Aus für Altpapier-Sammlung

SV Heiligenfelde appelliert: In den Container statt in die blaue Tonne

Altpapiertonne mit blauem Deckel vor zwei Gebäuden.
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Ungewohnter Anblick in Heiligenfelde: Altpapiertonne mit blauem Deckel.

Nach Jahrzehnten hat der SV Heiligenfelde jetzt das Abholen des Altpapiers im Ort eingestellt. Mittlerweile gibt es dort AWG-Tonnen. Für den Verein könnte das große finanzielle Einbußen darstellen.

  • SV Heiligenfelde kann Altpapier-Sammlungen nicht mehr gewährleisten.
  • Minus von bis zu 6000 Euro befürchtet.
  • AWG stellt „blaue Tonnen“ - doch der Vorstand hofft auf eine andere Lösung.

Heiligenfelde – Und schwupps – plötzlich standen die neuen Mülltonnen mit dem blauen Deckel vor den Türen: Viele Haushalte in Heiligenfelde haben zum Ende des Jahres auf diese Art bewusst mitbekommen, dass sich etwas geändert hat in Sachen Altpapier. Der SV Heiligenfelde hat sich von den Straßensammlungen verabschiedet. Endgültig.

„Wir konnten die Sammlungen nicht mehr gewährleisten“, erklärt Dennis Thalmann, 2. Vorsitzender des Sportvereins. Und zwar nicht primär wegen der Beschränkungen, die den Sammlern im Zuge der Corona-Pandemie auferlegt wurden. Sondern „aus versicherungstechnischen Gründen“, wie der zweite Vorsitzende des Vereins es formuliert.

Viele Firmenfahrzeuge für Sammeltour nicht zugelassen

Was heißt das konkret? Viele Firmenfahrzeuge, die in der Vergangenheit für die Sammeltouren durch Heiligenfeldes Straßen genutzt wurden, sind für so eine Verwendung nicht zugelassen. Und die landwirtschaftlichen Fahrzeuge mit Anhänger? Auch für die gilt: „Die dürfen eigentlich für so was gar nicht genutzt werden“, erklärt Thalmann.

Wir können ja nicht verantworten, was passiert, wenn mal einer vom Hänger knallt.

Dennis Thalmann, 2. Vorsitzender des SV Heiligenfelde

Gerade mit einigen Sammlern, die sich während der Sammelfahrten auf den Anhängern befanden, sei man von der Toleranz der Ordnungshüter abhängig gewesen. „Das ist Duldungssache“, betont Thalmann – und fügt hinzu: „Wir können von unseren Sportlern nicht verlangen, ihren Führerschein aufs Spiel zu setzen.“ Oder – schlimmer noch – ihre Gesundheit. „Wir können ja nicht verantworten, was passiert, wenn mal einer vom Hänger knallt.“

Der Verein hofft darauf, dass viele Bürger ihr Altpapier zu den Sammelcontainern bringen.

Jahrzehntelang war die monatliche Sammlung ein fester Bestandteil – sowohl des Heiligenfelder Lebens als auch des Budgets beim SV. „Zwischen 4000 und 6000 Euro pro Jahr“, so schätzt Thalmann, seien in den vergangenen Jahren für den SVH aus den Sammlungen zusammengekommen. Der Erlös kam meist der Jugendarbeit im Verein zugute. Trainingsutensilien für die jungen Kicker seien davon angeschafft worden. Zudem erhielten jene Sparten des Vereins davon Unterstützung, „die sonst oft zu kurz kommen“.

30 statt 50 Euro pro Tonne Altpapier

Der Verlust dieser Einnahmequelle ist ein Schlag ins Kontor. Also hat sich der Vereinsvorstand zusammengesetzt und neu orientiert. Weg von der Sammlung, hin zur Lieferung. Der Verein versucht, den Verlust mit dem Angebot bereitgestellter Altpapier-Container ein bisschen abzufedern. An jedem letzten Wochenende im Monat stehen zwei Container auf dem Raiffeisen-Gelände bereit. Samstags zwischen 9 und 12.30 Uhr nehmen die Freiwilligen vom Sportverein das Altpapier entgegen. Ein Abliefern des Papiers ist das ganze Wochenende über möglich. Je mehr, desto besser: Pro Tonne Altpapier bekommt der Verein 30 Euro. Das Papier aus den Sammlungen war noch sortenreiner und die AWG damit sogar 50 Euro pro Tonne wert.

Der SVH kontaktierte seinen Papierabnehmer, die AWG in Bassum, und informierte über das Aus für die Papiersammlung. „Die AWG würde die Einnahmen den Vereinen gönnen“, berichtet Thalmann. „Aber sie müssen allen Bürger gewährleisten, dass das Altpapier entsorgt wird.“

Aus diesem Grund flatterte in Heiligenfelde Post von dem Entsorgungsunternehmen ins Haus. Wer nicht ausdrücklich absagte, hatte wenig später die Altpapiertonne vorm Haus stehen. „Viele hatten das gar nicht registriert“, weiß der zweite Vorsitzende aus mehreren Telefonaten.

Das Papier, welches in den Tonnen landet, bringt dem Club kein Geld. „Ich hatte schon Anrufe von älteren Menschen, die sich geradezu entschuldigt haben, dass sie die Tonne nutzen“, erinnert sich Thalmann. Gerade bei Menschen mit eingeschränkter Mobilität aber zeigt er volles Verständnis.

Hoffnung auf Solidarität im Ort

Dennis Thalmann hofft dennoch auf die Solidarität im Ort. „Unsere große Bitte an die Sportler und alle anderen Heiligenfelder: Unterstützt uns!“ Jede Altpapierspende zählt.

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