Frischer geht’s nicht

Grundschüler lernen auf Hof Winte Kartoffel-Verarbeitung kennen

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Grundschüler aus Heiligenfelde erfahren beim Hof Winte alles über die Kartoffel.

Heiligenfelde - Von Robin Grulke. Vor mehr als 400 Jahren brachten spanische Entdecker die Kartoffel auf einer langen Reise von den peruanischen Anden über die Kanaren nach Europa. Weniger abenteuerlich, aber nichtsdestotrotz spannend ist ihr Weg heute vom Feld bis zum Gemüseregal. Über diese Reise haben rund 20 Kinder der Grundschule Heiligenfelde auf dem Hof von Annegret und Hilmer Winte einiges gelernt.

Seit 15 Jahren gibt es schon die Aktion Kochen für Kinder in der Heiligenfelder Grundschule. Einmal im Jahr schauen sich dafür Dritt- und Viertklässler an, wo die Lebensmittel eigentlich herkommen, die sie daheim ständig essen. Dieses Mal war das Thema das Grundnahrungsmittel Nummer eins: die Kartoffel.

Kinder sollen mit Nahrungsmitteln in Berührung kommen

„Unser Ziel ist, Transparenz zu schaffen“, sagt Annegret Harries, pädagogische Mitarbeiterin in der GS Heiligenfelde. Sie hat die Kinder zum Hof von Familie Winte begleitet. Besser gesagt: Sie saß mit auf dem Planwagen, mit dem Carsten Winte sie und eine dritte Klasse an der Grundschule eingesammelt hat. So waren sie sofort auf die Hof-Stimmung eingestellt.

„Hier kommen sie mit Nahrungsmitteln in Berührung“, erzählt sie, „und das ist ganz wichtig.“ Für Harries bedeutet der Ausflug pädagogischer Nutzen, für die Kinder bedeutet er vor allem eines: eine Menge Spaß. In kleinen Gruppen erklärten ihnen Carsten, Hilmer, Annegret und Anja Winte alles, was sie über die Kartoffelverarbeitung auf dem Hof wissen wollen.

Dabei packten die Kinder auch ein bisschen mit an. An staubenden Förderbändern sortierten sie grüne (und damit giftige), beschädigte Kartoffeln sowie Steine aus und füllten die Kartoffeln in Papiertüten ab – fertig für den Verkauf bei Edeka Stellmann oder dem BBM-Markt.

Im Klassenzimmer folgt die Theorie

Der Höhepunkt des Tages ist für die meisten Kinder wohl der abschließende Gang über den Acker. Dort konnten sie die Kartoffeln direkt ausgraben und mit nach Hause nehmen. Frischer geht’s wirklich nicht.

Eine Woche haben die Kleinen Zeit, um sich vom lehrreichen Ausflug zu erholen. Dabei gehen sie im Unterricht theoretisch durch: Was sind regionale Produkte? Wie kann ich den Lebensmittelimport begrenzen? Harries dazu: „Man muss den Kindern klar machen, wo man am frischesten kaufen kann!“

Zum Projektabschluss kommen die Landfrauen Birgit Dannemann und Kerstin Schröder in die Schule und bereiten mit den Kindern und ihren gesammelten Kartoffeln leckere Gerichte zu. Suppe, Kartoffelecken oder gar Pudding mit Stärke, die direkt aus der Kartoffel gewonnen wird, landen dann auf den Kindertellern.

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