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Sven Plöger gibt in Syke einen launigen Einblick in die Geheimnisse des Klimawandels

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Von: Marten Vorwerk

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TV-Meteorologe Sven Plöger im Syker Theater.
TV-Meteorologe Sven Plöger im Syker Theater. © Jantje Ehlers

TV-Meteorologe Sven Plöger gab am Donnerstagabend im Syker Theater einen Einblick in die Geheimnisse des Klimawandels. Mit seinem Programm „Zieht euch warm an, es wird heiß!“ unterhielt er rund 300 Gäste mit einem kurzweiligen, humorvollen und vor allem ernsten Vortrag.

Syke – „Zieht euch warm an, es wird heiß!“, ein „humorvoll anmutender Titel“, sagte am Donnerstagabend im Syker Theater Jens Bratherig, Vorsitzender der Kreissparkasse Syke, als er den Vortrag vom Meteorologen Sven Plöger zum Thema Klimawandel ankündigte. Und Bratherig sollte recht behalten. Sven Plöger, Wettermoderator der ARD, ist es gelungen, ein sehr ernstes Thema kurzweilig und informativ an das Publikum zu bringen.

Sven Plöger führte die Zuhörer beim Vortrag – präsentiert von der Kreissparkasse Syke – im Syker Theater in die Geheimnisse des Klimawandels ein. Gleich zu Beginn zog er die Gäste auf seine Seite: „Hallo Sieke“, sagte er. „Ich war vor Kurzem im Emsland und habe gesagt, dass ich bald nach Sieke fahre. Dort sagte ein Zuhörer, dass es doch Süüke heißt. Aber nein, ich weiß Bescheid: Sieke.“ So erntete Plöger gleich mal einige Lacher und Applaus.

Immer wieder machte er allerdings deutlich, dass sein Vortragsthema nicht ganz so witzig ist. „Wir reden zwar viel über den Klimawandel und was wir dagegen tun können. Aber am Ende machen wir doch nichts. A sagen und B machen bringt nichts“, betonte der TV-Meteorologe mit Nachdruck.

Mehr Waldbrände, mehr Hochwasser, mehr Dürre. Das stand damals in der Zeitung. Und es ist genau das, was wir erleben.

Sven Plöger über Wettervorhersagen in den 1990er Jahren

Und manchmal sei es ganz hilfreich, auf Meteorologen zu hören. 1990 hätten sie vorausgesagt, wie das Klima heute aussieht. „Mehr Waldbrände, mehr Hochwasser, mehr Dürre. Das stand damals in der Zeitung. Und es ist genau das, was wir erleben“, erzählte Plöger und schaut auf viele nickende Köpfe.

Vor der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021, erinnerte sich Plöger, stand er bei der Wettervorhersage und ahnte Schlimmes. „Dass es so schlimm werden wird, konnte ich auch nicht voraussehen. Aber sehen sie das Bild?“, fragte er ins Publikum und zeigte auf die Leinwand hinter sich. Das Bild zeigte ihn beim Wetterbericht vor jenem Unglück – etwas gebückt und mit den Händen nach vorne rudernd. „Sehen Sie das? Wenn ich so aussehe, dann müssen Sie mir zuhören, ansonsten nicht“, sagte er schmunzelnd, das Publikum lachte. „Übrigens muss man nicht gut aussehen, wenn man im Fernsehen arbeitet. Das sehen Sie an mir“, feixte Plöger weiter – bevor er wieder ernst wurde.

Jeder einzelne müsse sich einsetzen, daran ließen Plögers Worte keinen Zweifel. 2019 sei der Klimawandel das vorherrschende Thema in allen Medien gewesen. „Dennoch haben wir den meisten Plastikmüll produziert. Noch nie zuvor waren so viele Passagiere auf Kreuzfahrtschiffen, nie zuvor stiegen mehr Menschen ins Flugzeug“, sagte Plöger.

4 Grad in 11.000 Jahren, 4 Grad in 100 Jahren?

Um vier Grad hätte sich das Klima die vergangenen 11. 000 Jahre erwärmt. Mit einem Rückblick machte Plöger deutlich, was solche Temperaturunterschiede bedeuten. Er zeigte ein Bild der Alpen bei vier Grad kälterem Klima als heute. Sie waren komplett mit Eis bedeckt. „Da könnte nicht so gelebt werden, wie jetzt.“ Genausowenig könnten die Menschen auf der Erde leben, wenn sich das Klima um weitere vier Grad erhitze. Und das sei kein Schreckenszenario, sondern angesichts aktueller Kennzahlen denkbar.

Damit das nicht passiert, nennt Plöger einige Tipps. Zum Beispiel: „Wenn ich meine 85 Kilo aus dem Haus schleppe, ist es dann immer nötig, noch 1500 oder 3000 weitere Kilos Blech mitzunehmen? Die Bahn fährt ja auch – da kommen Sie auch oft an. Gut – manche Bahnen gehen auch verloren, aber sie entschuldigen sich, immer“, sagte er und sorgte für viele lachende Gäste.

Eine der rund 300 Anwesenden brachte es nach dem Vortrag auf den Punkt: „Er hat es gut vermittelt, mit Humor. Ohne dabei zu überdrehen und die Ernsthaftigkeit zu vernachlässigen. Das war ein sehr schöner Abend.“ Nicht mit Witz, sondern mit besagter Ernsthaftigkeit beendete Plöger dann auch seinen Vortrag: „Dieser Planet braucht uns nicht, wir aber ihn!“

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