Erleichterung bei den Angeklagten

Bewährungsstrafe nach Plantagen-Betrieb

Syke - Von Wiebke Bruns. Nicht ins Gefängnis müssen zwei 47 und 65 Jahre alte Angeklagte aus Bremen, die an dem Betrieb von Cannabis-Indoorplantagen in Henstedt, Engeln-Brandheide und Bremen mitgewirkt hatten. Die Taten liegen mittlerweile mehrere Jahre zurück und fanden ihr Ende mit einet Razzia am 14. September 2011. Gestern fiel am Landgericht Verden das voraussichtlich letzte Urteil in dem Strafverfahren.

Bei der Urteilsverkündung war den beiden Männern die Erleichterung anzusehen: zwei Jahre Haft, ausgesetzt zur Bewährung, wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und teilweise Beihilfe.

Erstes Urteil: Zwei Jahre und neun Monate Haft

Bereits im Jahr 2016 hatten sich die Männer vor dem Landgericht verantworten müssen. Damals vor einer anderen Kammer. Zwei Jahre und neun Monate Haft waren damals verhängt worden. Auf die Revision der Angeklagten wurde das Urteil vom Bundesgerichtshof aufgehoben. Eine andere Kammer des Verdener Landgerichts sollte neu verhandeln, mit recht klaren Vorgaben des BGH.

„Dieses Verfahren war geprägt davon, dass wesentliche Teile bereits vom Landgericht in einem ersten Verfahren bindend festgestellt worden sind“, hieß es gestern zu Beginn der Urteilsbegründung. Und die lange Verfahrensdauer war ein Kriterium für die nun gewährte Bewährung.

Der 65-Jährige ist Immobilienmakler und hatte damals aus der Zwangsversteigerung die Immobilien in Henstedt und Engeln-Brandheide erworben. „Ihm war klar, dass sein Bekannter dort eine professionelle Indoorplantage betreiben wollte“, betonte der Vorsitzende Richter Markus Tittel. Mit dem Betrieb der Anlage hatte der Angeklagte sonst nichts zu tun, profitierte aber über die Miete von den Taten.

Angeklagte verdienten an zahlreichen Ernten

Von dem 47-Jährigen wusste der Makler, dass dieser an dem Anbau von Cannabis beteiligt gewesen war. Er vermittelte dem 47-Jährigen nicht nur einen Hochbunker in Bremen, in dem ebenfalls eine Indoorplantage eingerichtet wurde, sondern gewährte ihm auch einen Kredit für den Kauf. Von der Plantage in dem Bunker seien nie Drogen in Umlauf gelangt. In den beiden anderen Objekten hatte es zahlreiche Ernten gegeben, an denen der 47-Jährige verdiente.

„Beiden Angeklagten war klar, dass es um Drogenanbau und Handel im großen Stil gehen sollte. Da verbietet sich die Annahme eines minderschweren Falls“, betonte der Vorsitzende. Das Ganze habe ein Ausmaß gehabt, „da hätte sich bei zeitnaher Verhandlung die Frage nach Bewährung nicht mehr gestellt“, so Tittel. Doch inzwischen seien Jahre vergangen.

Festgelegt wurden im Rahmen der Einziehung von Wertersatz bei dem 65-Jährigen insgesamt 139 000 Euro und bei dem 47-Jährigen 60 000 Euro. Denn Teil der Strafe ist es, dass Täter das durch die Tat erlangte und für die Taten genutzte (hier die Immobilien) Kapital nicht behalten dürfen.

Rubriklistenbild: © dpa

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