Restaurant Martini

Nach Syker Brandanschlag: Polizei veröffentlicht Videos - und zieht eines nach ersten Hinweisen zurück

  • Luka Spahr
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Syke - Nach dem Brandanschlag im Syker Restaurant Martini in der Nacht des 13. Februar hat die Polizeidirektion Oldenburg jetzt zwei Überwachungskamera-Videos der Tatnacht beziehungsweise des Vortags veröffentlicht. Für Hinweise, die zur Ermittlung der Täter führen, hat die Polizei eine Belohnung in Höhe von 3000 Euro ausgesprochen. „Wir hoffen, dass die ausgesetzte Belohnung dabei hilft, die Verursacher des Brandes zu finden“, so Polizeipräsident Johann Kühme in einer Pressemitteilung.

Update vom 10. Juni: Die Ermittlungen zum Brandanschlag auf das Syker Restaurant Martini haben neue Erkenntnisse zutage gefördert. Vergangene Woche war die Polizeidirektion Oldenburg mit den Videos zweier Überwachungskameras an die Öffentlichkeit gegangen, auf denen die mutmaßlichen Täter zu sehen sein sollen. Neben einer Aufnahme aus dem Innenraum der Gaststätte zeigte eine weitere Videosequenz zwei auffällige Passanten, die am Tag vor dem Brandanschlag am Restaurant vorbeigehen.

„Die Personen haben sich gemeldet und konnten nachweisen, dass sie mit der Sache nichts zu tun haben“, informiert nun ein Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Verden. Die Videoaufnahme des Restaurant-Außenbereichs sowie ein entsprechender Textverweis wurden daraufhin am Mittwoch von der Internetseite des Landeskriminalamts entfernt.
Auf die Frage, ob seit Beginn der Videofahndung in Syke weitere sachdienliche Hinweise eingegangen seien, hieß es von der Staatsanwaltschaft lediglich: „Weitere Auskünfte können gegenwärtig nicht getätigt werden.“

„Vorübergehend geschlossen! Betreten verboten!“ Das steht derzeit auf einem Schild vor dem Restaurant Martini in Syke. Auch wenn die Beweisaufnahme vor Ort abgeschlossen ist: Der Betrieb ist weiterhin geschlossen.

Originalartikel vom 5. Juni: Eine Videoaufnahme aus dem Innern des Restaurants zeigt, wie zwei Personen aus zwei mitgeführten Kanistern Benzin im Martini verteilen und das Gebäude wieder verlassen. Auf einer anderen Videoaufnahme vom Außenbereich ist zu sehen, wie zwei Personen am Nachmittag vor der Tat an dem Restaurant vorbeigehen.

Bei dem Brand im Restaurant Martini war vor rund vier Monaten ein Schaden von mindestens 150 000 Euro entstanden. Polizei und Feuerwehr wurden in der Nacht auf den 13. Februar gegen 3.30 Uhr alarmiert, nachdem Passanten Rauch am Restaurant Martini bemerkt hatten. Die Bewohner aus den Wohnungen über der Gaststätte konnten rechtzeitig geweckt und evakuiert werden.

Überwachungsbilder aus der Nacht zeigen die Täter beim Verschütten von zwei Flüssigkeitskanistern im Syker Restaurant Martini.

Anfangs gingen die rund 100 Einsatzkräfte von einem Dachstuhlbrand aus. Als die Polizei allerdings nach der Beendigung des Löscheinsatzes die Ermittlungen aufnahm, entstand recht schnell das Bild eines Brandanschlags. An der Außenwand sowie auf der Pflasterung vor dem Gebäude entdeckte die Polizei aufgesprühte Hakenkreuze und den Spruch „Ausländer raus“, weswegen schon bald über ein mögliches rechtsradikales Motiv der Täter spekuliert wurde. Diesen Ermittlungsansatz schließt die Polizei auch bis heute nicht aus, wie die Staatsanwaltschaft Verden jetzt mitteilt. „Die Ermittlungen werden weiterhin in alle Richtungen geführt“, bestätigt Oberstaatsanwalt Marcus Röske.

Schon kurz nach der Tat hatten die Beamten zahlreiche Zeugenaufnahmen in Syke aufgenommen. Wegen des Verdachts einer Tat mit rechtsradikalem Hintergrund ermittelte auch der Staatsschutz. „Allen vorliegenden Hinweisen wurde und wird nachgegangen“, bestätigt jetzt Oberstaatsanwalt Marcus Röske. „Die Veröffentlichung der Videoaufnahmen erfolgt, weil die Aufklärung der Tat auf andere Weise erheblich weniger erfolgversprechend wäre.“ Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Verden habe sich das dortige Amtsgericht entschieden, die Videobilder zu veröffentlichen. Die Polizeiinspektion Diepholz nimmt ab sofort Hinweise auf die Täter unter der Rufnummer 05441/9710 entgegen.

3000 Euro Belohnung eine übliche Summe für Hinweise an die Polizei

Die 3 000 Euro Belohnung für sachdienliche Hinweise wurden vom Oldenburger Polizeipräsidenten ausgelobt und orientieren sich laut Oberstaatsanwalt Röske an in solchen Fällen üblichen Summen.

Es werde derzeit weiterhin in alle Richtungen ermittelt, heißt es. Eine abschließende Bewertung der bislang eingegangen Hinweise sei noch nicht möglich, die Beweisaufnahme vor Ort sei allerdings abgeschlossen. Die Bewohner des Hauses konnten schon am nächsten Tag wieder in ihre Wohnungen, das Restaurant wurde wenige Tage später wieder freigegeben.

Die Polizei hofft nun mit den veröffentlichten Videosequenzen auf neue, entscheidende Hinweise auf die Täter des Brandanschlags in Syke.

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