Strukturen im Rettungsdienst auf dem Prüfstand/Gutachten

Noch weiße Flecken

Barrien - Von Anke Seidel. 9900 Notfälle in nur einem Jahr: Dieses Faktum aus dem Jahr 2014 belegt einen enormen Zuwachs an Einsätzen. Innerhalb von sechs Jahren ist die Zahl der Notruf-Fälle um ein knappes Drittel, sprich 28 Prozent, gestiegen. Genau deshalb stellt der Landkreis die Strukturen im Rettungsdienst erneut auf den Prüfstand – und hat ein Gutachten in Auftrag gegeben.

Mit dem aktuellen Sachstand befassten sich gestern unter der Leitung von Dr. Marco Genthe (FDP) die Mitglieder des Fachausschusses für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit in der Feuerwehrtechnischen Zentrale Barrien. Das jüngste Gutachten ist sechs Jahre alt. Als Konsequenz daraus hatte der Landkreis damals die Rettungsdienst-Standorte auf neun erhöht – und genau das ist angesichts der neuen Zahlen überholt. Hinzu kommt, dass die Schwerpunktbildung der Alexianer-Kliniken im Landkreis Auswirkungen auf den Krankentransport haben – und dass es außerdem offensichtlich noch weiße Flecken im Landkreis gibt. Das belegen die Überschreitungen der Hilfsfrist. Letztere schreibt vor, dass in einem Notfall binnen 15 Minuten das erste Rettungsfahrzeug vor Ort sein muss. In Syke und in Stuhr gelang das in jeweils 94 Fällen nicht, geht aus den Fakten für das Gutachten hervor. In Wagenfeld gab es demnach 93 Fälle von Hilfsfrist-Überschreitung. Deshalb soll der Rettungswagen in Syke künftig nicht nur tagsüber – wie bisher – beim DRK am Steinkamp stationiert sein, sondern künftig rund um die Uhr. Davon will die Kreisverwaltung die Krankenkassen als Kostenträger überzeugen – und ebenso herausstellen, wie wichtig der in Brinkum stationierte Rettungswagen ist, insbesondere für die Versorgung der westlichen Gemeindeteile. Verbesserungen sind ebenso das Ziel im Bereich Wagenfeld, insbesondere in Ströhen. In welcher Form der Rettungsdienst dort optimiert werden kann, dafür soll der Gutachter jetzt detaillierte Vorschläge entwickeln, so Klaus Speckmann als zuständiger Fachdienstleiter.

Über die politische Diskussion berichten wir noch.

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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