Dem Fleischer auf die Finger geschaut

Altes Handwerk lebt beim Wurstetag

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Die offene Glut – wie in alten Zeiten – gehört zum Wurstetag im Kreismuseum dazu.

Syke - Von Dieter Niederheide. Insbesondere die Kinder schauten dem Museumsfleischer gestern beim Wursten auf der Diele im Kreismuseum auf die Finger. Sie hörten gespannt zu, als Fleischermeister Klaus Daus und seine Gehilfen aus 45 Kilogramm Schweinefleisch Leberwurst, Sülze und Mett machten.

Zuvor stand Wilfried Müller am alten Waschkessel und brühte das Fleisch im fast kochenden Wasser. Dann folgte Daus’ Auftritt: Er führte vor, wie zu alten Zeiten Wurst gemacht wurde. Fleischwolf und Wurststopfmaschine wurden fachmännisch in Bewegung gesetzt. Fast bis auf den letzten Platz war die Diele gefüllt.

Aktiv waren nicht nur die „Wurstemacher“. An der großen Pfanne, über der offenen Glut bereitete Hermann Winkler deftigen Knipp zu. Wer sich mit hausgeschlachteter Wurstware eindecken wollte, hatte am Stand von Büntemeyer aus Henstedt eine reichhaltige Auswahl davon. Wer Knipp nicht mag, der konnte sich bei den Museumspädagoginnen frisch aus der Pfanne knusprige Kartoffelpuffer einverleiben.

Aber: Es wurde nicht nur dem leiblichen Wohl gefrönt, sondern auch einigen alten Handwerken. Ins Auge stach zum Beispiel beim Klockenschooster (Uhrmacher) Peter Mahlstedt die alte Uhr aus der Zeit von 1730 bis 1750. Sie zeigt die Mondphase, den Monat und das Datum an. Ein Prachtstück, das Peter Mahlstedt schon einmal repariert hatte. Und sie gehört zur Region, stammt aus dem Diepholzer Raum.

„Für die Kinder jedes Mal ein Erlebnis“

Ihr Handwerk führten auch Sattler Gerhard Kroschel und Schuster Gerd Harries vor. Trotz der vielen Attraktionen konnten auch sie sich aufmerksamer Beobachter sicher sein. Fleißig stampften am Butterfass Johannes (6) und Michael (5), die mit ihren Geschwistern Christian (2) und Elisabeth (1) und den Eltern aus Ritterhude gekommen waren. 

Die Eltern sagten, dass sie kaum eine Aktion des Kreismuseums in Syke versäumen und die weite Anreise nicht scheuen. „Hier ist es immer interessant und für die Kinder jedes Mal ein Erlebnis“, sagte die Mutter. Zum Beispiel beim Korbmacher Hermann Schulenberg, der das uralte Handwerk des Korbflechtens vorführte.

Museumsleiter Dr. Ralf Vogeding zeigte sich zufrieden mit der Besucherresonanz, die allerdings erst zur Mittagszeit ein volles Haus bescherte. Vielleicht wegen der Zeitumstellung.

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