Streetdancer des TuS unerwartet für Relegation zur Deutschen Meisterschaft qualifiziert / Eltern im Vorbereitungs-Stress

24-Stunden-Tour für zweimal drei Minuten

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Laura Morbach (l.), Lutz Wiederhold und Susanne Morbach hat das gute Abschneiden der TuS-Streetdancer eine Menge Arbeit beschert.

Syke - Von Michael Walter. Gute 400 Kilometer sind es von Syke bis Koblenz. Nicht gerade eine Weltreise. Aber den Trainern und Eltern von BeFamous macht diese Distanz gerade ganz schön Kopfzerbrechen – und jede Menge Arbeit.

BeFamous ist die Streetdance-Wettkampfgruppe im TuS Syke. Bei den Norddeutschen Meisterschaften im Videoclip-Tanzen des Ausrichters IVM Anfang Juni in Hameln hatte die Gruppe unerwartet gut abgeschnitten. Nur 0,8 Punkte waren die Mädchen in der Altersklasse 12 bis 15 an der direkten Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften vorbeigeschrammt. Doch die Platzierung reichte für die Relegationsrunde Mitte September in Koblenz.

„Die Kinder haben sofort gesagt, sie wollen da hin. Wir selbst haben auch gesagt, wir würden gerne. Und auch die Eltern mussten nicht lange überlegen“, erzählen Laura und Susanne Morbach. Das Tochter-Mutter-Gespann ist das Trainer-Duo von BeFamous.

Bis dahin war Hameln die mit Abstand weiteste Entfernung, die das Team für einen Wettbewerb zurücklegen musste. Insofern standen die Eltern vor einer neuen Herausforderung:

Wenn wir spätestens morgens um neun in Koblenz sein wollen – wann müssen wir dann los? Und wann kommen wir wieder zurück? Ist es sinnvoll, dort zu übernachten? Was würde das kosten? Und wie regeln wir das mit dem Essen für 50 Personen?

Vor solchen Fragen stand und steht die Elterngruppe um Petra Gehrke, Andrea Nowak und Lutz Wiederhold, die sich als Vorbereitungsteam zusammengefunden hat. Ihr Zwischenergebnis hat zunächst alle erstmal trocken schlucken lassen: Die Meldegebühr für das Turnier von rund 200 Euro übernimmt der TuS. Die Kosten für den Bus liegen dagegen bei etwa 1200Euro – die müssen die Eltern selbst tragen. Und Petra Gehrke ist froh, überhaupt einen bekommen zu haben. „Zehn Unternehmen habe ich abgefragt. Neun davon waren jetzt schon für Mitte September komplett ausgebucht.“ Der Busfahrer muss seine vorgeschriebenen Pausen und Ruhezeiten einhalten. Somit geht es mitten in der Nacht los und erst spät am Abend wieder zurück. Unterm Strich steht damit für die Syker eine Tanzen. Warum tut man sowas an?

„Weil‘s Spaß macht“, sagt Sophia. „Es ist einfach toll, wenn man den Teams aus den großen Städten zeigen kann, dass wir hier auf dem Dorf auch gute Tänzer haben.“ Die Zwölfjährige hat sich gerade bei einem Skateboard-Unfall den Arm gebrochen. In drei Wochen kommt der Gips ab. „Bis September bin ich wieder fit“, versichert sie.

„Wenn du den Kindern in die Augen schaust, überlegst du nicht lange, ob du das machst oder nicht“, sagt Andrea Nowak. „Du überlegst nur, wie.“

Kommt BeFamous am 19.September unter die besten fünf Teams, wären die Syker nachträglich für die Meisterschafts-Endrunde qualifiziert. Acht Wochen später müssten sie dann mit ihrer Choreografie unter insgesamt rund 4000Tänzern antreten. Das Finale ist in Friedrichshafen – das wäre ungefähr doppelt so weit.

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