Syker Ehrenbürger (102) soll besondere Würdigung erhalten

Auf der Suche nach der Edgar-Deichmann-Straße

Edgar Deichmann - Foto: iv

Syke - Von Frank Jaursch. Im Stadtbild haben besondere Menschen Spuren hinterlassen. Auch im Straßenverzeichnis: Von Ernst Boden über Luise Chevalier bis zu Hinrich Hanno trägt manch Weg, Platz oder Straße den Namen wichtiger Persönlichkeiten. Bald dürfte eine weitere hinzukommen: Sykes Ehrenbürger Edgar Deichmann (102) soll Namenspate für eine Straße in Syke werden.

Christiane Palm-Hoffmeister war es, die mit dieser Idee an die Stadtverwaltung herangetreten ist. „Ich wundere mich, dass vor mir noch keiner darauf gekommen ist“, sagt die Barrierin, die seit Jahrzehnten in einem losen, aber herzlichen schriftlichen Kontakt zu Deichmann steht.

Palm-Hoffmeister las davon, dass in Achim eine Schule nach einem 17-jährigen jüdischen Mädchen benannt wurde, das Opfer des Nazi-Regimes geworden war. Sie fragte sich: 'Wieso gibt's das in Syke nicht?' – und beschloss zu handeln.

Palm-Hoffmeister präsentierte zunächst den Mitgliedern des Arbeitskreises 9. November ihre Idee. Die waren sofort Feuer und Flamme. Anfang Mai stellte sie einen Antrag an den Stadtrat.

Eine mögliche Lösung für die Suche nach einem Platz für die Edgar-Deichmann-Straße: Die untere Waldstraße mit dem Café Alte Posthalterei (Foto) hat einen Bezug zu dem Leben des Syker Ehrenbürgers und liegt zentral. - Foto: Ehlers

Viele Kommunen haben sich dazu entschieden, keine Straßen nach lebenden Personen zu benennen – mit der Begründung, dass man erst nach dem Tod eines Menschen sein Lebenswerk abschließend beurteilen kann. In Syke gibt es keine derartige Bestimmung.

Dr Vorschlag fand in der Stadtverwaltung und im Rat offene Ohren. Erster Stadtrat Thoms Kuchem bestätigt, dass die Idee höchst positiv aufgenommen und beraten wurde. „Es geht nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um dass Wann“, erklärte er.

Wichtig sei es der Verwaltung auch gewesen, dass das Thema mit dem Ehrenbürger selbst geklärt wurde. Der äußerte sich vor wenigen Wochen in einem Brief ebenfalls positiv. Er dankte Christiane Palm-Hoffmeister für die Initiative. Eigentlich könne eine solche Straßen-Benennung ja erst nach dem Ableben der geehrten Person erfolgen; in diesem Fall würde er sich darauf freuen, „als Himmelsbewohner bei der Einweihung dabei sein zu können“, schrieb Deichmann mit dem ihm eigenen Humor.

Welche Straße umbenannt wird, steht noch nicht fest. „Wir suchen natürlich nach einer Straße mit einem Bezug zu seinem Leben“, so Thomas Kuchem. Eine Lösung, die offenbar bereits diskutiert wird, wäre der Bereich der alten Waldstraße, von der Nienburger Straße (B 6) ausgehend am Café Alte Posthalterei vorbei.

Dieser Vorschlag hat aus drei Gründen gute Chancen: Zum einen liegt die Straße zentral, zum zweiten verbrachte Deichmann selbst seine Kindheit dort: Die Deichmanns hatten seinerzeit in der Alten Posthalterei an der Ecke ihr Zuhause gehabt. Und zum dritten müssten nur relativ wenige Bürger ihre Adresse ändern.

Mit Zufriedenheit nimmt Palm-Hoffmeister das positive Signal vom Rat zur Kenntnis. „Er ist ein ganz besonderer Mensch“, sagt sie über Deichmann, „was er zu sagen hat, lässt einen nicht kalt.“

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