Drei Schulformen und Berufsorientierung ziehen ein 

BBS bündelt Angebote im Pflegekompetenzzentrum

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Horst Burghardt, Direktor der BBS Europaschule, bezeichnet das Pflegekompetenzzentrum als „Leuchtturmprojekt“.

Syke - Von Anke Seidel. Die BBS Europaschule und ihr Direktor Horst Burghardt schlagen zum 1. August ein neues Kapitel in der Schulgeschichte auf: Im neuen Pflegekompetenzzentrum – also der bisherigen Hacheschule in Syke – bündelt Burghardt schulische Angebote für junge Menschen, die ihre berufliche Zukunft in der Pflege sehen. Gleich drei Schulformen stehen zur Wahl, die von 144 Schülern genutzt werden können – genauso wie die Berufsorientierung, die eine Brücke zwischen den allgemeinbildenden Schulen und der BBS Europaschule schlägt.

Diese Orientierung nutzen bis zu 30 Schüler pro Jahr, um ihre beruflichen Interessen an der Pflege in der Praxis testen zu können – künftig in einem stimmigen Ambiente. Denn die BBS füllt das Pflegekompetenzzentrum gemeinsam mit der Gesundheits- und Krankenpflegeschule der Alexianer, die bisher in Eydelstedt angesiedelt ist (wir berichteten).

Horst Burghardt beschreibt das Pflegekompetenzzentrum als „Leuchtturmprojekt“ für den Landkreis Diepholz, in dem sich viele junge Menschen konzentriert mit dem Pflegeberuf befassen und sich für ihn entscheiden können. „Ich bin überzeugt, dass sich die Zahl der Pflegekräfte im Landkreis Diepholz so erhöhen lässt“, sagt der Schulleiter – und hofft auf eine signifikante Steigerung. „Aber das hängt von mehreren Faktoren ab“, fügt er hinzu – und erinnert beispielsweise an Arbeitsplatzbedingungen oder Bezahlung.

Im Pflegekompetenzzentrum erweitert die BBS ihre Fachoberschule Gesundheit und Pflege um eine zwölfte Klasse. In die elfte können Schüler einsteigen, wenn sie einen Sekundarabschluss I (Realschulabschluss) oder einen gleichwertigen Schulabschluss vorweisen und einen einjährigen Praktikumsplatz nachweisen können. Haben diese Schüler Klasse elf und zwölf durchlaufen und ihre Abschlussprüfung bestanden, besitzen sie die allgemeine Fachhochschulreife – die Berechtigung zum Studium an der Fachhochschule.

Bis zu 24 Schüler pro Klasse

Ein Quereinstieg in die Klasse zwölf ist möglich, wenn Schüler nicht nur den Sekundarabschluss I (oder einen gleichwertigen Abschluss) vorweisen können, sondern genauso eine mindestens zweijährige einschlägige Berufsausbildung mit Abschluss – oder eine fünfjährige, einschlägige hauptberufliche Tätigkeit.

Bis zu 24 Schüler pro Klasse kann die BBS in die Fachoberschule aufnehmen – genauso viele wie in die zweijährige Berufsfachschule Pflegeassistenz. Dort können sich Schüler mit Hauptschulabschluss zum Pflegehelfer qualifizieren lassen – und unter Anleitung einer Fachkraft in stationären Einrichtungen der Gesundheits-, Kranken- oder Altenpflege sowie der Behindertenhilfe und in ambulanten Einrichtungen arbeiten.

Drittes Qualifizierungsangebot der BBS ist die einjährige Berufsfachschule Hauswirtschaft und Pflege mit dem Schwerpunkt persönliche Assistenz. Aufnahme-Voraussetzung: Realschulabschluss. Diese Schule bietet eine breite praktische und theoretische Grundbildung zu den Themen Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Heilerziehungs- und Familienpflege sowie Hauswirtschaft. Schüler können ihren erweiterten Sekundarabschluss I erwerben und ihre berufliche Chancen verbessern. Nach derzeitigem Stand wechseln insgesamt acht Lehrkräfte der BBS ins Pflegekompetenzzentrum.

Pflegeberufegesetz sorgt für Veränderungen

Zwar gehört zum BBS-Angebot auch das berufliche Gymnasium Gesundheit und Pflege (Abschluss: allgemeine Hochschulreife). Aber das bleibt in den bestehenden Räumen: „Es läuft im Kurssystem“, erklärt Horst Burghardt den Grund, es ist also mit anderen Bildungsangeboten der BBS Europaschule eng verzahnt.

Im Pflegekompetenzzentrum nutzen die BBS und die Gesundheits- und Krankenpflegeschule der Alexianer künftig wechselseitig zehn allgemeine Unterrichtsräume, jeweils ein Pflegezimmer für die Kinderkrankenpflege sowie die stationäre Altenpflege, zwei Krankenpflegezimmer sowie eine Schwesternstation, ein Zimmer für die Tagesbetreuung in der Altenpflege und Fachräume.

Bis zum Start des neuen Pflegeberufegesetzes am 1. Januar 2020 läuft der Unterricht wie bisher. Was genau ändert sich dann für die BBS? Das stehe noch nicht fest, antwortet Horst Burghardt. Unter Federführung des Kultusministeriums und Mitwirkung des Gesundheitsministeriums müsse für das neue Gesetz die Ausführungsverordnung erarbeitet werden. Mit den Ausführungsbestimmungen müsse sich noch die neue Pflegekammer befassen, dann könne – analog zum System der Handwerkskammer – gearbeitet werden.

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