Verein betreut rund 100 Klienten

Lückenschluss mit Igel: Syke hat jetzt eine Krebsberatungsstelle

Halten Krebsberatung in Syke für wichtig: Bürgermeisterin Suse Laue, Igel-Leiterin Jennifer Hamade, Diakonie-Geschäftsführerin Marlis Winkler und Beraterin Jennifer Weegmann (von links). - Foto: Jantje Ehlers
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Halten Krebsberatung in Syke für wichtig: Bürgermeisterin Suse Laue, Igel-Leiterin Jennifer Hamade, Diakonie-Geschäftsführerin Marlis Winkler und Beraterin Jennifer Weegmann (von links).

Syke - Von Michael Walter. „Ein wichtiges Angebot, das wir bisher in Syke noch nicht hatten.“ – Bürgermeisterin Suse Laue sagt es ganz nüchtern. Der Hintergrund ist auch nicht zum Lachen: Syke hat seit Kurzem eine Krebsberatungsstelle. Die stellte sich Donnerstag im Rathaus vor.

Ihren Sitz hat sie gleich schräg gegenüber bei der Diakonie im Haus der Kirche. Als Träger steckt der Verein Igel dahinter. Der Name hat nichts mit der „individuellen Gesundheitsleistung“ zu tun, für die man beim Arzt extra bezahlen muss, sondern steht für „Interessengemeinschaft gesundes Leben“. Ein eingetragener Verein mit Sitz in Barnstorf.

Dort gibt es die Beratungsstelle schon seit 2003, zunächst auf ehrenamtlicher Basis und seit 2008 öffentlich gefördert. Das Problem: Für Menschen aus dem Nordkreis ist Barnstorf ziemlich weit weg. „Da hat sich jetzt in Syke eine wunderbare Tür für uns aufgetan“, sagt Jennifer Weegmann, die im neuen Syker Büro schwerpunktmäßig arbeiten wird.

„Fast immer geht es um Ängste“

„Wir beraten Patienten und deren Angehörige“, erklärt Weegmann. „Von der Diagnose bis zur Nachsorge im Anschluss an die Heilung. Beziehungsweise bis über den Tod hinaus.“

Die inhaltliche Bandbreite ist dabei schier endlos. Sie reicht von ganz konkreten Fragen zu Kostenübernahmen und Krankengeld über Probleme für Angehörige mit dem richtigen Umgang mit den Kranken bis zur philosophischen Sinnfrage „Warum? Warum gerade ich?“

Weegmanns Chefin ist Jennifer Hamade. „Fast immer geht es um Ängste“, sagt sie. Vor allem um die Angst vor dem Sterben. „Manche Klienten können das Wort Krebs überhaupt nicht aussprechen. Das ist für sie schlicht nicht möglich. Weil: So lange sie es aussperren und umschreiben, ist es für sie nicht Realität.“

Rund 100 Klienten bei Igel in Betreuung

So um die 100 Klienten betreut Igel gegenwärtig. Manche kommen wöchentlich, manche deutlich seltener. Einige brauchen nur ein Einmalgespräch, andere kommen immer wieder, auch noch mehrere Jahre, nachdem sie ausgeheilt sind. „Oft sind sie noch lange danach arbeitsunfähig“, sagt Hamade. „Daraus wachsen wieder neue Probleme. Das Leben ist nicht mehr wie vorher. Genau das ist aber ein Wunsch, den wir sehr oft hören: Ich will mein altes Leben wieder zurück.“

Und Jennifer Weegmann ergänzt: „Wieder funktionieren ist eine Forderung, die auch sehr oft aus dem Umfeld kommt. Jetzt hör doch mal auf, du bist doch gar nicht mehr krank!“

Beratungen kostenlos und vertraulich

Erfahrungsgemäß kommen mehr Patienten als Angehörige zur Beratung und mehr Frauen als Männer. Die häufigste Gruppe: Frauen mit Brustkrebs. Die Beratungen sind kostenlos und streng vertraulich. Und wer über Hoden- oder Prostatakrebs und die Begleiterscheinungen nicht unbedingt mit einer Frau sprechen mag, kann auch mit einem männlichen Berater einen Termin vereinbaren.

Ohnehin gibt es Gespräche nur nach Terminvereinbarung. Die Vermittlung erfolgt über die Igel-Zentrale unter 05442 / 802 97 47.

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