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Stuhrer Lebenshilfe-Wohnheim startet mit Team beim Syker Hachelauf

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Von: Fabian Pieper

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Voller Vorfreude sind (v.l.) Jessica Gerger-Eckhoff und die Bewohner des Stuhrer Wohnheims Lebenshilfe Sascha Lehrfeld, Christiane Ivers und Heiko Stöver. Sie nehmen mit weiteren Bewohnern am Hachelauf in Syke teil.
Voller Vorfreude sind (v.l.) Jessica Gerger-Eckhoff und die Bewohner des Stuhrer Wohnheims Lebenshilfe Sascha Lehrfeld, Christiane Ivers und Heiko Stöver. Sie nehmen mit weiteren Bewohnern am Hachelauf in Syke teil. © Pieper

Die Lebenshilfe tritt mit einer bunt gemischten Gruppe aus dem Stuhrer Wohnheim beim Syker Hachelauf an. Das Team möchte vor allem gemeinsam ins Ziel kommen.

Syke/Stuhr – Schnellen Schrittes laufen vier Menschen in blauen Trikots auf die Kamera zu. Was beim Fototermin über eine kurze Strecke von ein paar Metern schon sehr gut ausgehen hat, muss in zwei Wochen am besten über mehrere Kilometer klappen. Dann nämlich versucht sich eine ebenso heterogene wie motivierte Gruppe von Bewohnern des Vereins Lebenshilfe auf der großen Bühne des Hachelaufs durch die Syker Innenstadt.

TuS Syke bietet beim 2. Hachelauf auch einen Walking-Wettkampf an

Und wer sich mit den Stuhrer Bewohnern unterhält, der spürt deren Motivation in jeder einzelnen Aussage. Etwa bei Christiane Ivers, die selbstbewusst sagt: „Das werde ich wohl schaffen!“ Fest in ihren Händen hält sie dabei zwei Nordic-Walking-Stöcke, die sie am Samstag, 14. Mai, unbedingt mit auf die fünf Kilometer lange Strecke mitnehmen möchte. Denn das ist neu bei der zweiten Auflage des Lauf-Events in Syke: Zum ersten Mal bietet der gastgebende TuS Syke die Möglichkeit, die Strecke als Anhänger des Nordic Walking zu betreten; außerdem können sich Freundesgruppen, Vereine und Firmen als Lauf-Staffeln anmelden.

Aber zurück zur Lebenshilfe. Dass hier überhaupt eine Gruppe in ihren auffälligen blauen Trikots den familienentlastenden Dienst (FED) der Lebenshilfe in Syke vertritt, ist zu großen Teilen Jessica Gerger-Eckhoff zu verdanken. Die Betreuerin der Gruppe in Stuhr hatte als Freizeitsportlerin bereits 2019 am Hachelauf teilgenommen. Und zuvor hatte sie auch schon Gruppen von Menschen mit Beeinträchtigungen bei Laufveranstaltungen begleitet.

Gerger-Eckhoff trug die Idee ins Stuhrer Wohnheim, wo sie auf begeisterte Bewohner stieß, darunter Heiko Stöver. „Wir hatten viel Lust darauf“, sagt er und blickt schon voller Tatendrang auf den Hachelauf: „Da wird richtig Freude aufkommen!“ Er selbst habe auch bereits Erfahrung mit Volksläufen und in der Vergangenheit schon ein paar davon mitgemacht.

Für einige wird es aber die erste derartige Veranstaltung sein. Jessica Gerger-Eckhoff hatte innerhalb der Lebenshilfe einen Aufruf gestartet und nach motivierten Läuferinnen und Läufern gefahndet. Nach aktuellem Stand werden es bereits 13 Bewohner plus Betreuer sein, die in knapp zwei Wochen die Lebenshilfe-Einrichtungen im Nordkreis vertreten werden. „Es wäre schön, wenn wir noch ein paar mehr motivieren können“, sagt Gerger-Eckhoff und erhält ein zustimmendes Nicken der Menschen um sie herum. Unterstützt wird sie beim Hachelauf von der Ehrenamtlerin Daniela Braune.

Hachelauf soll nach zwei Jahren Corona wieder die Gemeinschaft stärken

So wagt sich eine – trotz der einheitlichen Trikots – sehr bunte Truppe an den Fünf-Kilometer-Lauf und an die Nordic-Walking-Strecke über dieselbe Distanz durch die Syker Innenstadt. Trotzdem wolle man Geschlossenheit zeigen, wie Gerger-Eckhoff betont: „Wir bleiben als Gruppe zusammen. Der Schwächste gibt das Tempo vor.“ Wieder zustimmendes Nicken. Auch von Anja Abels, der Leiterin der Einrichtung in Stuhr. Sie betont: „Es ist schön, Teil eines Ganzen zu sein. Zudem sind Sport und gemeinsame Aktivitäten immer gut für Körper und Seele. Das hat etwas Positives.“

Und gerade das sei besonders wichtig, pflichtet ihr Jessica Gerger-Eckoff bei: „Wir hatten durch Corona zwei schwere Jahre“, sagt sie. Nun sei es wieder an der Zeit, „gemeinsam rauszukommen und was Schönes zu machen“. Ein drittes Mal wird um sie herum genickt.

Bis zum Hachelauf soll noch ein wenig trainiert werden. In einer Woche steht die Generalprobe über eine Strecke von fünf Kilometern an. Christiane Ivers zeigt sich selbstbewusst: „Ich schaffe auch sechs Kilometer. Oder sieben.“ Gerger-Eckhoff lacht und versucht, ihre Bewohnerin zu bremsen. Den Teamgedanken absolut verinnerlicht hat offenbar auch Heiko Stöver, der seiner Betreuerin ein Angebot macht: „Wenn du nicht mehr kannst, tragen wir dich!“ Pure Motivation und von Lampenfieber keine Spur. Christiane Ivers würde sogar gerne ihre Eltern und Freunde einladen, ihr in zwei Wochen zuzuschauen. Ob sie das denn auch dürfe, fragt sie Anja Abels. Die Geste ist mittlerweile bekannt: Sie nickt zustimmend.

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