Syke und der Lärmaktionsplan

Unverhofftes Ass im Ärmel

Syke - Von Michael Walter. Nein: Bindende Wirkung hat er nicht, der Lärmaktionsplan, mit dem sich Politik und Verwaltung gerade beschäftigen. Tatsächlich ist er in erster Linie Resultat einer Pflichtübung, die durch die EU und die Bundesregierung über das Syker Rathaus gekommen ist. Bürgermeisterin Suse Laue und Bauamtsleiter Timo Fleckenstein sind trotzdem alles andere als unglücklich darüber.

Weil die EU es so will, sind sämtliche Kommunen dazu angehalten, die Lärmbelastung ihrer Einwohner zu erfassen. Stuhr, Weyhe und Syke haben das gemeinsam bei einem Planungsbüro in Auftrag gegeben, das hat einen Lärmkataster erstellt und Empfehlungen gegeben, wo und wie die Belastung reduziert werden könnte. Der Bauausschuss hat die erste Version dieses Aktionsplans bereits durchgewunken (wir berichteten), nächste Woche ist der Rat an der Reihe, die übliche öffentliche Auslegung zu beschließen. Einen Monat lang hätten alle Syker dann Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen.

Dieser Aktionsplan sei das Papier nicht wert, auf dem er steht, sagen kritische Stimmen. Laue und Fleckenstein sehen das anders. „Für uns ist das ein Handwerkzeug und eine gute Argumentationshilfe“, sagt die Bürgermeisterin.

Grund: Die spezielle Syker Lärmsituation.

Auch ohne statistische Auswertung kommt jeder Syker drauf, wo es in der Stadt am lautesten ist: Entlang der B6, der L333, an der Nordumgehung sowie links und rechts der Bahn. Und genau dort hat die Stadt praktisch nichts zu melden. Will sie bauliche Veränderungen an Eisenbahn, Bundes- und Landesstraßen bewirken, muss sie bei den zuständigen übergeordneten Behörden betteln gehen. Aber bisher war es so: Wenn die nicht wollten, passierte gar nichts.

Beispiel: Die oft diskutierte Umwandlung von Ampelkreuzungen in Kreisverkehre. Seit fast 20 Jahren läuft die Stadt mit jedem Vorschlag in diese Richtung vor die Wand. Mit dem Lärmaktionsplan könnte sie jetzt ein zusätzliches Ass im Ärmel haben. Denn der schlägt unter anderem genau solche Umbauten vor. Etwa an der Einmündung Nordumgehung /B6.

Für Bund und Land erwachsen daraus zwar keine automatischen Konsequenzen. Die Stadt könnte solche Umbaumaßnahmen nicht mit dem Aktionsplan unterm Arm einklagen. „Aber es gibt gesetzliche Lärmgrenzwerte, und der Plan zeigt, wo sie erreicht oder vielleicht sogar schon überschritten werden“, sagt Fleckenstein. „Und er rechnet vor, wie man den Lärm verringern kann.“

Rubriklistenbild: © dpa

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