder sexuell missbraucht haben

Schlimmer Verdacht in Stuhr: Mann soll Kinder sexuell missbraucht haben
Eröffnung des Gartenkultur-Musikfestivals 2021 auf dem Hohen Berg in Syke

Eröffnung des Gartenkultur-Musikfestivals 2021 auf dem Hohen Berg in Syke

Eröffnung des Gartenkultur-Musikfestivals 2021 auf dem Hohen Berg in Syke

Kommentare