Kommunalwahl am 11. September

Fragen zur Wahl: Gängeviertel – selber machen oder machen lassen?

Syke - von Michael Walter. Welche Partei vertritt welche Position zu wichtigen Syker Themen? Das wollten wir im Vorfeld der Kommunalwahlen am 11. September herausfinden und haben den Parteien, die für den Syker Stadtrat kandidieren, sechs Fragen gestellt. Die Antworten veröffentlichen wir in dieser Woche. Jeden Tag eine. Heute zum Thema Gängeviertel.

Unsere Frage lautet: Das Gängeviertel gilt unstrittig als extrem wichtig für die künftige Innenstadtentwicklung – aber das Projekt tritt auf der Stelle. Soll die Stadt selbst Geld in die Hand nehmen oder die Umsetzung zu 100 Prozent privaten Investoren überlassen?

Wilken Hartje (CDU)

Wilken Hartje (CDU): Die Haushaltslage der Stadt erlaubt nur begrenzte Möglichkeiten in der Städtebauförderung. Wir setzen auf das Potenzial und auf die Kreativität von privaten Investoren und auf eine begrenzte Beteiligung der Stadt.

Peter Jahnke (SPD)

Peter Jahnke (SPD): Weder noch. Die Stadt sollte das von der Bürgermeisterin vorgeschlagene Konzept durchführen. Das sieht bei einer Gesamtsumme der Planung des Projektes von 3,2 Millionen Euro eine Beteiligung der Stadt von einer Million vor. Das Geld würde über acht Jahre bereitgestellt werden, so dass der Haushalt nicht nennenswert belastet würde. Damit würde man auch einen Anreiz bieten, dass sich private Investorinnen und Investoren an dem städtebaulichen Projekt beteiligen.

Gerhard Thiel (Grüne)

Gerhard Thiel (Grüne): Der Umbau der Innenstadt und das Gängeviertel werden das Stadtbild Sykes auf Dauer verändern. Das darf nicht dem Zufall oder Investoren überlassen werden. Die Stadt Syke muss deshalb die Gestaltungshoheit behalten. Kein Investor wird vorrangig die Wünsche der Stadt erfüllen. Es gibt gute Ideen der Stadtverwaltung, die die bisherige Ratsmehrheit nicht angenommen hat. Die Chance, Sykes Mitte attraktiver zu gestalten, gilt es zu nutzen, und dies ist mit den anvisierten Zuschüssen und bei zurzeit niedrigen Zinsen auch machbar.

Reinhard Hansemann (FDP)

Reinhard Hansemann (FDP): Der jetzt eingeschlagene Weg ist richtig und muss fortgesetzt werden. Der Anfang mit Privatinvestoren ist gemacht, die Stadt sollte hier weitere Aktivitäten fördern und nicht selbst finanzieren.

Michael Lux (FWG)

Michael Lux (FWG): Dieses Vorhaben sollte von privaten Investoren umgesetzt werden. Die Stadt kann sich im Interesse solider Hauhaltspolitik nicht mit hohem eigenen Kapitaleinsatz engagieren und gleichzeitig von Fördermitteln abhängig machen, setzt aber mit der bereits eingeleiteten Bauleitplanung die Rahmenbedingungen. In deren Erarbeitung sind wie bisher Eigentümer und Anlieger sowie Bürgerinnen und Bürger einzubinden.

André Fieseler (Linke)

André Fieseler (Linke): Das Gängeviertel ist ein städtebauliches Vorhaben, von dem die Syker auf lange Sicht profitieren können. Die Umsetzung ausschließlich privaten Investoren zu überlassen, birgt unvorhersehbare Risiken. Bei einem solchen Projekt sollte die Stadt ihre aktive Rolle beibehalten und selbst Geld in die Hand nehmen, nicht zuletzt um die Kontrolle über das Projekt behalten zu können.

Weitere Fragen zur Wahl in Syke:

Bezahlbarer Wohnraum im Stadtgebiet?

Ortsräte abschaffen oder behalten?

Welche Entwicklungen möchten Sie anschieben?

Schulden machen oder abbauen?

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