200.000 Schritte sind das Ziel

Stadtverwaltung Syke bietet Mitarbeitern „bewegtes Arbeitsprogramm“

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Auf nach Stuttgart! Fünf Schritte sind es schon.

Syke - Von Detlef Voges. Über 200.000 Schritte müssen sie gehen, dann sind die Mitarbeiter der Syker Stadtverwaltung in Stuttgart. Damit daraus aber keine Jahres-Tour wird, gehen sie nicht tatsächlich, sondern nur virtuell. „Bewegtes Arbeitsprogramm“ nennt sich das und gehört zu einem umfassenden betrieblichen Gesundheitsmanagement im Rathaus.

Die Teilnehmer arbeiten in Vierergruppen und zählen jeden Tag ihre Schritte. Möglich macht das eine spezielle grüne Digitaluhr, auf der neben den Schritten zum Beispiel auch der Kalorienverbrauch angezeigt wird. Das Team, bei dem zuerst alle vier 200.000 Schritte zurückgelegt haben, erhält einen Preis.

„Wir hatten mit 40 Teilnehmern gerechnet, jetzt sind es 80“, sagt Sandra Wittrock, die im Rathaus mit dem Gesundheitsmanagement betraut ist.

Das Projekt ist ein Bewegungs-Motivator. „Die Mitarbeiter sollen sich überlegen, ob sie manche Sachen nicht besser zu Fuß erledigen könnten“, erklärt Bürgermeisterin Suse Laue, die ebenfalls mit einer grünen Schritte-Uhr ausgestattet ist.

Das seit Jahren bestehende Programm ist verbessert worden

Die Stadt engagiert sich seit Jahren im betrieblichen Gesundheitsmanagement, etwa mit speziellen Tagen und sportlichen Aktivitäten für ihre Mitarbeiter. Seit einer Verschärfung des Arbeitsschutzes ist das Programm aber intensiviert worden.

Die Bürgermeisterin initiierte eine Arbeitsgruppe, die wiederum organisierte Workshops für die 306 Mitarbeiter unter dem Motto „Was wird gewünscht?“. Die Spitze wollte wissen, wo der Schuh drückt.

„Ich habe doch die Verantwortung bei einer immer älter werdenden Belegschaft“, sagt Suse Laue und verhehlt auch nicht die Absicht, mit einem interessanten Gesundheitsprogramm das Rathaus für Bewerber attraktiver zu gestalten. Denn: Früher standen die Bewerber Schlange, heute ist man oft froh, wenn sich überhaupt einer bewirbt. An den Workshops beteiligten sich alle Mitarbeiter mit einer Wunschliste, die je nach Arbeitsplatz angelegt war.

Mobiliar, Arbeitskleidung und Räume fehlen

So beklagten Mitarbeiter im Hallenbad, auf der Kläranlage und auf dem Bauhof fehlende Sozialräume und Besprechungszimmer. Auf der Kläranlage war die Be- und Entlüftung nicht optimal. Zudem fanden jüngere Mitarbeiter den häufigeren krankheitsbedingten Ausfall der älteren nicht gut. „Damit da kein Ungleichgewicht entsteht, stellen wir jüngere Mitarbeiter ein“, so Laue. Wichtig war dem Personal auch eine atmungsaktive Arbeitskleidung. Laue: „Haben wir sofort umgesetzt.“

Im Waldkindergarten war auch die Bekleidung Thema, in den anderen Kindertagesstätten eher die Nachrüstung für eine bessere Dämmung und das Mobiliar. „Die Mitarbeiterinnen mussten teilweise auf den kleinen Kinderstühlen sitzen“, so Sandra Wittrock.

Apropos Mobiliar: Die Verwaltung ist bemüht, überall ergonomische Stühle und höhenverstellbare Schreibtische einzurichten. Richtiger Stuhl, richtige Haltung, bessere Gesundheit, lautet das Motto. Wer am PC arbeitet, erhält Arbeitsplatzbrillen, die das blaue Licht filtern und ein entspannteres Arbeiten am Bildschirm ermöglichen.

Das Recht auf Feierabend stärken

Das Sich-bei-der-Arbeit-wohlfühlen zieht sich durch das gesamte Programm. Da geht es auch um das Kommunizieren untereinander, um ein gutes Betriebsklima. „Das muss gelebt werden“, sagt Suse Laue. Sie betont in diesem Zusammenhang auch das Recht auf Feierabend. Ab 20 Uhr habe kein Mitarbeiter mehr eine Mail zu bekommen. 

Krankheiten entstünden ja nicht nur durch harte Arbeit, sondern auch durch psychischen Stress. Den abzubauen sei auch Aufgabe eines umfassenden betrieblichen Gesundheitsprogramms, das bei flexibleren Arbeitszeiten anfange und bei zusätzlichen Wasserrationen im Hochsommer aufhöre.

Die Optimierung des Arbeitsplatzes sei ein ständiger Prozess, so die Bürgermeisterin. Stand in den vergangenen zwei Jahren Sportliches im Mittelpunkt, so dreht sich 2019 vieles um die gesunde Ernährung. „Auch etwas für zuhause“, sagt Sandra Wittrock.

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