Sozial engagiert: Renate Ratzko und Ingrid Bartke aus Syke

Stricken für die Armen und Waisen in der Welt

Ingrid Bartke kümmert sich schon seit über 20 Jahren mit Sachspenden um die Armen und Waisen in aller Welt. Dafür strickt sie auch selbst. - Foto: eso

Syke - „Wir haben wieder einen großen Sack Wolle bekommen“, freut sich Ingrid Bartke. Nun kann Renate Ratzko die Nadeln klappern lassen. Sie strickt Kinderpullover für Waisen, Kinder aus armen Familien in Osteuropa, aber auch für Kinder der Syker Tafelkunden.

Die Baumwolle hat Familie Hoyer gespendet, Besitzer der Bremen Wollhandel Rosko Import & Export.

Alles fing vor 22 Jahren mit der Bitte des Syker Ehepaares Ingrid und Werner Bartke um Sachspenden für die „Ärmsten der Armen“ an. Sie sammelten für Waisenhäuser, Behinderten- und Altenheime und arme Familien. Berge von Spenden gingen bei Bartkes ein. Oft war das Einfamilienhaus rappelvoll gestellt mit Kleidung, Rädern, Spielzeug sowie Rollstühlen und Gehhilfen für Senioren.

Vor Beginn der Aktion ging es um die Transportfrage. Wer bringt einmal im Jahr die Spenden zu den Empfängern, etwa ins ferne Sibirien? Bartkes gingen auf die Suche und wurden fündig: Das Christlich-Diakonische Hilfswerk Stephanus (CDH) in Osnabrück übernahm die Aufgabe. Seither sind Jahr für Jahr Lastwagen des CDH auch mit Syker Spenden unterwegs. Auch nach Werner Bartkes Tod 2009. Seine Witwe betreibt die Aktionen nach wie vor mit großem Engagement. „Es gibt so viele arme Menschen, denen doch geholfen werden muss“, erklärt sie. Für die Unterbringung der Sachspenden, die wochentags gebracht werden, stellt sie den hinteren Bereich ihres Hauses zur Verfügung.

„Schauen wir doch mal nach, was da heute abgelegt wurde“, sagt sie und öffnet die Tür. Ein großer Beutel mit Wolle wurde abgelegt, Bettwäsche, guterhaltene Schuhe, Geschirr und Kinderkleidung. Bis auf Möbel ist alles Brauchbare willkommen.

Das mit der Wolle ergab sich später. 1999 riefen Bartkes zum ersten Mal zu Wollspenden auf. Das löste einen wahren Wolle-Boom aus. Bis zu sieben Syker und Brinkumer Frauen strickten, was die flinken Finger hergaben. 2004 wurden 150 Pullover, 150 Paar Strümpfe, 120 Schals und Mützen sowie Dutzende Wolldecken auf den Weg in die Ukraine gebracht.

„Heute sind etliche Strickerinnen alt, krank oder verstorben“, bedauert Ingrid Bartke. Ihr sind aber einige Frauen geblieben. Darunter Renate Ratzko aus Syke. Die verarbeitet nur Baumwolle.

„Ich selbst bin die Tante für Strümpfe“, erklärt Bartke lachend und greift zum Strickzeug. Renate Ratzko hat sich vor etwa 20 Jahren in den Dienst der guten Sache gestellt. „Ich habe schon viel früher gestrickt, für meine Kinder, dann für die Enkel“, sagt sie. Und wie lange benötigen Sie für einen Kinderpullover? „Eine Woche“, erklärt sie. Im Gebäude der Syker Tafel liegen zahlreiche Exemplare ausgebreitet. Sie sind für die Kinder der Tafelkunden bestimmt.

Vor ein paar Tagen hat Manfred Schramm mit seinem Tafeltransporter neue Wolle geholt. „Die Baumwolle reicht für etwa 30 Kinderpullover“, glaubt Ingrid Bartke.

Renate Ratzko freut sich auf den Nachschub. „Toll, dann kann ich ja wieder loslegen“, betont die Sykerin. - eso

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