Mehrkosten durch Barrier Hallenbad

TuS Syke erhöht seine Beiträge

Syke - Von Detlef Voges.  Der Turn- und Sportverein Syke (TuS) betritt Neuland im Finanzwesen. Das verursachte Gegenwind bei den Mitgliedern. Besonders aus den Reihen der Wassersportler hagelte es Kritik an der Empfehlung des Vorstandes, die Vereinsbeiträge zu erhöhen und erstmals in der Vereinsgeschichte Spartenbeiträge zu erheben. Dennoch folgte die Mehrheit der Mitglieder auf der Generalversammlung am Montagabend in Wessels Hotel den Plänen der Vereinsspitze.

Demnach erhöhen sich die monatlichen Beiträge für Kinder von sieben auf 7,50 Euro. Erwachsene zahlen 13 statt zwölf Euro und Familien 24 statt 22 Euro. Der Spartenbeitrag für Schwimmer bis 18 Jahren soll 1,50 Euro, der für Erwachsene zwei Euro im Monat betragen.

Verbunden mit der Einführung eines Spartenbeitrags war eine Satzungsänderung. Der Vorstand kann künftig zeitnaher im Einvernehmen mit den Sparten Spartenbeiträge festsetzen.

TuS-Chef Peter Schnabel erinnerte an den Auslöser, die angekündigte Schließung des Barrier Hallenbades durch die Stadt Syke zum 1. Juli (wir berichteten). Dank des Entgegenkommens der Stadt könne das Bad durch eine Fördergemeinschaft aus TuS und TSV Barrien weiterbestehen. Nun müssten aber alle Nutzer sich an den Unterhaltungskosten beteiligen, auch der TuS mit seinen Wassersportlern. Das sei für den Verein aber mit der bisherigen Finanzierung über allgemeine Vereinsbeiträge nicht zu leisten. Wer besondere Leistungen in Anspruch nähme, müsse dafür auch zahlen. Deshalb die Einführung der Spartenbeiträge, so Schnabel. „Wir schlagen das vor, um in Zukunft unsere Angebote auch gegenüber der Konkurrenz halten zu können“, betonte der Vorsitzende.

Robert Oberauer und Frederic La Fleche aus der Wasserballsparte sahen die Solidargemeinschaft in Gefahr und wollten genaue Zahlen. Laut Schnabel erwartet der Verein Mehreinnahmen von 6000 Euro durch die Beitragserhöhung und 5000 Euro durch die Spartenbeiträge. „Wir rücken nicht vom Solidarprinzip ab, wir passen uns nur den veränderten Rahmenbedingungen an“, betonte der Vorsitzende. Wo die Kosten wegliefen, müsse man ein Mischsystem anbieten, um die Spitze abdecken zu können wie im Schwimmbereich. Der erfordere einen besonderen Aufwand.

Für die Kritiker macht der TuS mit der neuen Regelung eine Tür auf, auch in anderen Sparten Geld zu kassieren. „Heute die Schwimmer, morgen die Fußballer“, so La Fleche.

Schnabel kandidiert nicht mehr für Vorsitz

„Uns laufen doch die Preise weg“, entgegnete Schnabel und zeigte die Konsequenz des alten Systems auf: Der TuS stieße an seine Grenzen und hätte Probleme, Sparten aufrechtzuerhalten.

Robert Oberauer monierte, der Vorstand habe über die Satzungsänderung ja eine Art Freifahrtschein für Entscheidungen in den Sparten. Peter Ehrt, Spartenleiter Volleyball, widersprach. Das erfolge ja im Einvernehmen mit den jeweiligen Sparten. „Das müsse dann auch so explizit in die Satzung“, verlangte La Fleche. So kam es.

Peer Schmidt, Spartenleiter Schwimmen und Vorsitzender der neuen Fördervereins für das Barrier Bad, räumte ein, der Verein hätte seine Mitglieder vorher besser informieren sollen, um die bestehenden Unklarheiten vorab zu beseitigen. Von den etwa 1300 Vereinsmitgliedern waren auf der Versammlung etwa 60 anwesend. Bei der Abstimmung zur Satzungsänderung gab es eine Gegenstimme und fünf Enthaltungen, bei der Beitragserhöhung acht Enthaltungen.

2017 steht der TuS übrigens vor einer neuen Wegstrecke, einer personellen. Peter Schnabel kandidiert nicht mehr für den Vorsitz, Ursel Voß nicht mehr für das Amt der Schatzmeisterin (noch einmal gewählt). Mit Jens Scholz stellte sich schon einmal ein Kandidat für Schnabels Nachfolge vor.

Rubriklistenbild: © dpa

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