Helga Wehrmann sieht gespannt ihrer ersten Ausstellung entgegen

Späte Premiere

Helga Wehrmann malt seit Jahrzehnten. Jetzt hat die 88-Jährige zum ersten Mal eine eigene Ausstellung. - Foto: Jantje Ehlers

Syke - Von Michael Walter. Helga Wehrmann hat ein bisschen Lampenfieber. Durchaus normal vor einer Premiere. Sie hat nächste Woche eine Ausstellung. Es ist ihre erste. Das Besondere daran: Helga Wehrmann ist 88.

Unter dem Titel „Wasser und Farben“ zeigt sie ab Mittwoch, 24. Mai, eine Auswahl ihrer Bilder in der Seniorenresidenz Deutsche Eiche. Die Vernissage beginnt um 18.30 Uhr, einführende Worte spricht die Syker Künstlerin Ruth Cordes. Für sie ist diese Ausstellung im gleichen Maß ein Zufallstreffer wie ein absoluter Glücksschuss.

2016 musste Helga Wehrmann aus Altersgründen ihre Wohnung in Steimke aufgeben. Beim Einzug in die Seniorenresidenz hatte sie Mengen von Bildern mitgebracht, die sie in mehr als drei Jahrzehnten gemalt hatte. Die Einrichtungsleitung wurde darauf aufmerksam und kontaktierte Ruth Cordes, mit der die Residenz schon häufiger zusammengearbeitet hat. Cordes sah sich die Bilder an – und traute ihren Augen kaum. „Ich war begeistert, ich war berührt“, sagt sie.

Was Ruth Cordes da in Helga Wehrmanns Zimmer fand, waren wahre Stapel von Aquarellen, größtenteils ungerahmt, aber zweifellos „eine umfangreiche künstlerisch hochwertige Arbeit“, so Cordes. „Helga Wehrmann bildet nicht einfach nur ab. Sie interpretiert, was sie sieht und packt da sehr viel Emotionen rein.“ Ihr Stil ist geprägt von einem besonderen „Feingefühl für Farben und einer außergewöhnlichen Weichheit der Formen“. Das vereint Wehrmann zu einer „Leichtigkeit beim Aquarellieren, die nicht jeder hat“.

Ruth Cordes suchte den Kontakt zu Helga Wehrmanns Tochter Ingrid Kammeyer und stieß dabei auf noch mehr Bilder, die die Seniorin im Lauf der letzten 30 Jahre geschaffen hat. Eine Auswahl von 42 Aquarellen – überwiegend Blumen- und Pflanzenmotive – hat Cordes jetzt zu dieser Ausstellung zusammengestellt. Zur ersten für Helga Wehrmann.

„Ich hab früher nie daran gedacht, auszustellen“, sagt Wehrmann. „Ich habe aus Spaß mit dem Malen angefangen und vieles weggegeben, was mir nicht gefiel.“ Und ist sie jetzt stolz? Helga Wehrmann überlegt ein bisschen. „Jjjjaaa“, kommt es etwas zögerlich. Und dann gesteht sie: „Ich hab schon ein bisschen Herzflattern. Ob das so ankommt? Manche mögen's leiden, manche nicht so.“

Nach der Vernissage sind Helga Wehrmanns Bilder tagsüber praktisch jederzeit in der Seniorenresidenz zu sehen. Wer eine Führung möchte, kann sich unter 0177 / 81  868 bei Ruth Cordes anmelden.

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