Familie Schneider liebt die Imkerei

Ein fleißiges Volk im Garten

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Yvonne Schneider übernimmt gerne Verantwortung für ihr ganz eigenes Volk.

Syke - Von Detlef Voges. Im Regal hockt eine Figur der Biene Maja, im kleinen Imkerei-Museum stehen Bienen-Waben und Körbe nebeneinander, die die Geschichte von Till Eulenspiegel und den Immenstock wach werden lassen. Das Haus atmet den süßen Duft von Honig – bei Yvonne und Frank Schneider in Steimke dreht sich (fast) alles um Bienen und Honig.

Kaum verwunderlich, hat doch Bienen-Guru Günter Schneider das Ehepaar mit der Imkerei vertraut gemacht. „Er hat mich infiziert“, bekennt Yvonne Schneider über ihren Schwiegervater, der seit 44 Jahren das Hobby eines Freizeitimkers pflegt. Seine Erfahrungen hat er über Jahre in Grundkursen auf Landkreisebene weitergegeben. Frank und Yvonne Schneider haben 2010/2011 einen Kurs besucht und im Frühjahr 2011 mit sechs Bienenvölkern die Imkerei in der Familie übernommen.

„Ich bin fasziniert von diesen Tieren“

Seitdem hat sich besonders die gelernte Köchin Yvonne Schneider zu einer Bienen-Expertin gemausert. Der familiäre Bienenstamm der Gattung Carnica ist inzwischen auf 20 Völker angewachsen. Die Rasse stammt aus Österreich und Italien.

„Ich bin fasziniert von diesen Tieren“, sagt die Köchin und bewundert unter anderem deren Kraft. In vier bis sechs Wochen könne eine Königin ein Volk aufbauen. Das Grundvolk erneuere sich jedes Jahr.

Ein alter Schutzanzug im Imkerei-Museum.

Frank Schneider spricht von einem Sommervolk mit gut 60 000 Bienen und einer Überlebenszeit von bis zu sechs Wochen. Das Wintervolk umfasse zwar nur etwa 25 000 Bienen, lebe dafür aber auch vier bis sechs Monate. Im Winter stocke die Vermehrung, im Frühjahr gehe die Königin in die Ei-Ablage. Besonders das Honig produzierende Wirtschaftsvolk wachse dann. Eine Königin, so Schneider, lebe etwa fünf Jahre, dann züchte das Volk ein neues Oberhaupt.

Die Schneiders schleudern Honig je nach Anfall zweimal im Jahr. Jedes Volk produziert pro Jahr zwischen 40 und 50 Kilogramm. Das meiste im Frühjahr, weniger im Sommer. Im Frühjahr nutzen die Bienen die Rapsfelder, im Sommer die Linden.

„Mai und Juni sind für uns Hauptsaison, ab August ist das Bienenjahr rum“, sagt Yvonne Schneider. Wie viel geerntet würde, hänge vom Wetter, vom Angebot in der Natur und von der Harmonie im Bienenvolk ab.

Das Angebot in der Natur mache den Imkern zu schaffen, weil es massiv zurückgegangen sei. „Wenn die Bienen nichts zu fressen haben, gibt es auch weniger Bienen“, erklärt Günter Schneider. Er lobt die Anlage von Blühstreifen an den Straßen und Wildblumenwiesen. „Es ist gleichzeitig eine Schande, dass die Kommunen dafür 10 Millionen Euro ausgegeben, wo die Natur uns das vor 40 Jahren kostenfrei zur Verfügung gestellt hat“, so der Imker.

Yvonne Schneider wünscht sich ein Umdenken bei den Bürgern. Auch kleine Dinge zeigten Wirkung, etwa bei den Gartenbesitzern, die ihre Grünzone nicht zu pflegeleicht anlegten und die Blütenvielfalt als Nahrungsangebot für die Bienen erhöhten.

Privates Engagement ist „nicht genug“

„Richtig, aber nicht genug“, sagt der Schwiegervater und sieht den Bund und Landwirtschaft in der Pflicht, den Einsatz von Giften auf Feldern zu unterbinden. Insektizide schwächten Bienenvölker und leisteten Krankheiten Vorschub. „Wie bei den Menschen leidet das Immunsystem auch bei den Bienen“, so Günter Schneider.

Bei Yvonne und Frank Schneiders Völkern ist an diesem Tag Bewegung, besonders vor dem 18. der vielen Imkerhäuser. „Es ist warm, da liegt sie Sonne drauf, das haben sie gern“, sagt Yvonne Schneider. Sie geht ins Innere und zeigt den Brutraum, in dem ein lebhaftes Treiben herrscht. Im darüber befindlichen Honigraum – eigentlichen eine Speisekammer – ist dagegen weniger los. Arbeit haben Yvonne und Frank Schneider dennoch genug. „Die Imkerei ist ein Hobby mit großer Verantwortung“, betont die Yvonne.

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